Er könne sein Amt aus beruflichen Gründen nicht erfüllen, zitierte Bürgermeister Eberhard Menzel aus dem Antrag Rupperts.
Bereits in der Ausschusssitzung am Dienstagabend hatten sich die Räte die Köpfe darüber heiß diskutiert. Als „anrüchig“ bezeichnete Peter Brüggemann (SPD) das Ersuchen. „Ich halte es für fraglich, ob er das nicht schon vor der Annahme des Mandates gewusst hat“ , erklärte Brüggemann. Dennoch: „Ein Stadtrat, der nicht anwesend ist und mitredet, bringt uns nichts“ , betonte der SPD-Mann. Rudi Miertschink (SPD) wollte Ruppert nicht so leicht entlassen: „Für mich sind seine Argumente für die Niederlegung des Mandates nicht tragfähig. Ich finde, wir sind auch in der Lage, mit einem Stadtrat weniger zu arbeiten.“
Bodo Rudys (PDS) fand noch drastischere Worte: „Ich kann das nicht annehmen. Für mich sind das fadenscheinige Gründe, um sich aus der Verantwortung zu ziehen.“ Und Hannelore Zuschke (PDS) erklärte ohne Umschweife: „Für mich ist das Wählerbetrug.“
Verbale Rückendeckung für seinen Antrag bekam Wolfgang Ruppert nur vom Fraktionskollegen Markus Neumann. „Dass man sich beruflich verändern muss, kann von heute auf morgen passieren. So etwas kann man nicht mehr planen“ , argumentierte der Mann vom Karnevalsklub.
Trotz allen Meckerns und Schimpfens: Am Ende wurde Wolfgang Ruppert doch von seinen Rechten und Pflichten als Stadtrat entbunden. Die Mehrheit der Stadträte gab seinem Antrag statt. Nur die PDS-Fraktion stimmte komplett dagegen.
Nachrück-Kandidat für Ruppert ist Egbert Nieswand. Er soll auf der nächsten Stadtratssitzung berufen werden.