| 08:28 Uhr

60 Jahre zufriedenes Wohnen

Silvia Gröger ist seit 2002 Vorstandsvorsitzende der Wohungsgenossenschaft „Frohe Zukunft“ in Dahme.
Silvia Gröger ist seit 2002 Vorstandsvorsitzende der Wohungsgenossenschaft „Frohe Zukunft“ in Dahme. FOTO: Daniel Friedrich
Dahme. Die Wohnungsgenossenschaft Dahme feiert in diesen Tagen 60-jähriges Bestehen. Bis heute sind Genossenschaftsmitglieder der ersten Stunde unter den Mietern. iel Friedrich

Christa Täubert fühlt sich wohl in ihrer Dahmer Mietswohnung. Seit fast 60 Jahren lebt die betagte Seniorin inzwischen in denselben vier Wänden in der Geschwister-Scholl-Straße. Sie zählt zu den ersten Mitgliedern, die der 1957 gegründeten Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft (AWG) beitraten.

Bis sie einziehen konnte, war es ein langer Weg. "Der damaligen Wohnungsnot geschuldet, fanden sich im August 1957 einige Dahmenser zusammen und entschieden sich zur Gründung der AWG", erzählt die heutige Vorstandsvorsitzende Silvia Gröger. Baubeginn für den ersten 4er-Wohneinheitenblock war im Herbst 1958 in der Geschwister-Scholl-Straße 4. Darin wohnt Christa Täubert mit ihrer Nachbarin Aurelie Kuhn bis heute. "Auch, wenn der Wohnungsschnitt so geblieben ist wie früher. Es hat sich viel getan in all den Jahren", berichtet Christa Täubert. "Wir haben jetzt eine moderne Heizungsanlage, isolierte Fenster und verglaste Balkone." Wie zur damaligen Zeit üblich, mussten die zukünftigen Mieter beim Bau Ende der 50er-Jahre selbst mit anpacken. "Wir haben zum Beispiel beim Schippen geholfen. Bis zu 500 Arbeitsstunden mussten wir leisten", erzählt Christa Täuber. Dafür besaß sie danach eine der begehrten Wohnungen in der Stadt. Bis 1965 entstanden sechs weitere Wohnblöcke im Standard jener Zeit mit einfacher Einbauküche, kleinem Bad und Innentoilette.

1995/1996 nahm der Vorstand ordentlich Geld in die Hand und begann eine große Renovierungswelle, bei der unter anderem die alte Kohlenheizung wich. Derzeit werden nach und nach die Fassaden mit einem neuen Anstrich versehen. "Wann immer es möglich ist, berücksichtigen wir die Wünsche unserer Mieter individuell", sagt die Vorstandsvorsitzende Silvia Gröger. So werden etwa für ältere Mieter Handläufe an den Treppenaufgängen angebracht und gefährliche Kanten in der Wohnung ausgebessert. Die Nachfrage nach dem vergleichsweise günstigen Wohnraum hat bis heute kaum abgenommen: Nur 4 von 110 Wohnungen stehen zurzeit leer. 150 Mieter zählt die Genossenschaft aktuell, ihr Altersschnitt liegt bei 64 Jahren. Doch auch für Familien seien die Wohnungen attraktiv, sagt Silvia Gröger und weist auf den Spielplatz neben dem Wohnblock.

Bereits am Wochenende waren Mieter, Genossenschaftsmitglieder und Gäste zur Feierstunde anlässlich des 60. Jubiläums in die Dahmer Schlossruine eingeladen. Statt Blumensträußen wünschte sich der Vorstand eine Geldspende, die dem Tierpark der Stadt zugute kommt. Und viele der Gäste stimmten mit Christa Täubert überein: "Hier lebt sich's einfach prima!"