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| 01:09 Uhr

16 000 Floriansjünger 2005 bei 1356 Einsätzen im Kreis

Treppendorf.. „Ich sage danke, in meinen Augen seid Ihr die Helden unserer Zeit!“ , zog Kreisbrandmeister Willi Drannaschk Bilanz des Einsatzgeschehens der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises im vergangenen Jahr. Bei 1356 Einsätzen kamen rund 16 000 Helferinnen und Helfer bei Tag und Nacht zum Einsatz. Durch ihre Arbeit konnten neben ungezählten Sachwerten 37 Menschenleben gerettet werden. Dennoch unterstrich Drannaschk die Forderung nach weitergehender Ausbildung, da die Anforderungen an die Hilfskräfte stetig steigen. Von Jens Golombek

„Wir wollen über Erfolge und Probleme reden. Ohne die Verbände gäbe es beispielsweise keine Feuerwehrunfallkasse, und unser neues Brandenburger Brand- und Katastrophenschutzgesetz währe nicht so gut gelungen“ , sagte Dieter Heinze, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Dahme-Spreewald (KVF). An die Landesregierung stellte er wiederholt die Forderung nach Rechtsverordnungen, Weisungen, Kommentaren und Gefahren analysemustern zum Gesetz. Landrat Martin Wille dankte er besonders für die finanzielle Unterstützung der Verbandsarbeit. Auch das Motto der Aktionswoche 2005, „Frauen in die Feuerwehr“ , gab Dieter Heinze bekannt.
Kreisjugendfeuerwehrwart Christian Liebe warb für die Akzeptanz und Mitarbeit im neu eingerichteten Jugendforum, welches „zusammen mit den Jugendfeuerwehrwarten frische, gute Ideen entwickelt und realisiert“ . Er beschrieb das Spreewälder Wettkampfgeschehen und unterstrich die besondere Erfolge der Jugendfeuerwehren von Gröditsch und Zeuthen bei der Deutschen Meisterschaft in Halle/Saale sowie Gehren in Seelow (Landkreis Märkisch Oderland). Kritik übte er am Informationsfluss zu den einzelnen Ortsjugendwarten, wodurch das Kreisjugendfeuerwehrlager 2004 nicht voll belegt werden konnte.
Manfred Gerdes, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes (LFV), unterstrich den Bedarf an Nachträgen zum Brand- und Katastrophenschutzgesetz, um die Träger des Brandschutzes handlungsfähig zu machen. Zur Deutschen Meisterschaft in Halle bemerkte er stolz, dass Brandenburger Wettkämpfer auf allen Treppchen vertreten waren. „Brandenburg war spitze, mein besonderer Dank an die Kameradinnen und Kameraden aus Schlepzig.“
Karl-Heinz Klinkmüller, Chef des Katastrophenschutzstabes, lobte das Feuerwehrtechnische Zentrum in Luckau als „zuverlässigen Partner der Feuerwehr“ . Er wies auf die neuen Aufgaben für Gemeinden durch die veränderte Landesgesetzgebung hin. Seinen Aufruf zur Gründung eines Ausschusses für Frauenarbeit unterstützte er mit der Feststellung, dass „die demographische Entwicklung um Brandenburg keinen Bogen machen wird.“
Dr. Peter Danckert (SPD), Mitglied des Bundestags, knüpfte an: „Wenn ich mir vorstelle, die Feuerwehr stellt ihre Arbeit ein, wäre unsere Gesellschaft in einer verzweifelten Situation.“ Er kündigte an, dass der Kreisjugendfeuerwehr demnächst ein neues Fahrzeug für ihre Werbe- und Informationsarbeit zur Verfügung stehen wird. Dessen Vorgänger war ein tragisches Opfer der Flammen geworden.
Die Delegiertenversammlung legte als Veranstaltungsort für die Kreismeisterschaften im Jahr 2006 die Gemeinde Märkische Heide einstimmig fest.
Abschließend ernannte der KVF die Kameradinnen Karin Riese aus Heideblick, Eva Schultze aus Zeuthen sowie Richard Knieschke aus Lübben/Steinkirchen zu Ehrenmitgliedern und würdigte damit ihren besonders verdienstvollen Einsatz für den Feuerschutz und die Verbandsarbeit. Mit dem Ehrenkreuz des LFV wurden Dr. Peter Danckert sowie Kreisjugendwart Christian Liebe ausgezeichnet. Letzterer richtete besonderen Dank an seine Freundin, „die für meine Aufgaben sehr viel Verständnis aufbringt.“

Info zum Thema Feuerwehrschule bleibt
 Entgegen anderslautender Berichte wird die "Landesschule und Technische Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz" (LSTE) in Eisenhüttenstadt nicht aufgelöst. Darauf wies Manfred Gerdes, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, am Sonnabend mit Nachdruck hin.
"Es ist richtig, dass die Einsparungszwänge auch an dieser Einrichtung nicht vorüber ziehen werden. Es sind aber in der Zweigstelle Borkheide durch Privatisierungen von einzelnen Teilbereichen wie beispielsweise der Lackiererei Einsparungen anvisiert." Dort werden technische Abnahmen neuer Einsatzfahrzeuge sowie Prüfungen und Reparaturen durchgeführt.
In der Landesschule in Eisenhüttenstadt mit 40 Mitarbeitern qualifizieren sich Kameradinnen und Kameraden aus ganz Brandenburg. "Den Schulbetrieb zu privatisieren oder auf die Landkreise zu verteilen, kann nicht wirtschaftlich sein. Sonst wären andere Bundesländer, besonders die westlichen, diesen Schritt längst gegangen", so Manfred Gerdes.