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| 14:48 Uhr

Langzeitprojekt Wegeleitsystem
Für Seenland-Wegweiser ist langer Atem nötig

 Rechts geht es zum Seestrand, links in den Familienpark. Ähnlich wie hier an der B 96 bei Großkoschen wollen auch die sächsischen Seenland-Planer die Tourismus-Attraktionen an den großen Straßen ausschildern.
Rechts geht es zum Seestrand, links in den Familienpark. Ähnlich wie hier an der B 96 bei Großkoschen wollen auch die sächsischen Seenland-Planer die Tourismus-Attraktionen an den großen Straßen ausschildern. FOTO: LR / Catrin Würz
Hoyerswerda/Senftenberg. Der Zweckverband Sachsen ringt um eine Ausschilderung des Tourismusgebietes an den Autobahnen und Bundesstraßen. Von Catrin Würz

Wie von unbekannter Hand geleitet direkt zu den schönsten Attraktionen im Lausitzer Seenland rollen? Direkt bis an das Ufer von Geierswalder und Partwitzer See? Das sollen einmal möglichst viele Ausflügler und Touristen tun, die schon an Autobahn und Bundesstraße den Wegweiser dafür finden. Momentan spielt das Seenland in der Ausschilderung an den großen Straßen allerdings noch keine Rolle. „Doch das soll sich ändern“, sagt Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (LSS).

Der sächsische Verband hat sich für dieses Jahr das Wegeleitsystem für den motorisierten Verkehr auf die Agenda gesetzt, genauer gesagt das Teilprojekt Amtliche Beschilderung. „Damit wollen wir entscheidend vorankommen“, so Just. Gute Erfahrungen hat der Verband nämlich im vergangenen Jahr bereits mit seinen neuen Infotafeln für Gäste gesammelt, die ebenfalls ein Teilprojekt des Wegeleitsystems sind. An 34 Standorten im sächsischen Teil des Seenlandes - meist in der Nähe von Parkplätzen oder an Radwegen und touristischen Zielen – hat der Zweckverband  insgesamt 90 Informationstafeln aufgestellt. Diese geben in Text und Bild über den Standort und seine Geschichte, über Sehenswürdigkeiten in der Nähe Auskunft. Und sie sind mit einer Landkarte zur Orientierung versehen. An jedem Standort kann der Gast zugleich über einen QR-Code digitale Angebote nutzen. So können Besucher mit dem eigenen Smartphone die Inhalte der Infotafeln auch auf Sorbisch, Englisch und Tschechisch lesen. „Die Gäste nehmen das gern wahr. Das freut uns, und der doch erhebliche Aufwand für die Tafeln hat sich somit gelohnt“, sagt Daniel Just. Finanziert werden konnte das Projekt mit Geldern aus dem Paragraf 4-Budget.

Nun will man sich also der Ausschilderung an Autobahnen und Bundesstraßen zuwenden. Ein Achtungszeichen für die Region war ja im Jahr 2012 bereits an der Autobahn A 4 gesetzt worden. Damals bekam das Lausitzer Seenland in jede Fahrtrichtung auf der A 4 bei Bautzen und Burkau eine dieser braunen „touristischen Unterrichtungstafeln“, auf denen die Tourismusregion in Form der schwimmenden Häuser symbolisiert ist. Die Schilder gibt es noch immer, aber nun möchte der Zweckverband auch an den Autobahnabfahrten und an großen Bundesstraßenkreuzungen einen Hinweis auf die neu entstandene touristische Seenlandschaft haben.

Das braucht allerdings langen Atem, müssen doch für die Genehmigung solcher Hinweise auf den Straßenwegweisern zahllose Behörden und Ämter ihre Zustimmung geben. „Wir haben einen Planungsstand, der derzeit gerade geprüft wird“, erläutert der Zweckverbandsgeschäftsführer. Sollen die touristischen Ziele auf Schildern mit braunem oder weißem Untergrund ausgewiesen werden? Wie viele und an welchen Straßen sind solche Hinweise sinnvoll? Mehrere Straßenbauämter reden mit.

Das bestätigt Nicole Wernicke vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) in Dresden. Im Lausitzer Seenland gebe es schon länger Bestrebungen zur besseren Ausschilderung, sagt sie. Das überarbeitete Konzept liegt gegenwärtig aber noch bei der unteren Verkehrsbehörde beim Landkreis Bautzen zur Prüfung, bevor es auch in Dresden unter die Lupe genommen wird. In Bautzen hat man mächtig damit zu tun. „Wegen der Vielzahl an Standorten und auszuweisenden Zielen im Landkreis Bautzen erwies sich das Vorhaben als sehr komplex und zeitaufwändig“, teilt Landkreis-Pressesprecher Peter Stange mit. LSS-Geschäftsführer Daniel Just hofft trotzdem, noch in diesem Jahr die ersten Seenland-Wegweiser realisieren zu können.

Im brandenburgischen Teil des ­Seenlandes – am Senftenbeger See – steht das Wegeleitsystem in diesem Jahr zunächst nicht als Schwerpunkt auf dem Plan. „Aber bei allen Dingen, die wir tun, richten wir uns nach dem gemeinsam mit Sachsen abgestimmten Wegeleitkonzept“, sagt Dana Hüttner, Pressesprecherin beim Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg. In Senftenberg waren schon vor mehr als zehn Jahren die Ausschilderungen von Touristenzielen an den Bundesstraßen in Angriff genommen worden. „Und das war damals schon mit großem Aufwand verbunden“, weiß Dana Hüttner noch. Weitere Pläne für neue Wegweiser, zum Beispiel an der Autobahn, gebe es derzeit nicht.

FOTO: LR / Catrin Würz