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Prozessbeginn am Landgericht
Brutaler Doppelmord vor Cottbuser Landgericht 

Cottbus. Von Simone Wendler

Heute beginnt am Landgericht Cottbus der Prozess gegen einen 34-Jährigen, der im Abstand von zwei Tagen auf brutale Weise zwei Menschen getötet haben soll, um sie auszurauben. Das laut Anklage erste Opfer war ein 65-Jähriger aus Finsterwalde. Er starb durch 25 Schläge mit einem harten Gegenstand auf den Kopf. Drei Tage später fand ihn sein Sohn in dessen Haus. Der mutmaßliche Täter, der damals in Lauchhammer wohnte und drogenabhängig sein soll, hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch schon nach Berlin abgesetzt und dort laut Anklage erneut einen Menschen  getötet. Auch hier soll er mit äußerster Brutalität vorgegangen sein. Er versetzte seinem Opfer 25 Stiche in Kopf und Oberkörper.

Der in einer Grünanlage im Berliner Stadtteil Britz getötete Mann war ein 31-jähriger drogenabhängiger Syrer. Er war erst seit November 2016 in Deutschland und als Kleindealer unterwegs. Wie später bekannt wurde, hatte er vorher schon 15 Jahre in Belgien gelebt.

In Deutschland hatte sich der Syrer in Frankfurt (Oder) als Flüchtling registrieren lassen. Deshalb war nach dem Fund seiner Leiche der Verdacht aufgekommen, es könnte sich um einen fremdenfeindlich motivierten Mord handeln.

Die Staatsanwaltschaft Berlin setzte 5000 Euro Belohnung für Hinweise auf den Täter aus. Der Fall war Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“.

Auf die Spur des jetzt in Cottbus angeklagten mutmaßlichen Doppelmörders kamen die Ermittler jedoch relativ schnell durch Zufall. Nur eine Woche nach dem Fund des toten Syrers wurde sein mutmaßlicher Mörder bei einem Ladendiebstahl in Neukölln erwischt und festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt wurde nach dem Mann schon von der Cottbuser Staatsanwaltschaft wegen der Ermordung des Finsterwalder Rentners gefahndet.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen der Cottbuser Mordkommisssion fielen  Überschneidungen mit dem Berliner Verbrechen in Britz auf. In Zusammenarbeit mit dem LKA Berlin konnte dann nachgewiesen werden, dass der Gesuchte sich nach dem Mord in Finsterwalde in der Drogenszene um den Tatort aufgehalten hatte und den getöteten Syrer kannte. Die Berliner Ermittlungen wurden nach Cottbus abgegeben und von der hiesigen Staatsanwaltschaft  gemeinsam mit dem Finsterwalder Fall zur Anklage gebracht. Für die heute beginnende Verhandlung vor der Schwurgerichtskammer des Landesrichtes Cottbus sind zunächst Termine bis Jahresende festgelegt. Es ist jedoch mit einer deutlich längeren Prozessdauer zu rechnen.