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| 12:41 Uhr

Die Ersten im Landkreis
Feuerwehr macht Knirpsen Spaß

Geschick, Wissen und Ausdauer waren an zehn Stationen beim Teamtag gefragt.
Geschick, Wissen und Ausdauer waren an zehn Stationen beim Teamtag gefragt. FOTO: Birgit Keilbach
Golssen. Vor zehn Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Golßener Kidswehr.

Die Gründung der Kidswehr ist eine Erfolgsgeschichte für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt. Sie begann vor zehn Jahren. „Wir hatten in unserer Jugendfeuerwehr nur noch drei Jugendliche und große Nachwuchssorgen“, sagt Stefanie Brost. Mit fünf Kindern ab fünf Jahren begann sie, die Kidswehr aufzubauen. Im Süden des Landkreises Dahme-Spreewald war die Golßener Wehr die erste, die diesen neuen Weg der Nachwuchsgewinnung ging. Die Amtsverwaltung im damaligen Amt Golßener Land sei skeptisch gewesen. „Wir hatten sie sozusagen überrumpelt mit unserer Entscheidung“, blickt die Kidswehrwartin zurück.

Doch sie sollte sich als gut erweisen. Der Andrang auf die Kinderwehr stieg von Jahr zu Jahr, die Kapazität von maximal 15 Mitgliedern war schnell erreicht. Bald gab es eine Warteliste – bis heute. „20 Kinder stehen dort aktuell drauf, manche Eltern melden sie schon an, wenn sie gerade geboren wurden“, sagt Stefanie Brost. Gemeinsam mit  Bianca Huhnholz, Franziska Haberland und Cindy Jess betreut sie die Jüngsten. Sie kommen auch aus Altgolßen, Zützen, Drahnsdorf, Falkenhain und weiteren Dörfern der Umgebung.

50 Kinder haben laut Stefanie Brost in den vergangenen zehn Jahren das Feuerwehr-ABC in der Kidswehr erlernt. Die gezielte Arbeit hat sich ausgezahlt. „Heute zählt unsere Jugendfeuerwehr 22 Mitglieder, und wir haben keine Nachwuchsprobleme mehr“, sagt Jugendwehrwartin Sabrina Hafenmayer.

Zudem wechselten inzwischen die ersten zu den Erwachsenen. Florian Schmock sei bereits seit zwei Jahren dabei, Paul Schulz folge im Sommer „und für das kommende Jahr haben wir drei weitere Jugendliche in Aussicht“, blickt die stellvertretende Ortswehrführerin Sandra Franz optimistisch in die Zukunft. 33 Mitglieder zähle die aktive Wehr aktuell.

Ein Selbstläufer sei die frühzeitige Heranführung der Kinder an die Feuerwehr jedoch nicht. Denn in Golßen gibt es mit dem Sport- und dem Karnevalsverein zwei große Vereine, die gleichfalls ein interessantes und sinnvolles Hobby bieten. „Um die Großen zu begeistern, müssen wir uns immer etwas einfallen lassen, die Ausbildung entsprechend den Altersgruppen gestalten“, erläutert Sandra Franz. Die Älteren bekämen schon früh Verantwortung für die Jüngeren übertragen, das voneinander Lernen funktioniere gut.

So ist es auch beim Teamtag zum Jubiläum am Samstag. Jeweils ein Kidswehr- und ein Jugendwehr-Mitglied bilden ein Team. Zehn Stationen haben sie zu absolvieren. Geschick, Wissen und gegenseitige Unterstützung müssen sie beim Löschen, Schlauchkegeln, Erster Hilfe, Wasserbomben treffen und weiteren Aufgaben unter Beweis stellen. Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz.

Jarand Köhler und Silas Förster sind ein solches Team. Der zehnjährige Jarand ist seit letztem Sommer in der Jugendwehr. „Ich habe schon gelernt, wie die Schläuche heißen und wie ein Löschangriff geht.“ Dem siebenjährigen Silas macht die Kidswehr Spaß. „Man findet neue Freunde und ich habe schon Erste Hilfe gelernt“, erzählt der Schäcksdorfer. Zu Hause übe er auch mit seinem Papa für die Feuerwehr. „Wir können hier viele Sachen mit Wasser machen“, erklärt der achtjährige Leon Jess, warum er gern in der Kidswehr ist. Zoe Bogula von der Jugendwehr ist seine Teampartnerin. „Es ist schön, anderen Leuten zu helfen, die in Not sind und wir haben schon gelernt, dass die Schläuche A,B,C,D heißen.“ Lilly Wollin ist glücklich, dass sie in der Kidswehr schon vieles gelernt hat. „Da weiß ich jetzt in der Jugendwehr schon etwas mehr und stehe nicht ratlos da“, sagt die Zehnjährige.