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| 18:21 Uhr

Hoyerswerda
Zusemuseum zeigt erstmals seine neuen Schätze

Fabian Specht stellt Steffen Markgraf und Henryk Krongraf die neu erworbenen Gemälde vor.
Fabian Specht stellt Steffen Markgraf und Henryk Krongraf die neu erworbenen Gemälde vor. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Heenes-Sammlung konnte durch Spendenaktion erworben werden. Von Katrin Demczenko

Es ist geschafft, freuen sich die Mitarbeiter des Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda (ZCOM), weil sie einen Teil des wertvollen Fundus von Hans Heenes erwerben konnten. Er war ehemals Techniker und Verkäufer in der Zuse KG und reiste in dieser Funktion durch die BRD sowie die DDR, erläuterte der stellvertretende ZCOM-Leiter Markus Matics vergangenen Freitag. An diesem Tag wurden einige der neuen Schätze erstmals Spendern der Crowdfunding-Aktion gezeigt, die auf der Internetplattform 99funken im August und September stattgefunden hat.

Wichtige Dokumente wie der originale Treuhandbericht der Zuse KG von 1967, als die Firma wegen Schulden in Millionenhöhe von der Siemens AG übernommen wurde, sind nun hier, sagte ZCOM-Mitarbeiter Zdenek Dytrt. Für einen Teil des Briefwechsels zwischen Prof. Zuse und dem DDR-Computerpionier Prof. Dr. Ing. Nikolaus Joachim Lehmann aus Dresden gilt das und für Fotos, unter anderem aus der ersten Werkstatt der 1949 im hessischen Neukirchen gegründeten Zuse KG. Die Sammlung künstlerischer Werke von Prof. Dr. Ing. Konrad Zuse konnte um zwei Ölgemälde, einige Drucke und Zeichnungen erweitert werden, informierte der Volontär des Museums Fabian Specht. Die Echtheit aller Kunstobjekte bestätigte Hannelore Zuse, die Tochter des Ingenieurs und Künstlers in einer Person, sagte Markus Matics.

Er erzählte auch, dass sich eine noch unaufgeklärte Geschichte mit einigen Schnittmustern für Kleidung verbindet, die mit dem System 451 ausgeschnitten wurden. Diese Maschine basiert auf dem Zeichentisch Graphomat Z 64, der im ZCOM ausgestellt ist. In den neu erworbenen Unterlagen steht, dass das System 451 in der BRD und der DDR vertrieben wurde. Das Textilkombinat Cottbus gehörte zu den Käufern der weiterentwickelten Z 64, es gibt aber auch einen Hinweis auf ihren Einsatz in Johanngeorgenstadt. Ob und wie das genau war, muss erforscht werden so Matics. Sollte ein Leser etwas dazu wissen, kann er sich im Museum melden.

Unter den Gästen waren der ZCOM-Stiftungsratsvorsitzende Steffen Markgraf und Henryk Krongraf, Filialdirektor der Ostsächsischen Sparkasse Dresden in Hoyerswerda. Krongraf erklärte, dass diese neue Form der Spendensammlung über die Internetseite www.99funken eine Idee seines Unternehmens war. Viele Spender aus Hoyerswerda und der Region haben sich beteiligt und dem Museum geholfen, den Ankauf der 7000 Euro teuren Sammlung zu ermöglichen.

Guido Strelow hatte sich kurz vor dem Abschluss der Spendenaktion beteiligt, weil die Zielsumme noch nicht erreicht war. Nun weilte der Weißwasseraner zum ersten Mal im ZCOM, dessen Entwicklung er schon länger beobachtet.

Denise Mrose und ihr Vater Karl-Heinz Krüger waren auch unter den Spendern und von den Neuerwerbungen begeistert. „Die Stadt hat so ein schönes Museum und Originalexponate von Prof. Zuse gehören nach Hoyerswerda“, fanden beide Gäste.

Fabian Specht stellt Steffen Markgraf und Henryk Krongraf die neu erworbenen Gemälde.
Fabian Specht stellt Steffen Markgraf und Henryk Krongraf die neu erworbenen Gemälde. FOTO: Katrin Demczenko