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Verfahren gegen Hartz-IV-Anwalt
Neue Anklage gegen Hartz-IV-Anwalt

Rechtsanwalt Thomas Lange aus Calau hat mit massenweisen Hartz-IV-Klagen für Schlagzeilen gesorgt. Schon bald muss er selbst mit einer neuen Anklage rechnen.
Rechtsanwalt Thomas Lange aus Calau hat mit massenweisen Hartz-IV-Klagen für Schlagzeilen gesorgt. Schon bald muss er selbst mit einer neuen Anklage rechnen. FOTO: Ch. Taubert/ / LR
Brandenburg/Havel. Anwaltsgerichtshof hatte Berufsverbot gegen Lausitzer wegen Verfahrensfehlern gekippt. Von Simone Wendler

Die Generalstaatsanwaltschaft Brandenburg will erneut Anklage gegen den Lausitzer Rechtsanwalt Thomas Lange erheben. Das kündigte auf Nachfrage die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Müller-Lintzen an. Die Anklagebehörde wirft Lange vor, in schwerem Umfang gegen Kernbereiche des anwaltlichen Berufsrechtes verstoßen zu haben.

Das Anwaltsgericht hatte im Dezember nach dreitägiger Beweisaufnahme die Vorwürfe als erwiesen erachtet und Lange mit einem vorläufigen Berufsverbot belegt. Der Lausitzer Rechtsanwalt soll sich in zahlreichen Fällen nicht korrekt bei der Auftragserteilung, bei der Sachprüfung und bei der Verfahrensführung im Interesse der Mandanten verhalten haben. Wegen eines Formfehlers bei der Eröffnung des Verfahrens vor dem Anwaltsgericht wurde das Urteil in der zweiten Instanz am Anwaltsgerichtshof vor zehn Tagen wieder aufgehoben. Da dort keine inhaltlichen Fragen behandelt wurden, kann die Generalstaatsanwaltschaft das Verfahren vor dem Anwaltsgericht mit einer neuen Anklageschrift erneut starten.

Lange hatte seit seiner Zulassung 2010 von sich reden gemacht, weil er gegen Tausende Hartz-IV-Bescheide Klagen und Beschwerden einreichte. Er geht gegen jeden Bescheid vor, den seine Mandanten erhalten.

Langes Geschäftsmodell führte zu Verfahrensbergen, die das Sozialgericht Cottbus und das Jobcenter Oberspreewald-Lausitz an den Rand der Arbeitsfähigkeit brachten. Einen Teil seiner erfolgreichen Klagen und Beschwerden betreffen Formfehler und Fristversäumnisse.