| 18:17 Uhr

Hoyerswerda
Zwischen Klinik und Jamaika-Flair

Prof. Dr. Gernot Richter, Geschäftsführer des Augen-MVZ Lausitz, hat am Freitag und Samstag Augenärzte aus Deutschland, Österreich und Osteuropa zu Gast. Mit seinem WetLab können junge Ärzte Operationen üben.
Prof. Dr. Gernot Richter, Geschäftsführer des Augen-MVZ Lausitz, hat am Freitag und Samstag Augenärzte aus Deutschland, Österreich und Osteuropa zu Gast. Mit seinem WetLab können junge Ärzte Operationen üben. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Im Hoyerswerdaer Augen-MVZ bildet der Chef in einem Haus Augenärzte aus ganz Deutschland weiter. Im Gebäude daneben entsteht ein neues jamaikanisches Restaurant. Von Sascha Klein

Am Freitag und Samstag stehen ausnahmsweise einmal nicht die Patienten im Augen-MVZ (amvz) im Mittelpunkt, sondern die Augenärzte selbst. Geschäftsführer Professor Gernot Richter hat junge Mediziner aus Deutschland, Österreich und Osteuropa gewonnen, die sich von ihm in Hoyerswerda fortbilden lassen. Für den Standort Hoyerswerda ist das eine Premiere. Im Mittelpunkt der Fortbildung steht eine besondere Technik: das WetLab. Mit diesen Geräten können die Ärzte selbst Operationen an Schweineaugen durchführen. Zuvor haben sie mithilfe von Vorträgen und Live-Chirurgie die theoretischen Grundkenntnisse kennengelernt. Für diese Fortbildungen, sagt Richter, habe er sowohl 3D-Mikroskope als auch 3D-Technik bei der Wiedergabe der Bilder angeschafft. Wie der Augenspezialist betont, sei diese Technik in Deutschland noch sehr selten. Das MVZ habe mehrere zehntausend Euro darin investiert.

Wieso das Augen-MVZ diese Fortbildung anbietet? „Wir haben die Kompetenz, Lehrveranstaltungen für Chirurgie anzubieten“, sagt Richter. Seinen Angaben zufolge hat er schon mehr als 30 000 Linsen-OPs und 20 000 Netzhaut-OPs durchgeführt. Seine Erfahrung: 13 Jahre Chefarzt und zehn Jahre Geschäftsführer und Ärztlicher Leiter des Augen-MVZ. Mit dieser zweitätigen Veranstaltung will Richter nicht nur für sich werben, sondern auch für die Region. „Wir wollen versuchen, Fachärzte in die Region zu holen, um hier den Versorgungsnotstand zu lindern“, sagt Richter im Gespräch mit der RUNDSCHAU.

Richter hat mit dem Augen-MVZ in Hoyerswerda einen kleinen Leuchtturm in Sachen medizinischer Versorgung geschaffen. Insgesamt habe das Unternehmen knapp zehn Millionen Euro in den Standort in der Liselotte-Herrmann-Straße investiert. Neben der Augenklinik arbeitet noch ein Augenarzt, eine Kinderärztin sowie ein Allgemeinmediziner in dem Gebäudekomplex. Eine Praxis sei noch frei - laut Richter laufen bereits Gespräche.

Ein Blick auf die Bar: Das neue Restaurant soll laut Richter schon Ende November in der Herrmann-Straße eröffnet werden.
Ein Blick auf die Bar: Das neue Restaurant soll laut Richter schon Ende November in der Herrmann-Straße eröffnet werden. FOTO: Sascha Klein / LR

Eine echte Überraschung hat Gernot Richter bisher unter Verschluss gehalten. Im RUNDSCHAU-Gespräch lüftet er das Geheimnis: Im Obergeschoss des Neubaus, direkt gegenüber der VBH-Arena, entsteht ein riesiges jamaikanisches Restaurant mit Bar. Es hat 136 Plätze und soll Ende November eröffnet werden. Richters Ehefrau, die Jamaikanerin ist, wird Geschäftsführerin. Das Restaurant hat auch schon einen Namen: „All Jerk Empire“. Das Logo hat Richter selbst entworfen. Es zeigt die jamaikanische Flagge, Kolibris, Hibiskusblüten und Rasta-Tiger. Im Restaurant, das ursprünglich als Caféteria für das Augen-MVZ gedacht gewesen ist, soll schon bald jamaikanisch gekocht und gegessen werden. Caféteria bleibt es tagsüber trotzdem.

Eine Hauptattraktion: Fleisch vom Jerk-Grill. Diese Art der Zubereitung sei Grillen mit relativ niedriger Temperatur im Rauch des Piment-Holzes, sagt Richter. Original jamaikanisch. „Das kommt dem deutschen Geschmack ziemlich nah“, betont der Mediziner. „Die Deutschen sind ja auch eine Grill- und Räuchernation.“ Doch Richter setzt auch auf Vegetarisches und Veganes. So sei das in Jamaika, sagt er. Köchin wird eine Tornoerin, die bereits auf Kreuzfahrtschiffen hinter dem Herd gestanden hat.

Die Restaurant-Einrichtung ist bereits fertig. Sie orientiert sich an dem kolonialen Stil der Briten und an verschiedenen bekannten Hotelanlagen in Jamaika. Auf sie wird in den Bereichen hingewiesen. Gernot Richter ist sich sicher, dass er mit jamaikanischem Essen und einem relaxten Umfeld punkten kann. Ab und zu soll es auch Live-Bands und Karaoke geben.