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| 18:24 Uhr

Wasserverlust in Lausitzer Seen
Bergamt stellt Plan zur Seenrettung vor

Wann steigt endlich wieder der Wasserspiegel im Pinnower See? Für Uwe Kruschel, Pächter des Campingplatzes am See, ist das ein Riesenproblem. Foto: Silke Halpick
Wann steigt endlich wieder der Wasserspiegel im Pinnower See? Für Uwe Kruschel, Pächter des Campingplatzes am See, ist das ein Riesenproblem. Foto: Silke Halpick FOTO: Halpick
Cottbus. Das Konzept basiert auf Vorschlägen der Leag. Gewässer am Tagebau Jänschwalde sind betroffen.

Viele Einwohner und Kommunalpolitiker im Spree-Neiße-Kreis warten seit Wochen mit Spannung auf diesen Termin. Am kommenden Donnerstag wird um zwölf Uhr im Brandenburger Landesbergamt in Cottbus öffentlich ein Konzept vorgestellt, mit dem vier beliebte Bade- und Naherholungsgewässer nahe des Tagebaus Jänschwalde vor einem weiteren Austrocknen gerettet werden sollen. Die Maßnahmen beruhen auf Vorschlägen, die auf Anforderung des Umweltministeriums durch den Bergbaubetreiber Leag kürzlich vorgelegt wurden.

Vor der öffentlichen Informationsveranstaltung, zu der jeder Interessierte willkommen ist, treffen sich  die Mitglieder einer im Januar beim Umweltministerium gebildeten Arbeitsgruppe noch mal zu einer Beratung. Die anschließend präsentierten Vorschläge zur Stabilisierung von Großsee, Kleinsee, Deulowitzer See und Pinnower See sind das Ergebnis ihrer Arbeit. Mitglied des Gremiums ist neben Umweltministerium, Landesbergamt und anderen Behörden auch die Leag, die den Tagebau Jänschwalde betreibt.

Die Seen, um die es geht, liegen nördlich dieses Tagebaus und verlieren seit mehr als zehn Jahren Wasser. Der Pinnower See hat sich dadurch schon geteilt. An dem See befinden sich 550 Bungalow-Parzellen und ein Campingplatz. Auch am Großsee gibt es viele Camper.

Die Leag hatte sich bisher für den Rückgang des Wasserspiegels im Pinnower See jedoch ebensowenig verantwortlich gefühlt wie für den Groß- und den Kleinsee. Das Unternehmen argumentierte damit, dass der vom Bergbau verursachte Grundwasser-Absenkungstrichter erst jetzt die Seen erreicht.

Das Brandenburger Umweltministerium hatte jedoch schon im Dezember 2017 eingeräumt, dass der Bergbau neben anderen möglichen Ursachen an den sinkenden Wasserständen nicht unschuldig sei. Andere Faktoren, die eine Rolle spielen können, sind laut Landesbergamt viele regenarme Monate und große Hitzeperioden, die in den vergangenen Jahren aufgetreten sind.

Um mehr über die Ursachen des Wasserverlustes in den Seen zu erfahren, wurden zusätzliche geologische Untersuchungen veranlasst. Die Leag hat ihr Netz an Messpegeln zur Überwachung des Grundwasserstandes in Tagebaunähe erweitert. Bei der Präsentation der geplanten Stützmaßnahmen für die Gewässer werden vermutlich auch die dafür nötigen Genehmigungsverfahren eine Rolle spielen.

Je nachdem, wie umfangreich und kompliziert diese Genehmigungen sind, um so länger wird es dauern, bis die Hilfe bei den Seen ankommt. Die sollen durch die Stützmaßnahmen auf den Wasserstand von 2010 gebracht werden.

Dass die Leag durchaus in der Lage ist, einem unter Wasserverlust leidenden Gewässer zu helfen, zeigt der Pastlingsee. Der geriet schon 2015 in den Bereich der Grundwasserabsenkung durch den Tagebau Jänschwalde. Inzwischen leitet die Leag aufbereitetes, gehobenes Grundwasser in den See. Dafür kommt die Leag finanziell auf. Wer die neuen Maßnahmen für die anderen Seen bezahlt, ist noch offen.