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| 11:38 Uhr

1000 Euro Schmerzensgeld wegen unwahrer Behauptung

Luckau. Um sich eine Gerichtsverhandlung wegen Verleumdung zu ersparen, hat ein junger Luckauer 1000 Euro Schmerzensgeld an den Besitzer des Sonnenstudios Sunflower gezahlt. Tobias Schult hatte Gerüchte weiter erzählt, wonach mit winzigen Kameras nackte junge Frauen ohne ihr Wissen auf den Sonnenbänken fotografiert worden sind. Von Gabriele Bernhardt

"Ich habe das von Bekannten gehört", erklärt Tobias Schult (Name von der Redaktion geändert). Und es anderen Freunden und Bekannten eben weiter erzählt. In einer Kleinstadt wie Luckau macht so eine "heikle Geschichte" schnell die Runde. Inhalt des Geredes: Im Sonnenstudio Sunflower sollen junge Frauen nackt und ohne ihr Wissen auf den Sonnenbänken fotografiert worden sein.
Ungeheure Behauptung "Das ist eine ungeheure Behauptung", sagt Guido Huber. Der Betreiber des Sonnenstudios in Luckau ist entsetzt, als ihn Kunden Ende Oktober daraufhin ansprechen. "Ich kann jedem die Kabinen zeigen, hier ist nichts", beteuert er. Zudem würden die Bänke von einer Firma gewartet, die sofort feststellen würde, wenn hier unerlaubt Kameras eingebaut worden wären, so Guido Huber.
Gerüchte machen schnell die Runde "Es ist nicht das erste Mal, dass solche Gerüchte kursieren", sagt Huber. Gleich nach Eröffnung seines Studios vor fünf Jahren hatte eine Gymnasiastin erzählt, dass sie ein Foto von sich im Internet gesehen hätte, das in seinem Sonnenstudio gemacht worden sein soll. "Das sind ungeheure Lügen. Ich glaube, die Leute sind neidisch auf mein Geschäft und wollen mich mit solchem Gerede ruinieren", betont der 39-Jährige. Denn immer, wenn so ein Gerücht in Luckau die Runde machte, seien Kunden weggeblieben. Das seien finanzielle Einbußen in Größenordnungen, die nicht so einfach zu kompensieren seien, betont der Sonnenstudiobesitzer. Als Huber von zwei Kundinnen von den neuerlichen Vorwürfen hörte, platzte ihm der Kragen. Beide bestätigten ihm, dass Tobias Schult erzählt habe, dass sie auf den Sonnenbänken fotografiert worden seien. Huber konnte die beiden Frauen davon überzeugen, als Zeugen zur Verfügung zu stehen. Das bestätigten sie ihm schriftlich. "Ich war froh, dass die beiden einwilligten", so Huber. Er schaltete einen Anwalt ein. Der sah den Tatbestand der Verleumdung, weil Tobias Schult unwahre Tatsachen behauptet hatte. Wer wider besseres Wissen Gerüchte weiter erzählt, macht sich strafbar, bestätigt Rechtsanwalt Mathias Michaelis. "Ich habe beiden Beteiligten zu einer außergerichtlichen Einigung geraten", sagt er gegenüber der RUNDSCHAU. Nach einem Gespräch einigten sich die beiden Kontrahenten darauf, dass Huber für den materiellen (Einkommensverluste) und immateriellen Schaden (Ehrkränkung) von Tobias Schult 1000 Euro erhält. "Wäre die Sache vor Gericht gegangen, hätte der Luckauer mit zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe rechnen müssen", behauptet Anwalt Mathias Michaelis.
Teueres Lehrgeld bezahlt Tobias Schult tut die ganze Angelegenheit Leid. Er hat für eine unbedachte Äußerung viel Lehrgeld bezahlen müssen. "Ich habe mich dafür entschuldigt und jetzt ist die Sache aus der Welt", so Schult.