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Hoyerswerda
Zurück aus dem Paradies ohne Traumfrau

Vorher Single, nachher Single: Phil Krenz ist zurück in Hoyerswerda. In Afrika hat es mit seiner Heidi nicht gefunkt. „Der Urlaub war trotzdem unvergesslich“, sagt der 28-Jährige.
Vorher Single, nachher Single: Phil Krenz ist zurück in Hoyerswerda. In Afrika hat es mit seiner Heidi nicht gefunkt. „Der Urlaub war trotzdem unvergesslich“, sagt der 28-Jährige. FOTO: Phil Krenz
Hoyerswerda. Der Hoyerswerdaer Phil Krenz fliegt zum Rendezvous mit einer Unbekannten auf die Seychellen. Sein Herz hat er wieder mitgebracht. Von Anja Hummel

Sonne, Palmen, Strand und Meer. Cocktails, Whirlpool, tropisches Flair. Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können. Doch trotz 30 Grad im Schatten blieb es eher kühl. Kein Funkenschlag, kein Entflammen, keine verlorenen Herzen. Für Heidi und Phil war das Paradies auf den Seychellen kein Garant für Liebe und Leidenschaft.

Eine „Garantie“ konnte ihnen bei diesen Rendezvous-Plänen ohnehin niemand geben. Die Leipzigerin und der Hoyerswerdsche haben das Traumdate vor der Ostküste Afrikas bei einem sächsischen Radiosender gewonnen. Die Idee der Kuppelshow: Zwei Singles machen sieben Tage Liebesurlaub auf den Seychellen. Der Haken an der Geschichte: Wer gemeinsam gen Süden fliegen darf, entscheiden die Zuhörer in einem Internet-Voting. Und so fiel die Wahl auf den tattoowierten Kindergärtner Phil und die sportliche Marketing-Expertin Heidi. Beide kannten sich vorher nicht.

„Es ist auf jeden Fall eine Hübsche, gar keine Frage“, sagt Phil Krenz verschmitzt. Entspannt sitzt er im Hoyerswerdaer Stadtcafé, seine Ellenbogen sind auf den Tisch gelehnt, vor ihm steht eine kleine Flasche Sprite. Mit einem gehörigen Sonnenbrand ist der 28-Jährige nach dem Reinfall-Rendezvous unter Palmen wieder in Hoyerswerda gelandet. „Ich würde aber nie ein schlechtes Wort über Heidi verlieren. Es hat einfach nicht gepasst“, erzählt er. Zu unterschiedliche Ansichten, konträre Persönlichkeiten. „Ich bin eher so das Energiebündel, sie der Ruhepol“, fasst er es zusammen. So richtig über ihre Gefühle gesprochen haben die beiden in Paradiesien aber nicht. „Es gibt auch kein einziges gemeinsames Foto“, erzählt Phil, lacht und schüttelt ein wenig verlegen mit dem Kopf. „Es wäre einfach gestellt gewesen“, denkt er an die Tage am Traumstrand zurück. Dort wollte er von morgens bis abends Action, während Heidi unter dem Sonnenschirm einen Wälzer nach dem anderen verschlang.

So sieht Entspannung auf den Seychellen aus: Phil Krenz genießt das Bad mit traumhaftem Ausblick.
So sieht Entspannung auf den Seychellen aus: Phil Krenz genießt das Bad mit traumhaftem Ausblick. FOTO: Phil Krenz

„Wir haben aber das Beste daraus gemacht“, sagt Phil auch im Hinblick auf die „Bettensituation“. Schließlich war es ein Traumdate – vom Radiosponsor wurde also ein Zimmer mit Doppelbett gebucht. „Ich hatte vorher keine Erwartungen“, schwört der Erzieher. „Es wäre ja auch ein krasser Zufall gewesen, wenn ich bei so einer Sache meine Traumfrau gefunden hätte“, erzählt er. Statt einer Traumfrau hat er nun einen neuen „Traumort“. „Es war das reinste Paradies, die Menschen dort lachen den ganzen Tag, die Landschaft ist der Hammer“, schwärmt Phil Krenz, der seit drei Jahren als Single unterwegs ist. Auch wenn es mit Heidi nicht geklappt hat: „Der Urlaub war einfach mega“, sagt der Hoyerswerdaer. Er weiß – das hat er nur den Leuten zu verdanken, die damals beim Radio-Gewinnspiel für ihn abgestimmt haben. Dafür ist er dankbar, auch wenn die Kuppel-Idee nicht gezündet hat. Seit dem Abschied auf dem Flughafen hatte er keinen Kontakt mehr zur Leipzigerin.

Die auserwählte Heidi (28) aus Leipzig schlürft auch zukünftig allein aus ihrer Kokosnuss. Sie war das Blinddate von Phil.
Die auserwählte Heidi (28) aus Leipzig schlürft auch zukünftig allein aus ihrer Kokosnuss. Sie war das Blinddate von Phil. FOTO: Phil Krenz

Phil Krenz ist also noch zu haben. Bleibt die Frage: Wie stellt sich der „Kindergartencop“ – so hat ihn der Radiosender damals bezeichnet – seine Traumfrau eigentlich vor? „Abenteuerlustig, humorvoll, spontan“, sagt Phil kurz und knapp. Selber ist er viel unterwegs. „Ich bin ein totaler Lebemann“, stellt er gleich klar. Freunde sind ihm unglaublich wichtig, genauso wie sein kleiner Hund namens Pepe. Apropos klein: Phil selber misst 1,70 Meter. An die Optik der Frau hat er deshalb nur einen bescheidenen Anspruch: „Es wäre schön, wenn sie nicht größer ist als ich.“ Aus der Region muss sie nicht unbedingt kommen. Schließlich, sagt der Fußball-Fan augenzwinkernd, kenne er hier ja schon die meisten. „Das wird langsam schwierig.“ Lässig trinkt er den letzten Schluck seiner Sprite aus.

Plötzlich steht eine ältere Dame am Nachbartisch auf. Während sie sich ihre Jacke überzieht, schaut sie zu Phil. „Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Sie werden schon noch die Richtige finden“, sagt sie einfühlsam. „Ja, bestimmt“, erwidert Phil ein wenig verblüfft. Doch extra bis ins Paradies wird der Lausitzer dafür so schnell wohl nicht mehr fliegen.

Im vergangenen Dezember konnte Phil Krenz es kaum erwarten, seine Heidi persönlich kennenzulernen.
Im vergangenen Dezember konnte Phil Krenz es kaum erwarten, seine Heidi persönlich kennenzulernen. FOTO: Anja Hummel / LR