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| 17:24 Uhr

Kommunalwahl 2019
48 Kandidaten für Luckauer Ratstisch

 48 Bewerber wetteifern auf neun Walvorschlägen um einen der 18 Sitze in der neuen Luckauer Stadtverordnetenversammlung.
48 Bewerber wetteifern auf neun Walvorschlägen um einen der 18 Sitze in der neuen Luckauer Stadtverordnetenversammlung. FOTO: LR / Anja Brautschek
Luckau. Für das Luckauer Stadtparlament sind bei der Kommunalwahl am 26. Mai 18 Sitze neu zu vergeben. Die Bewerber verteilen sich auf neun Wahlvorschläge, einen mehr als 2014. Von Carmen Berg

Laut Wahllleiterin Birgit Lehmann schicken die gleichen Parteien und Wählervereinigungen wie vor fünf Jahren Kandidaten ins Rennen, hinzu kommt mit dem parteilosen Andreas Jahnke ein Einzelbewerber.

Die längste Liste hat die SPD aufgestellt. Neben Spitzenmann Wolfgang Luchmann treten acht weitere Kandidaten an. Sieben Namen umfasst die Liste der CDU, die von Olaf Schulze angeführt wird. Jeweils sechs Bewerber verzeichnen Die Linke mit Ursula Rothe an der Spitze, Bündnis 90/Die Grünen mit Lothar Treder-Schmidt auf Platz Eins, die FDP, angeführt von Christiane Zimmermann, Luckau-Land, angeführt von Heiko Terno sowie die Unabhängige Wählergemeinschaft mit Frontfrau Petra Spruch.

Für die Alternative für Deutschland (AfD) bewirbt sich der Gießmannsdorfer Tobias-Gerd Winzer als einziger Kandidat um einen Platz am Rathaustisch.

Nur sechs der 48 Bewerber sind unter 40 Jahre, der Jüngste, Jahrgang 1997, kämpft um einen Sitz für die CDU. 15 Bewerber sind 65 Jahre und älter, den ältesten Kandidaten, Jahrgang 1935, stellt die FDP.

Bei der SPD sind die Frauen das starke Geschlecht, sie belegen sechs der neun Listenplätze. Bei den Linken sind es drei von sechs, bei Bündnis 90/Die Grünen zwei von sechs Plätzen. Jeweils eine Frau steigt für FDP, Luckau-Land und die Unabhängige Wählergemeinschaft in den Ring. Bei der CDU ist das Wahl-Rennen diesmal reine Männersache.

Das Interesse der Luckauer an der Wahl ist offensichtlich hoch. Birgit Lehmann rechnet mit mehr als 1000 Briefwählern.

In den Programmen der Parteien und Vereinigungen nehmen Bau- und Sanierungsvorhaben, die Stärkung des Schulstandortes, medizinische Versorgung sowie Nahverkehr und Radwege zentrale Stellenwerte ein. Keine Angaben lagen trotz Bemühungen der Redaktion bis Redaktionsschluss dieser Seite von der AfD vor.

Die SPD setzt sich unter anderem für eine Verbesserung der medizinischen Versorgung sowie für zügiges Vorgehen bei der bedarfsgerechten Absicherung von Kita-, Schul- und Hortplätzen ein. Die Partei will beispielsweise aber auch den Zuschuss für Kultur auf 500 Euro für jeden Ortsteil erhöhen und strebt ein Einkaufszentrum in Luckau-Ost an.

Der Ausbau der Grundschule sowie der Erhalt der Gesundheitseinrichtungen sind ebenfalls Kernthemen der CDU. Zudem sind den Christdemokraten unter anderem der schnelle Ausbau von Mobilfunk- und Breitbandversorgung, Barrierefreiheit bei allen Baumaßnahmen sowie die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit wichtig.

Die Linke engagiert sich für eine Förderung von niedergelassenen Haus- und Fachärzten, will den Bau einer neuen Turnhalle in Nähe der Grundschule, zeitnah Radwege nach Duben, Uckro und Rüdingsdorf, Spielplätze in allen Ortsteilen und Initiativen, die Luckau als Gartenstadt neu aufblühen lassen. Außerdem unterstützt die Partei Vereine und die Integration von Flüchtlingen.

Bei Bündnis 90/Die Grünen stehen schnelles Internet, ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr sowie eine mindestens stündliche Bahnanbindung nach Berlin im Fokus. Aus Sicht der Partei sollte sich Luckau als Zuzugsgebiet für Berliner mit Baulandangeboten vermarkten: Kreative Lösungen für den Umbau alter Bauerngehöfte sollten leichter ermöglicht werden. Naturnahe Landwirtschaft und Schutz der Artenvielfalt sichere Lebensqualität.

Die FDP will eine offene Diskussion über den künftigen Schulstandort Luckau, von der Erweiterung bestehender Kapazitäten bis zu einem neuen Schulcampus. Neben Sanierungen in der Kernstadt sollten Vorhaben wie die Marina Schlabendorf forciert werden. Die Liberalen befürworten außerdem einen Dachverband aller Vereine. Sie bekennen sich zur Willkommenskultur, fordern aber die Einhaltung von Regeln respektvollen Miteinanders und sagen: „Integration ist keine Einbahnstraße“.

In der Schuldiskussion plädiert die Unabhängige Wählergmemeinschaft für eine standortnahe Erweiterung der Grundschule und des Hortes sowie den Bau einer neuen Turnhalle. Weiter hat sich die UWG den Erhalt der Dorfgemeinschaftshäuser, die Erschließung von Bauland im Bereich Herzberger Straße, Zaackoer Weg sowie Müllerhag auf die Fahne geschrieben und will einen zeitnahen Umbau des Schlossbergs. Sie setzt auf frühzeitige Bürgerbeteiligung bei kommunalen Planungen und den Bürgerdialog.

Die Wählergemeinschaft Luckau-Land setzt sich dafür ein, das von ihr mit entwickelte Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek) mit Leben zu erfüllen. Zusätzliche Gelder, die Luckau als Mittelzentrum erhält, sollten gerecht für die Kernstadt und die Ortsteile eingesetzt werden. „Mit Luckau als Mittelzentrum sollten auch die Ortsteile einen Entwicklungsschub erhalten“, so Spitzenkandidat Heiko Terno.

Der parteilose Einzelbewerber Andreas Jahnke, Hotelfachmann, plädiert für die tourstische Anbindung Luckaus an die Nachbarstädte, will Fürstlich Drehna als zweiten Hauptkulturbereich neben Luckaus Altstadt fördern, ist für die Einrichtung einer Jugendbegegnungsstätte in Luckau und gegen weitere Windkraftanlagen. Außerdem spricht er sich für eine Aufstockung des Bauhofpersonals aus.

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Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin
 48 Bewerber kandidieren auf neun Walvorschlägen um einen der 18 Sitze in der neuen Luckauer Stadtverordnetenversammlung.
48 Bewerber kandidieren auf neun Walvorschlägen um einen der 18 Sitze in der neuen Luckauer Stadtverordnetenversammlung. FOTO: LR / Anja Brautschek