| 02:41 Uhr

1,0 für Luckauer Abiturienten

Haben Grund, stolz zu sein: Die Luckauer Abiturienten Til Schniese, Leo Strelow und Elisa Schulze (v.l.).
Haben Grund, stolz zu sein: Die Luckauer Abiturienten Til Schniese, Leo Strelow und Elisa Schulze (v.l.). FOTO: D. Friedrich
Luckau. 96 Schüler des Luckauer Bohnstedt-Gymnasiums haben in diesem Schuljahr ihr Abitur bestanden, drei von ihnen mit der Bestnote 1,0. Ein Blick zurück – und in die Zukunft. Daniel Friedrich / dfh

Leicht waren sie wahrlich nicht, die letzten Schulwochen am Gymnasium: Nahezu täglich standen Tests an, Hausaufgaben mussten erledigt und nebenbei schon die Abiturprüfungen vorbereitet werden. Nun sind Elisa Schulze (18), Leo Strelow (18) und Til Schniese (18) glücklich, dass es geschafft ist. Die drei haben vor Kurzem nicht nur ihr Abitur bestanden, sondern die Reifeprüfung auch noch mit einer 1,0 abgelegt.

"Wir haben in der vergangenen Zeit sehr viel gelernt und alles gegeben. Da finde ich es schon gerecht, dass wir jetzt einen freien Sommer vor uns haben", sagt die Luckauerin Elisa Schulze mit Blick auf die nächsten Wochen. Wobei "frei" vielleicht das falsche Wort ist. Denn bis zum Beginn ihres Medizinstudiums im Oktober will Elisa als Fund raiserin arbeiten. Dabei sammelt sie Spenden für gemeinnützige Organisationen. Später möchte sie einmal Fachärztin werden, am liebsten in einer Großstadt.

Auch Leo Strelow gönnt sich nur eine kurze Verschnaufpause. "Im Sommer möchte ich ein Praktikum absolvieren, das mich auf das Studium vorbereitet. Ich habe mich schon für einen Studienplatz im Wirtschaftsingenieurwesen in Dresden beworben", erzählt der Rietdorfer. Während der stressigen Abizeit habe er einen Ausgleich beim Klavier- und Orgelspielen sowie im Judotraining gefunden. Dass bei ihm letztlich eine 1,0 auf dem Zeugnis steht, habe er sich in den letzten Schulwochen bereits ausgerechnet.

Überrascht dagegen war Til Schniese über das sehr gute Abschneiden. Ihn zieht es ab Herbst von seinem Heimatort Wildau-Wentdorf nach Potsdam: Am Hasso-Plattner-Institut wird er Informatik studieren. "Ich war schon beim Info-Tag auf dem Campus und bin von den Möglichkeiten dort überzeugt. Mir gefällt die Kooperation mit dem Softwarekonzern SAP und es gibt viele Start-Ups, durch die man schnell Praxiserfahrungen sammeln kann", freut sich der 18-Jährige und hofft, dann auch wieder regelmäßig Fußball spielen zu können. Das musste er während des Abiturs aufgeben.

In Erinnerung bleiben werden den Abiturienten die Projektfahrt nach London, die Motto-Verkleidungswoche und das Karnevalsprogramm in der 11. Klasse, natürlich am 11.11. "Sicherlich hat uns die Schule viel mehr als nur den Unterrichtsstoff mit auf den Weg gegeben. Das wird uns erst später so richtig bewusst werden", meint Leo Strelow, der wie auch die anderen beiden gern für ein Semester im Ausland studieren würde.

Übrigens: Die Querelen um die diesjährigen Matheabitur-Prüfungen haben die drei Schüler nicht aus der Ruhe gebracht. Sie haben die Prüfung nicht mehr wiederholt - eine gute Entscheidung, wie sich am Ende zeigte.

Zum Thema:
Elisa, Leo und Til gehören zu den 233 Brandenburger Schülern, die das Abitur mit einer 1,0 bestanden haben. Das sind rund 2,4 Prozent aller Brandenburger Abiturienten. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch knapp 0,8 Prozent. Sind die Prüfungen heutzutage leichter geworden? Oder die Brandenburger Schüler einfach schlauer? Das Bildungsministerium will sich auf keine Spekulationen einlassen, kann aber auch keine Gründe für die gestiegenen Zahlen nennen. "Wir freuen uns einfach", kommentiert Ministeriumssprecherin Antje Grabley die Ergebnisse.Insgesamt haben in diesem Schuljahr 9 656 Prüflinge in Brandenburg das Abitur bestanden. Die landesweite Durchschnittsnote beträgt 2,3. (dfh)