(skl) Der „Tag des Bergmanns und des Energiearbeiters“ am ersten Juli-Sonntag ist zu DDR-Zeiten einer der wichtigsten Tage in der Lausitz gewesen. Da es heute aktive und viele ehemalige Bergleute im Lausitzer Revier und in Schwarze Pumpe gibt, feiern sie ihren Ehrentag im Irish Pub „Black Raven“ Hoyerswerda, in Knappenrode und anderswo.

Die Spremberger Bläsergilde begrüßte am Sonntag musikalisch die Gäste, die nicht nur Mitarbeiter im Gaskombinat Schwarze Pumpe (GSP) gewesen waren. Der Traditions- und Förderverein „Glückauf Schwarze Pumpe“ beteiligte sich im „Black Raven“ mit einer Ausstellung. Die Schautafeln dokumentieren die Entwicklung des GSP, sagt Vorstandsmitglied Eberhard Friese. Im Blickpunkt stand dieses Jahr das Gaswerk, weil es die Stadtgasproduktion vor 55 Jahren aufgenommen hat und die Kokerei, die ab 1969 Braunkohlehochtemperatur (BHT)-Koks herstellte.

Eberhard Friese gehörte wie Wolfgang Zudolski zu den gut tausend Mitarbeitern dieses Betriebsteils. Rund um die Uhr wurden neun Ofeneinheiten gefahren. 1979 erfolgte die Inbetriebnahme der zehnten und letzten, erzählt der ehemalige Schichtleiter Zudolski. Wegen der damaligen Energiekrise und des kalten Winters 1978/79 wurde mehr BHT-Koks gebraucht, war die Begründung. Da viel ins Ausland verkauft wurde, konnte der Bedarf im Inland nicht gedeckt werden.

Am 21. September ab 15 Uhr können alle ehemaligen Koker ins Jugendclubhaus „Ossi“ zum 6. Kokertreffen kommen, um sich an die Zündung des ersten Ofenblocks vor 50 Jahren zu erinnern. Anmeldungen sind bei Wolfgang Zudolski (0152 284 71 544) und Günther Kirsch (03571 411 896) möglich.

Der Traditionsverein hatte zum Bergmannstag einen Verkaufsstand mit Originalgegenständen aus GSP-Zeiten und neuen Broschüren aufgebaut. Diese schreiben Vereinsmitglieder über das Gaskombinat, Hoyerswerda als Wohnstadt  und den Wandel am Industriestandort Schwarze Pumpe bis heute, sagt Eberhard Friese. Aus der letztjährigen Ausstellung des Vereins zum Jubiläum „750 Jahre Hoyerswerda“ entsteht jetzt das neueste Buch. Es heißt „1953 – 2018 Das Neue Hoyerswerda und der Industriestandort Schwarze Pumpe – 65 Jahre eine industrielle und soziale Einheit im Lausitzer Seenland“, sagt der Hauptautor und Vorstandsmitglied Dr. Günter Seifert. Beleuchtet wird das Wachsen des GSP, der Aufbau der Neustadt, der Umbruch an beiden Standorten bis 1995, die Neuorientierung in der Region, die Schaffung des Lausitzer Seenlandes und der anstehende Strukturwandel.