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50 Jahre Schulgeschichte wird in Golßen lebendig

Was hat man denn früher in der Schule getragen? Grundschüler in Golßen gaben auch darauf eine Antwort während des Schulfests. Sie haben sich eine Woche lang mit ihrer Schulgeschichte beschäftigt.
Was hat man denn früher in der Schule getragen? Grundschüler in Golßen gaben auch darauf eine Antwort während des Schulfests. Sie haben sich eine Woche lang mit ihrer Schulgeschichte beschäftigt. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Golßen. Mädchen und Jungen der Grundschule in Golßen (Unterspreewald) wissen jetzt, wie der Schulalltag früherer Jahrzehnte ausgesehen hat. Eine Woche lang haben sie sich mit der 50-jährigen Geschichte ihrer Schule beschäftigt. asd1

Am Freitag präsentierten sie die Ergebnisse vor zahlreichen Besuchern während eines Schulfests.

"Es war eine sehr schöne Projektwoche", sagt Emma Waldschock. "Ich habe viel Neues erfahren. Es war interessant zu hören, wie es früher hier an der Schule so war. Das war schon spannend, denn schließlich war mein Papa hier ebenfalls mal Schüler." Der Drittklässlerin ist aufgefallen: "Sticker wurden auch schon früher gesammelt und getauscht." Jede Klasse hatte sich mit einem Jahrzehnt beschäftigt. "Externe Unterstützer haben geholfen", erklärt Schulleiter Dirk Herrmann. "Beispielsweise ehemalige Lehrerinnen und Lehrer haben von ihren Erfahrungen berichtet. Die einzelnen Klassen durften sich ihr Jahrzehnt mit verschiedenen Bausteinen zusammensetzen."

Die 6. Klasse hat sich mit den 1960-er Jahren auseinandergesetzt. "Damals wurde ganz andere Musik gehört als heute", sagt Lucas Mai. "Die Projektwoche war super. Ich kann jetzt viel besser nachvollziehen, wie es früher so war." Mädchen und Jungen haben weiße Pionierblusen mit blauen oder roten Halstüchern und Jugendliche blaue Hemden der Freien Deutschen Jugend (FDJ) getragen. Diese Kleidungsstücke waren auch während des Schulfests zu sehen. "Wir wollen die DDR-Zeit nicht verherrlichen, doch sie ist Teil unserer Schulgeschichte", sagt Dirk Herrmann.

In einer Ausstellung wurden Exponate der präsentiert - es ist ein Streifzug durch fünf Jahrzehnte Schulgeschichte. Altstoffe sammeln. Arbeiten mit dem Rechenschieber. Der Gameboy bleibt in der Mappe. Schulmilch gibt es in Flaschen. Die Sekretärin schreibt auf einer Schreibmaschine. Der Bildwerfer steht bereit für den Unterricht - eine umfangreiche Sammlung. Auch die alte Büste von Wilhelm Pieck ist dabei. Die Golßener Schule trug zu DDR-Zeiten seinen Namen. Zudem haben alle Pädagogen ein Bild ihrer eigenen Einschulung ausgestellt. Die Kinder durften raten, wer dort mit der Zuckertüte zu sehen ist. Ein lustiger Spaß. Und sie konnten einen Blick auf das eine oder andere Zeugnis ihrer Lehrer werfen.

Die Ausstellung lud zum Mitmachen ein. Probieren und sich aktiv in frühere Zeiten hineinversetzen, war angesagt. "Die Kinder sind sehr an der Schulgeschichte interessiert", sagt Lehrerin Elke Meier. "Ich habe mit den Sechstklässlern die Schrift von einst und heute verglichen. Zudem hatten wir einen Opa eingeladen, der uns von früher berichtete. Die Kinder waren sehr neugierig. Sie können jetzt beispielsweise mit den Begriffen FDJ und Pionier etwas anfangen."

Jede Klasse stellte die Ergebnisse ihres Projekts während des Schulfests vor. Es wurde gesungen, getanzt, gerechnet und Mode von früher vorgeführt. Die Drittklässler hatten sich mit den 1990-er Jahren beschäftigt. Damals war die Kindersendung mit der Maus ein Renner. "Wir haben Mäuse während der Projektwoche gemalt und gebastelt", erzählt Schülerin Leni Eckstein. "Das hat Spaß gemacht." Dass alle Grundschüler viel Freude an dem Projekt hatten, war während des Schulfests deutlich zu sehen. Die Akteure selbst haben nach ihren Auftritten Kindertag mit zahlreichen attraktiven Angeboten gefeiert.

Mitglieder des Fördervereins der Schule und weitere Unterstützer hatten fleißig geholfen, dass die Veranstaltung ein besonderes Erlebnis wurde. Einer der Höhepunkte war der Chor der Pädagogen. Die Mitwirkenden sangen gemeinsam das Lehrerlied und berichteten damit den Kindern singend von ihrer eigenen Schulzeit: "Wenn ich zurückdenk' an das Jahr, als ich 13, 14, 15 war... Wir hatten Pinwände aus Kork. Und da hingen Fotos dran. Das war unser Instagram... Unsere Kindheit die war toll. Doch auch heute ist sie schön..." Das Schulfest war dafür bester Beweis.