(bkh) Mit einer Gedenkminute und dem Niederlegen von Blumengebinden am Grab ehrten die Mitglieder des Luckauer SPD-Ortsvereins sowie weitere Vertreter der Partei aus dem Landkreis am Freitag den Gründer des ersten Ortsvereins der Sozialdemokraten in der Berstestadt, Karl Holland. „Sein Wirken für die Stadt wollen wir heute würdigen“, sagte die Vorsitzende des Ortsvereins, Kathrin Veh.

Der 1884 in Dahme geborene Karl Holland wuchs in einer sozialdemokratisch geprägten Familie auf, wie Marina Gadomski, Leiterin des Niederlausitz-Museums Luckau mit ihrem Einblick in die Biografie Hollands nahe brachte. Ab 1906 arbeitete er bei der Luckauer Firma Moschütz, gründete im Herbst 1918 den SPD-Ortsverein, der am 4. Januar 1919 offiziell bestätigt wurde.

Bis 1933 war Karl Holland dessen Vorsitzender, Stadtverordneter, Beigeordneter und hatte verschiedene Funktionen in der Kreisverwaltung inne. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er verhaftet, kam für drei Monate ins Konzentrationslager und durfte nicht wieder nach Luckau zurück. Er arbeitete ab 1942 bei der Fimag in Finsterwalde. Weitere Schikanen folgten, 1944 wurde er abermals verhaftet, entkam knapp einem Mordanschlag.

In Luckau habe er die örtlichen Volkssturmführer veranlasst, keinen Widerstand zu leisten, sodass die Stadt am 20. April 1945 kampflos an die Rote Armee übergeben wurde. Die sowjetische Kommandantur setzte ihn als Bürgermeister ein, er wurde zum Landrat berufen und 1946 wieder abgesetzt, nachdem er gegen die Vereinigung von KPD und SPD gestimmt hatte, wie Marina Gadomski weiter ausführte.

Ein Antrag der SPD-Fraktion, seine Ruhestätte als Ehrengrab zu widmen, war im vorigen Jahr abgelehnt worden. Es standen Vorwürfe im Raum, Karl Holland könnte sich in seiner Zeit als Bürgermeister im Jahr 1945 an Kunst bereichert haben. „Nach den ausführlichen Recherchen durch die Mitarbeiterinnen des Niederlausitz-Museums gibt es dafür keine Anhaltspunkte“, erklärte Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Darüber werden demnächst die Stadtverordneten informiert, fügte er an.