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| 17:25 Uhr

Auszeichnung zum Sächsischen Museum des Jahres 2017
Feierstimmung im Zuse-Museum

Marcus Matics, Museumspädagoge des Zuse-Computer-Museums, am  Logikbaukasten. In der Jurybegründung zur Preisvergabe wurden besonders die interkativen Angebote des Museums gelobt.
Marcus Matics, Museumspädagoge des Zuse-Computer-Museums, am Logikbaukasten. In der Jurybegründung zur Preisvergabe wurden besonders die interkativen Angebote des Museums gelobt. FOTO: Anja Hummel / LR
Hoyerswerda. Sachsens neuer Preisträger will ein noch jüngeres Publikum erreichen. Die Ausstellung soll künftig noch größer und interaktiver werden. Von Anja Hummel

Es ist Montag kurz nach ­17 Uhr als es Marcus Matics so langsam dämmert. In der Laudatio ist die Rede von „Technikgeschichte“, „Biografie“ und „Stadtentwicklung“. Gleich wird das Sächsische Museum des Jahres gekürt. Matics hält die Kamera bereit. Und dann fällt der Name. Der Hauptpreis, dotiert mit 20 000 Euro, geht an das Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda (ZCOM).

„Natürlich haben wir uns riesig gefreut. Es war durchaus überraschend“, sagt Museumspädagoge Marcus Matics. Seit Eröffnung des ZCOM im Januar dieses Jahres feilt er gemeinsam mit dem Museumsteam und dem Verein „Konrad Zuse Forum“ an Konzept und Präsentation des Hauses. Besucher offenbart die Ausstellung eine Zeitreise in die Geschichte des Computers - vom ersten in Serie produzierten „Rechner-Giganten“ bis zur Smartphone-Abteilung.

„In der Jurybegründung wurde besonders das Zusammenspiel von Technik und Biografie gelobt“, sagt Marcus Matics. Protagonist der digitalen Zeitreise ist Konrad Zuse. Der Erfinder des ersten Computers hat in Hoyerswerda sein Abitur gemacht. Was die Jury außerdem zur Preisvergabe bewegt hat: die vielen spielerischen Zugänge zur Thematik. „Es ist einfach eine große Anerkennung unserer Leistung“, fasst es Matics zusammen. Was konkret mit dem Preisgeld über 20 000 Euro geschieht, stehe noch nicht. fest. „Wir werden verschiedene Projekte damit anschieben“, so der Museumspädagoge. Fachbibliothek, Bildungsangebote für Schüler, Sommerfest - der ZCOM-Kalender ist voll mit Plänen. Seit 2013 wurden etwa 3,3 Millionen Euro in den Museumsaufbau investiert. Und laut Matics nehmen die Besucherzahlen stetig zu. Etwa 14 000 Menschen haben seit Eröffnung vor fast zehn Monaten den Weg in das ZCOM gefunden. „Das ist noch ausbaufähig“, kommentiert Matics. „Durch den Preis hoffen wir natürlich auch größere überregionale Bekanntheit zu erhalten.“

Einen weniger langen Weg musste Besucherin Waltraud Hügli auf sich nehmen. „Mit der Auszeichnung rückt Hoyerswerda endlich mal ins Rampenlicht“, freut sich die Anwohnerin. Für die 74-Jährige ist das Museum etwas Besonderes, „weil es auch Stadt und Menschen belichtet“. Museumsleiterin Andrea Prittmann hat die Verleihung knapp verpasst, sie ist „seit langem mal wieder im Urlaub“, verrät Kollege Matics.

Einer, der sich leider nicht mehr zur Ehrung äußern kann, ist der im Juni verstorbene ehemalige Hoyerswerdaer Oberbürgermeister Horst-Dieter Brähmig. „Leider konnte er die Würdigung seines Werkes nicht mehr miterleben“, bedauert Marcus Matics. Schließlich habe er sich von Beginn an stark für das Museum eingesetzt. „Er wäre sicherlich hoch erfreut gewesen“, ist sich der Museumspädagoge sicher.

Auf der Auszeichnung ausruhen will sich das Museumsteam aber keinesfalls. Die Ausstellung soll um drei Räume rund um das Thema Rechentechnik erweitert werden. „Wir möchten vor allem auch ein jüngeres Publikum ansprechen“, sagt Matics. Deshalb wird das Museum bei der Erweiterung von Hoyerswerdaer Gymnasiasten unterstützt. Seit wenigen Monaten gibt es außerdem eine kostenlose App für das Smartphone. „HÖR ZUse“ nennt sie sich und erklärt dem Nutzer spielerisch die Geschichte des Computers. Auch dieses Angebot soll noch interaktiver werden. Doch bevor es an all die geplanten Neuerungen geht, hat eine Tat Vorrang: Marcus Matics wird die Museumswand verschönern. Und zwar mit der Urkunde für das Sächsische Museum des Jahres 2017.