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| 16:09 Uhr

Fitte Senioren
162 Turmstufen als Fitnessprogramm

Zwischenstopp mit Bewegung im Laga-Park. Auf der Parkwiese flogen die Bälle und die Frisbees. Fotos (2) : be
Zwischenstopp mit Bewegung im Laga-Park. Auf der Parkwiese flogen die Bälle und die Frisbees. Fotos (2) : be FOTO: LR / Carmen Berg
Luckau. Luckauer der Generation 60plus erleben einen spannenden Bewegungstag zur Seniorenwoche in der Altstadt.

„Die Hälfte mehr Leute als im Vorjahr sind gekommen“, freut sich Harald Pirsch vom Seniorenbeirat über die große Runde am Montagmorgen auf dem Marktplatz. Das neue Konzept für den traditionellen Sporttag anlässlich der Brandenburgischen Seniorenwoche hat offensichtlich gezündet. Statt Wettbewerben auf dem Sportplatz steht ein unterhaltsamer Mix aus Information und Bewegung auf dem Programm, der die Teilnehmer an verschiedene Stationen in der Altstadt führt.

Die Idee dazu hatte Rita Spruch, Turn-Urgestein vom SC Einheit Luckau, die wie in jedem Jahr mit ihrer Gymnastikgruppe angetreten ist. „Man muss sich was einfallen lassen, damit die Lust zum Mitmachen bleibt“, sagt die Cheforganisatorin des Bewegungstages.

Los geht die zweistündige Tour am Hausmannsturm. Die ehrenamtliche Stadtführerin Lieselotte Niepraschk erzählt zunächst Spannendes aus der Stadtgeschichte. Die Senioren hören, dass das kleine Luckau einst Hauptstadt der Niederlausitz war und 1382 das Münzrecht erhielt, was von der Bedeutung des Ortes zeugt. Dabei sei Luckau immer eine Bürgerstadt gewesen, keine Fürsten schwangen hier das Zepter, sagt sie und lädt ein, für einen Blick von oben die 162 Stufen des Hausmannsturmes hinaufzusteigen.

Auch Siegfried Walter nutzt diese Gelegenheit, wenngleich er nicht mehr ganz gesund ist und deshalb immer mal wieder Pausen einlegt. „Das letzte Mal war ich wohl vor 20 Jahren auf dem Turm. Es hat sich eine Menge verändert. Viele verfallene Hinterhöfe sind richtig schön geworden“, stellt der Ehrenpräsident des Luckauer Carneval Vereins fest.

Jeder macht mit, was er kann, im Vordergrund steht der Spaß – das ist das Credo des Bewegungstages. Als die Gruppe auf Fahrrädern oder zu Fuß im nahen Laga-Park ankommt, liegen Frisbees auf dem Rasen bereit. Erika Schulze, die im Berufsleben Sportlehrerin war, erklärt Anfängern, wie sie die bunten Scheiben möglichst lange in der Luft halten können.  Ein Stück entfernt lassen einige Seniorinnen lieber die Bälle fliegen. Geschick ist gefragt beim Streichholz-Weitwurf, für das Egon Buder Spielleiter ist. „Man braucht eine ruhige Hand, aber auch Glück mit dem Wind“, sagt er. Den Wahnsinnsrekord von 28 Metern, erzielt vor einigen Jahren auf dem Sportplatz, kann am Montagvormittag keiner knacken, doch darum geht es auch nicht.

„Vielleicht können wir diesem oder jenem einen Anstoß geben, mal wieder von der Couch zu kommen und etwas für seine Fitness zu tun“, hofft Rita Spruch. Die 83-jährige Edith Plaschnick aus der Gymnastikkgruppe des SC Einheit steht als Beispiel dafür, dass sich das Aufraffen lohnt. Ihre 83 Lenze sieht der vitalen Luckauerin keiner an, eher würde man sie auf 70 schätzen. Seit mehr als 60 Jahren treibt sie Sport. Noch heute fährt sie vom Frühjahr bis zum Herbst nahzu täglich zum Schwimmen an den Egsdorfer See – meist mit dem Rad und bei fast jedem Wetter. „Ich will so lange wie möglich fit bleiben, denn ich wohne allein und muss doch für mich sorgen“, sagt sie. Das Schöne am Sport sei außerdem die Gemeinschaft. „Man kommt mal raus, ist unter Gleichgesinnten“, so die Lu
ckauerin.

Sie ist schon gespannt auf die letzte Station des Bewegungstages. Bei der Freiwilligen Feuerwehr am Zaackoer Weg wartet auf Mutige ein besonderes Abenteuer, eine Fahrt nach oben im Rettungskorb. „Höhenangst, wir doch nicht“, bekunden ein paar reifere Damen lachend. Und weil Bewegung hungrig macht, gibt es zum Ausklang für alle einen stärkenden Imbiss.

Beifall aus der Runde bekommt Horst Brodatzki. Der Vorsitzende des Luckauer Seniorenbeirates ist bei der Kreis-Veranstaltung zur Seniorenwoche für sein Engagement mit einer Urkunde des Landrates geehrt worden.  Hauptamtsleiterin Birgit Lehmann überbringt Glückwünsche der Stadt.

Lieselotte Niepraschk erzählt Spanndendes aus der Stadtgeschichte und lädt anschließend ein zum Aufstieg auf den Hausmannsturm.
Lieselotte Niepraschk erzählt Spanndendes aus der Stadtgeschichte und lädt anschließend ein zum Aufstieg auf den Hausmannsturm. FOTO: LR / Carmen Berg