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| 14:05 Uhr

Ostsee-Flutung und Sulfatgehalt der Spree
Leag hält geplante Klage gegen Ostsee-Flutung für unbegründet

Das Einlaufbauwerk am künftigen Cottbuser Ostsee
Das Einlaufbauwerk am künftigen Cottbuser Ostsee FOTO: Leag
Cottbus. Wird die Flutung des Ostsees den Sulfatgehalt der Spree erhöhen? Die Frankfurter Wasserbetriebe befürchten das und wollen deshalb klagen. Die Leag, die den Ex-Tagebau fluten will, widerspricht.

Das Lausitzer Bergbauunternehmen Leag hält eine angekündigte Klage der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH (FWA) in Frankfurt (Oder) gegen die geplante Flutung des Cottbuser Ostsees für „absolut unbegründet“. Durch das Flutungsmanagment des Sees werde der Sulfatgehalt der Spree nicht erhöht, wie von der FWA befürchtet, sondern sogar verringert, so der Chef-Geotechniker der Leag, Ingolf Arnold. Gutachten, die Teil des laufenden wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens für den See seien, würden das belegen.

Danach hätten sowohl die Flutung des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord als auch die Ausleitung von Seewasser keinen Einfluss auf den Sulfatgehalt der Spree. Mit der endgültigen Abschaltung der noch laufenden Entwässerungspumpen des stillgelegten Tagebaus werde die über die Malxe in die Spree geleitete Sulfatbelastung sogar zurückgehen. Eine möglichst schnelle Flutung wirke sich außerdem, so Arnold, positiv auf die Seewasser-Qualität aus und damit auch auf das Wasser, was ausgeleitet werde.

Die Leag ist Projektträger der Umwandlung der Ex-Grube in einen See und arbeitet seit 2016 an der Herstellung der Flutungsbereitschaft. Nach Angaben des Bergbaubetreibers hätten außerdem regelmäßige Messungen des Landesumweltamtes ergeben, dass die Sulfatbelastung der Spree seit 2015 gesunken sei.

Das Frankfurter Wasserunternehmen hatte am Dienstag angekündigt, gegen den zum Jahresende erwarteten Planfeststellungsbeschluss für den Ostsee juristisch vorzugehen, weil dadurch eine höhere Sulfatbelastung des Trinkwassers in Frankfurt (Oder) zu erwarten sei. Die Frankfurter Wassergesellschaft muss zur Trinkwassergewinnung neben Grundwasser auf Spreewasserinfiltration zurückgreifen. Das Unternehmen beklagt seit Jahren eine steigende Belastung des Flusswassers und damit auch des produzierten Trinkwassers. Das Sulfat stammt aus dem aktiven Bergbau und dem Rekultiivierungsgebiet des Altlastbergbaus in der Lausitz.

(sim)