Von Birgit Keilbach

Eine schöne Tradition ist die Festveranstaltung des Landkreises Dahme-Spreewald anlässlich der Seniorenwoche. 155 engagierte Seniorinnen und Senioren nahmen am Samstag an der vom Luckauer Seniorenbeirat vorbereiteten Feier auf dem Schlossberg teil. Der Luckauer Seniorenchor, das Tanzstudio 77 sowie Lutz und Heike Neumann (Shawue) umrahmten diese niveauvoll mit Musik und Tanz.

Die Herausforderungen einer an den Bedürfnissen der wachsenden Gruppe Älterer orientierten Seniorenpolitik wachsen. Das machte der Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates, Wolfgang Grunert, deutlich. Mit der zweiten Auflage der Seniorenpolitischen Leitlinien im vergangenen Jahr seien Punkte wie Wohnen im Alter, Mobilität, Digitalisierung sowie das Verhindern von Verein­samung konkretisiert worden. „Jetzt kommt es darauf an, das Maßnahmepaket auch umzusetzen“, betonte er. Die Seniorenbeiräte könnten Projekte entwickeln, doch diese Arbeit könne nicht mehr allein auf ehrenamtlichen Schultern ruhen. „Für die Koordination der Seniorenarbeit brauchen wir im Landkreis eine hauptamtliche Stelle“, forderte er ein.

Landrat Stephan Loge (SPD) würdigte die vielfältige ehrenamtliche Arbeit der Ruheständler „im Unruhestand“. 16 Seniorenbeiräte leisteten eine wertvolle Arbeit für die Gemeinschaft. Für den Landkreis werde es zunehmend zu einer Standortfrage, wie gut es gelinge, dem demografischen Wandel gerecht zu werden.

Einiges sei bereits erreicht, die sieben Mehrgenerationenhäuser seien die „Kümmerer“ an ihren Standorten vor allem den ländlichen. Ein Werkstattgespräch mit Bürgermeistern, Wohlfahrtsverbänden und Seniorenbeiräten im Juni habe zentrale Themen der Leitlinien in Arbeitsgruppen diskutiert.

Auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Luckau verwies der Vorsitzende des Gastgeber-Seniorenbeirates, Horst Brodatzki. Mehr Barrierefreiheit, gute medizinische Versorgung in der Stadt sowie Verkehrssicherheit seien gemeinsam angegangene Themen. Dennoch wünschen sich die Luckauer Senioren „ein besseres Miteinander mit Behörden.“ Seit vier Jahren kämpften sie für einen Fußgängerüberweg vom Mönchhof zum Laga-Park über die Straße Südpromenade. „Jetzt fangen wir wieder bei Null an, mit einer neuen Vor-Ort-Begehung“, das sei für die Luckauer unverständlich.

Sechs Frauen wurden für ihre besonderen Verdienste mit der Urkunde „Eine Rose für…“ geehrt. Unter ihnen Melitta Büttner aus Luckau. Sie arbeitete mehr als 15 Jahre im Seniorenbeirat der Stadt und als Vorstandsmitglied des Kreisseniorenbeirates aktiv mit. Bereits als Leiterin des evangelischen Seniorenzentrums „An der Berste“ wirkte sie ab Anfang der 2000er-Jahre eng mit dem Seniorenbeirat zusammen. Herzensangelegenheit ist ihr der lokale „Tag der Altenpflege“, der seit 2012 jährlich im Sommer in Luckau stattfindet. Ab 2019 wird dieser Tag auf ihre Initiative hin als „Tag der Pflege“ stattfinden, an dem zum Beispiel auch Mütter mit pflegebedürftigen Kindern gewürdigt werden. Ihr sei durch die ehrenamtliche Tätigkeit der Ausstieg aus dem Berufsleben leicht gefallen, sagt die 75-Jährige. „Ich hatte weiterhin Aufgaben und wenn man erstmal dabei ist, dann ist das wie eine Berufung.“

Die Lübbenerin Erna Stattaus erhielt die Anerkennung für ihr unermüdliches Organisieren von Reisen in Zusammenarbeit mit einem Senioren-Reisebüro in Königs Wusterhausen. Für sie sei damit die eigene Reislust „zu einem aufwendigen Hobby geworden.“ „Sehr beliebt sind Reisen zu Konzerten, Theateraufführungen und Musicals in Städten wie Dresden, Leipzig oder Hamburg“, erzählte die 87-jährige Lübbenerin.

Heidemarie Weber ist in der Gemeinde Märkische Heide mit ihren 18 Dörfern ein rühriges Organisationstalent, zudem Gründungsmitglied des Seniorenbeirates und dessen Schatzmeisterin. Da sie auch im Gemeindekirchenrat sehr aktiv ist, vermische sich diese ehrenamtliche Arbeit. In Pretschen werde vieles gemeinsam mit dem Heimatverein organisiert, jüngst das Konzert der Don Kosaken. „Wir sind eine große Gemeinschaft. Und wir sind immer mittendrin“, sagte die 74-Jährige.