ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:18 Uhr

Computer-Museum
Computer-Museum startet mit Elan ins Jahr

Andrea Prittmann zeigt einen analog und digital gestalteten Schülerarbeitsplatz in der Ausstellung.
Andrea Prittmann zeigt einen analog und digital gestalteten Schülerarbeitsplatz in der Ausstellung. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Als „akzeptabel“ bezeichnet die Leiterin des Zuse-Computer-Museums die Zahl von 13 000 Besuchern in seinem ersten Jahr. Um sie auszubauen, werden neue spannende Projekte entwickelt. Von Katrin Demczenko

Das Zuse-Computer-Museum ZCOM in Hoyerswerda ist seit knapp einem Jahr in der Bonhoefferstraße 1-3 zu Hause. Das bedeutet für die Einrichtung laut ihrer Leiterin Andrea Prittmann „mehr Platz, mehr Mitarbeiter und mehr Besucher“.

Ihr siebenköpfiges Team und viele ehrenamtliche Helfer vom Verein Konrad-Zuse-Forum Hoyerswerda betreiben die neu geschaffene Dauerausstellung. Diese beleuchtet die Erfindung des ersten programmgesteuerten, frei programmierbaren Computers durch Konrad Zuse und die Entwicklung informationsverarbeitender Technologien weltweit bis zur Gegenwart.

„Bisher sind 13 000 Besucher gekommen“, sagt Andrea Prittmann. Diese Zahl findet sie für das erste Jahr akzeptabel und ausbaufähig. 57 Prozent der Gäste leben im Landkreis Bautzen und in Hoyerswerda. Die anderen kamen aus dem übrigen Sachsen, Deutschland sowie dem Ausland, einige sogar aus den USA, Australien und Südafrika, erzählt die Museumsleiterin.

Die Werbung für das ZCOM unterstützten drei Beiträge im MDR Sachsenspiegel und die regelmäßige Präsenz im Ferienjournal Lausitzer Seenland. Mit dem Achathotel Hoyerswerda ist ein attraktives Kombipaket geschnürt worden, das Übernachtungen mit einem ZCOM-Besuch verbindet. Museumsmitarbeiter informieren Schulen in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz explizit über spezielle Workshops und Führungen für Kinder und Jugendliche.

Im November 2017 erhielten die Macher des ZCOM für ihre innovativ gestaltete Dauerausstellung den Hauptpreis des Sächsischen Museumspreises, berichtet Andrea Prittmann weiter. Die Kombination des Bereiches Technik mit der Biografie von Professor Konrad Zuse und der Hoyerswerdaer Stadtgeschichte habe den Juroren gefallen. Die Preisverleihung wurde in allen Medien kommuniziert, auch auf der museumseigenen Internetseite und über Facebook. Das ZCOM will 2018 sein Internetmarketing ausbauen und Besucher jeden Alters künftig nicht nur in deutscher und englischer, sondern auch in tschechischer Sprache erreichen.

Seit September 2017 läuft das EU-Projekt „Konrad Zuse schaut über die Grenzen“, an dem Schüler des Foucault-Gymnasiums Hoyerswerda und Altersgenossen des Schulzentrums Chomutov in Tschechien beteiligt sind. Es ist Teil des Kooperationsprogramms der Europäischen Union zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik bis 2020, erklärt Andrea Prittmann. In drei Schuljahren werden gemischtsprachige Schülergruppen je einen neuen Raum der Dauerausstellung des ZCOM gestalten und dem Audio-Guide „Hör ZUse“ Geschichten hinzufügen.

Mitarbeiter des Museums entwickeln gerade für Schüler und Familien eine Museumsrallye. Ziel ist, die Dauerausstellung selbstständig entdecken zu können und dabei den grundlegenden Aufbau, die Funktionsweise eines Computers und Stationen seiner Entwicklung interaktiv nachzuvollziehen, erklärt Museumspädagoge Markus Matics.

Das ZCOM bereitet für dieses Jahr verschiedene Spezialführungen und ein Museums(Blog)Fest im Herbst vor, an dem sich Bewohner des Elfgeschossers an der Bonhoefferstraße mit Geschichten beteiligen sollen. Ein Nachmittag mit Hannelore Zuse, der Tochter von Konrad Zuse, wird Teil des Festjahres zur 750. Erstwähnung von Hoyerswerda sein. Sie ist Künstlerin und spricht über die Gemälde ihres Vaters, kündigt Markus Matics an.