| 02:41 Uhr

Zwei Gebäude zum Abriss im Visier

Lauta. Lautas Bürgermeister Frank Lehmann wollte während der Einwohnerversammlung kurz und bündig informieren über die Beratungen zum geplanten Entwurf eines nachhaltigen Gebäudekonzeptes für die Stadt Lauta, das zur Zeit von der Stadtverwaltung erarbeitet wird. Doch gerade Vereine der Stadt machten dem Bürgermeister einen Strich durch die Planungen. Anja Guhlan

Die Stadt, die ein großes Gebäudeportfolio mit rund 80 Gebäuden besitzt, muss an das Thema ran, verdeutlicht Lehmann in seinen rund zehnminütigen Ausführungen.

So wurden laut dem Bürgermeister in der Verwaltung Prioritäten wie Lage und Zustand der zahlreichen Gebäude abgeleitet. Nach diesen und weiteren Parametern setzt sich die Stadt das Ziel, einige der Gebäude an private Investoren zu veräußern oder als zweite Möglichkeit bestimmte Gebäude abzureißen.

"Die erste Priorität liegt immer bei den Veräußerungen", betont Lehmann. Er ist sich bewusst, dass in der Entwurfsliste auch Vereinsgebäude gelistet sind. Deshalb fügt er schnell an: "Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen für Vereine spezielle Lösungen zu finden", verspricht Lehmann, denn er weiß um die vielen Vereinskooperationen der Stadt. Optimistisch schließt er seine Ausführungen ab, als er sagt: "Gemeinsam sind wir stärker. An der einen oder anderen Stelle heißt es vielleicht, enger zusammenzurücken."

Der Vereinsvorsitzende des KSV 69 Lauta, Norbert Renner, der sich nach den Ausführungen zu Wort meldet, ist verwirrt: "Mein Eindruck: Entweder spricht man zu zeitig darüber und die Informationen sind noch nicht soweit oder Sie werden konkreter und sagen uns, was wir als Verein direkt machen können", fordert Renner, der bemerkt, dass sein Verein mit dem Vereinsgebäude am Lautaer Lessingplatz mit auf der entworfenen Abrissliste steht.

Lehmann zuckt zusammen und nennt offen noch ein weiteres mögliches Abrissgebäude: Das "Haus der Begegnung" in Torno. Eigentlich wollte er den Beratungen im Stadtrat im Oktober nicht vorweg greifen, denn nicht alle Stadträte sind darüber informiert. Allerdings haben bereits Beratungen in diversen Ausschüssen stattgefunden oder es wurden auch manche Vereine schon angeschrieben.

Lehmann antwortet Renner, dass zwei mögliche alternative Gebäude in der Diskussion für den KSV 69 stehen: das Vereinsgebäude an der Passauer Straße oder die ehemalige Nordschule. In jedem Fall hieße das, enger zusammenrücken.

Lehmann will zum Schluss optimistisch bleiben: "Gemeinsam sind wir stärker. Jeder kann seine Stärken einbringen", während "wir enger zusammenrücken an der einen oder anderen Stelle."

Zum Thema:
Die ingesamt 80 städtischen Gebäude verursachten im Jahr 2015 etwa 1,6 Millionen Euro an Kosten, und der Planansatz für die Gebäude im Jahr 2016 beläuft sich auf etwa 2,1 Millionen Euro. Die Stadt Lauta hat ein großes Gebäudeportfolio, alle instandzuhalten ist laut der Stadtverwaltung auch finanziell nicht mehr machbar. Laut Lehmann muss die Stadt für alle derzeit 80 städtischen Gebäude und Sporthallen jährliche Zahlungen "von deutlich sechsstelligen Beträgen" zahlen. Deshalb wolle er im Namen der Stadt ein nachhaltiges Gebäude- und Sportstättenkonzept für die Jahre bis 2025 aufstellen. Die Stadt ist auch aufgrund der hohen Gewerbesteuerrückzahlungen verschuldet: Lehmann wirft die Zahl von fünf Millionen Euro in den Raum - obwohl keine neuen Kredite aufgenommen wurden.