| 10:59 Uhr

LR vor Ort
Zwischen Erfolgsstory und Sorgen um die Kita

Erfolgsgeschichte Krabatmühle - was kann das Dorf Schwarzkollm für seine derzeit aktuellen Probleme daraus lernen? Ortsvorsteher Peter Michala (l.) und Geschäftsführer Tobias Zschieschick diskutieren im RUNDSCHAU-Podium mit.
Erfolgsgeschichte Krabatmühle - was kann das Dorf Schwarzkollm für seine derzeit aktuellen Probleme daraus lernen? Ortsvorsteher Peter Michala (l.) und Geschäftsführer Tobias Zschieschick diskutieren im RUNDSCHAU-Podium mit. FOTO: Catrin Würz / LR
Schwarzkollm. Die RUNDSCHAU kommt mit ihrem Leser-Stammtisch „LR vor Ort“ am 23. November nach Schwarzkollm.

Auf ihre Krabatmühle sind die Einwohner von Schwarzkollm besonders stolz. Zu Recht. Denn innerhalb von zehn Jahren entstand am Koselbruch ein einzigartiges Gebäudeensemble, das als Ausflugsziel und Veranstaltungsort inzwischen fast 40 000 Besucher jährlich anlockt.

Weil viele im Dorf gemeinsam die Ärmel hochgekrempelt haben und am gleichen Strang zogen, konnte das Erfolgsprojekt mit der Hilfe vieler Partner und Unterstützer gelingen. „Es ist gut, dass es die Mühle gibt“, sagt auch Ortsvorsteher Peter Michala. Denn sie ist ein wichtiger Ort, um die sorbischen Traditionen, das Brauchtum und die Heimatverbundenheit der Schwarzkollmer pflegen zu können. „Hier ist der Ort, an dem wir das alles leben können“, so Michala.

Die Krabatmühle ist Aushängeschild und Erfolgsgeschichte für Schwarzkollm zugleich. „Und die Euphorie und Begeisterung vieler Einwohner, die uns weiter unterstützen, ist noch immer groß“, bestätigt auch Geschäftsführer Tobias Zschieschick. Im vergangenen Jahr hatte der Geschäftsumfang des Erlebnisareals allerdings eine solche Größenordnung angenommen, dass man vom reinen Vereinsbetrieb in die Bewirtschaftung durch eine gemeinnützige Krabatmühle GmbH wechselte. Immerhin 13 fest angestellte Mitarbeiter sind gegenwärtig hier beschäftigt. Bilanz und Ausblick der Mühle für das kommende Jahr werden nunmehr auch Thema des vierten RUNDSCHAU-Stammtisches „LR vor Ort“ sein, der am 23. November in Schwarzkollm stattfinden wird.

Die Schwarzkollmer Erfolgs­story rund um die Mühle ist das eine. „Doch das heißt nicht, dass es nicht auch Probleme in Schwarzkollm gibt“, sagt der erst vor ein paar Wochen in sein Amt gewählte Ortsvorsteher Peter Michala. Große Sorgen machen sich die Familien aus dem Dorf um die Kindertagesstätte „Krabat“. Die räumlichen Bedingungen der Kita, die sich zusammen mit einer Arztpraxis und Wohnungen im David-Traugott-Kopf-Haus befindet, entsprechen nämlich ganz und gar nicht mehr den Anforderungen an moderne Kinderbetreuung. Schon seit Jahren pochen die Eltern auf die Änderung der veralteten Zustände. Verwinkelte Gruppenräume auf mehreren Etagen, die nur über einen auch von den Wohnungsmietern genutzten Flur erreichbar sind, stören die Eltern. Zeitweilig platzte die Kita mit 38 Plätzen zudem aus allen Nähten. „Wir wünschen uns einen Kita-Neubau in der Ortsmitte, mit modernen Bedingungen“, sagt Ortsvorsteher Peter Michala. Stärkstes Argument: Der Ortsteil Schwarzkollm ist einer, der momentan stetig wächst. Zwar in sehr kleinen Schritten, aber entgegen dem sonstigen Trend.

Rechtzeitig zu der durch die Stadt beauftragten Überarbeitung der ­Hoyerswerdaer Kita-Standortanalyse haben sich die Schwarzkollmer mit ihren Sorgen nun im Rathaus in Erinnerung gebracht. Eltern und Kinder haben die Verwaltungsspitze und die Stadträte zu einem Vor-Ort-Termin am 16. November in ihren Kindergarten eingeladen. „Es ist unser drängendstes Problem, das uns umtreibt und das wir lösen möchten“, erklärt der 60-Jährige.

Ob Krabats Zauberkräfte dafür mobilisiert werden können, weiß man nicht. Ortsvorsteher Peter Michala hofft jedoch, dass zumindest das Engagement und das Zusammenstehen der Dorfgemeinschaft für die Lösung des Kita-Problems hilfreich sind. Ein Kita-Neubau soll nicht nur ein Wunschtraum bleiben. Viele Erfahrungen haben die Schwarzkollmer über Jahre beim Aufbau der Krabatmühle gesammelt. Kaum jemand habe sich damals vorstellen können, was man erreichen kann. „Wenn wir diesen Schwung und diesen Einsatz auch für ein Kita-Projekt kanalisieren können, wäre das toll.“

Über all dies und viele andere Dinge aus dem Dorfleben möchte  die LAUSITZER RUNDSCHAU auf ihrem nächsten Leser-Stammtisch in Schwarzkollm mit den Einwohnern ins Gespräch kommen. Wie kann das Dorf künftig noch stärker von der Krabatmühle profitieren? Was wünschen sich die Dorfbewohner für die Gemeinschaft im Ortsteil? Solche und ähnliche Fragen werden an diesem Abend im Veranstaltungssaal des neuen Jurij-Brezan-Hauses mit Schauwerkstatt an der Krabatmühle diskutiert. Als Gäste im Podium werden neben dem Ortsvorsteher Peter Michala auch Krabatmühlen-Chef Tobias Zschieschick und ein Vertreter des Dorfclubs Platz nehmen.

Die Moderation des „LR vor Ort“-Abends wird RUNDSCHAU-Reporter Sascha Klein übernehmen. Alle Bürger des Dorfes sind herzlich zum Mitdiskutieren in die Krabatmühle eingeladen.

LR vor Ort - Logo 4c
LR vor Ort - Logo 4c FOTO: LR