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| 13:13 Uhr

Landgericht Cottbus
Drogengeschäfte und Cannabiszucht

Prozessbeginn am  Landgericht Cottbus. Patrick B.(Mitte) soll mit Rauschgift gedealt und eine Cannabisplantage betrieben haben.
Prozessbeginn am Landgericht Cottbus. Patrick B.(Mitte) soll mit Rauschgift gedealt und eine Cannabisplantage betrieben haben. FOTO: LR Medienverlag / Wendler
Cottbus/Halbe. Ist Patrick B. ein Drogendealer und Cannabis-Züchter? Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität in Frankfurt (Oder) ist davon überzeugt. Der Prozess gegen B. vor dem Landgericht Cottbus wird vermutlich lange dauern. Von Simone Wendler

Neben den Ergebnissen einer Durchsuchung in Halbe (Landkreis Dahme-Spreewald), sind es vor allem Abhörprotokolle von Telefongesprächen auf die sich die Anklagebehörde stützt. Danach soll der 41-jährige Angeklagte mehrfach über den Ankauf größerer Mengen Kokain und Amphetamine mit anderen verhandelt und auch Rauschgift erworben haben.

Außerdem wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, auf dem Grundstück seiner Mutter in Halbe eine Cannabisplantage mit 600 Pflanzen eingerichtet und betrieben zu haben. Bei der Durchsuchung im vorigen August wurde dort auch mehr als ein Pfund geerntetes Rauschgift gefunden. Seit diesem Zeitpunkt sitzt Patrick B. auch in der JVA Cottbus-Dissenchen in Untersuchungshaft.

Der erste Verhandlungstag gegen ihn war nach gut einer Stunde beendet. Denn B., der zwei Rechtsanwälte zur Verteidigung an seiner Seite hat, sagte nicht all zu viel zu den Vorwürfen der Anklage. Mehrere Punkte weist er entschieden von sich, zu einem will er lieber gar nichts sagen.

Nähere Angaben macht er lediglich zu der Cannabiszucht. Doch dabei will er nur eine unbedeutende Nebenrolle gespielt haben. Ein Bekannter habe seine Cannabisplantage erweitern wollen, aber keinen Platz gehabt. Deshalb habe der Mann ihn gefragt, so Patrick B., ob er nicht seine Scheune dafür anmieten könne. Er habe zugestimmt, so der Angeklagte:“ Ich habe dann alles hergerichtet, so dass er mit seiner Arbeit loslegen konnte.“

Beispielsweise habe er Tische mit Aussparungen für 220 Pflanzentöpfe hergestellt. Auch habe er Technik für die Plantage für seinen Bekannten aus Berlin abgeholt. In der zur Cannabisgärtnerei umgebauten Scheune will Patrick B. nur zwei mal gewesen und dabei nur fünf Mutterpflanzen gesehen haben, aus denen Stecklinge geschnitten werden.

Ob und wie viel da geerntet wurde und wie der Ertrag verkauft wurde, davon will B. nichts gewusst haben: „Ich war nur der Handwerker und habe die Scheune zur Verfügung gestellt“, versichert er. Von seinem Bekannten habe er dafür monatlich eine Miete von 200 bis 300 Euro bekommen, in bar.