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| 18:05 Uhr

Stadtfest
Zum Jubiläum gibt es die volle Dröhnung

Auf dem Weg zum Lausitzer Platz wird es aufgrund der vielen Besucher zeitweise recht eng zwischen den Ständen.
Auf dem Weg zum Lausitzer Platz wird es aufgrund der vielen Besucher zeitweise recht eng zwischen den Ständen. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Hoyerswerda lässt es anlässlich der 750-Jahr-Feierlichkeiten beim diesjährigen Stadtfest richtig krachen. Von Rainer Könen

Sonnabendnachmittag, kurz vor 14 Uhr, an einer der zahlreichen Imbissbuden auf dem Lausitzer Platz: An diesem Stand können sich die Gäste mit Bratwurst und Bier versorgen, die Bänke sind fast alle besetzt, die Besucher schauen hinüber zur Bühne, wo gerade die Coswiger Akrobatengruppe Tomira zu sehen ist.
Wie die überaus zahlreichen Besucher, die dem Treiben auf der Bühne entspannt zuschauen, dieses besondere Hoyerswerdaer Stadtfest so finden? „Hmmh“, brummt ein Mann, „schmeckt doch gut hier“. „Super Programm heute“, findet eine Frau. „Diese Veranstaltung sollte mal besser in der Altstadt veranstaltet werden“, grummelt einer. „Hier wird was geboten, wir gehen nachher noch im Center einkaufen, aber wird ja auch sonst eine Menge geboten“, sagt ein älteres Ehepaar.
Beim Hoyerswerdaer Stadtfest, das die Organisatoren anlässlich der 750. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung in diesem Jahr gleich mal um einen Tag verlängert haben, ist in der Tat viel los. Von Donnerstag bis zum Sonntag wird in der Zusestadt, genauer gesagt, in der Neustadt, mächtig gefeiert. Tausende zieht es am Wochenende zum Lausitzer Platz, dem Epizentrum dieses Festes. Dort also, wo sich auf der Bühne diverse Tanz- und Ballettgruppen, verschiedene DDR-Schlagerstars wie Uwe Jensen und hiesige Sportvereine für den Unterhaltungsmix sorgten. Wer sich stärken möchte, hat die Qual der Wahl angesichts der zahlreichen Imbissbuden. Und auch bei den Schaustellerbetrieben kann einem aufgrund des reichhaltigen Angebots schon mal schwindelig werden. Ein paar Meter weiter, auf der Straße des Friedens, geht es recht sportlich zu. Der Hoywoj-Citylauf, bei dem die Athleten auch walken können, zieht eine Menge Besucher an.
Am Sonnabendnachmittag wird es vor der Lausitzhalle und zwischen den Schaustellerbuden rund ums Riesenrad  zeitweise eng. Da ist kaum ein Durchkommen. Flanieren und Schauen lautet das Motto. Wer keinen Platz an den Biertischen oder vor den Imbissbuden findet, der setzt sich einfach an den Rand des Treibens. „Ich finde es toll, dass Hoyerswerda den Bewohnern so was bietet“, resümiert ein Mitvierziger, der von Weißkollm nach Hoyerswerda geradelt ist. Er wolle am Abend bei der MDR-Jump-Dance-Night dabei sein. „Wird bestimmt toll werden“, hofft er. Vor allem aber laut. Aber das ist es auch bereits am Sonnabendnachmittag.

Heidi Schäfer ist zum ersten Mal beim Stadtfest in Hoyerswerda. Jedoch: „Viel mitbekommen habe ich bisher noch nicht“, sagt die aus Sdier bei Großdubrau stammende Frau, die an ihrem Stand Stoffe und selbst genähte Kinderkleidung verkauft. „Das mache ich als Nebenjob“, erzählt die 56-jährige Tagesmutter, die ihre Stimme anheben musste, weil der Stimmungspegel, ausgelöst von den Mitwirkenden des Unterhaltungsprogrammes auf der Bühne, so hoch ist. So gibt es für Heidi Schäfer drei Tage lang die volle Dröhnung.
Wer es bis dato noch nicht wusste, der erfährt es beim Stadtfest: Die Veranstaltung im Jubiläumsjahr sei die pure Lebensfreude. Finden zwei junge Radebeulerinnen, die Freunde in Schwarzkollm besucht haben und auf dem Rückweg in der Neustadt vorbeischauen. „Hier ist irgendwie alles Multikulti, die Leute sind echt nett, das Programm ist prima“, sagt eine der beiden. Und dabei lächeln sie ein wenig entrückt. Interessant, welche Emotionen eine solche Veranstaltung bei manchen auslöst. Aber es ist ja ein besonderes Fest zur 750. Wiederkehr der Ersterwähnung Hoyerswerdas. rkx

Bereits im Jahr 2023 steht für die Elsterstadt das nächste Jubiläum ins Haus, verrät ein Blick in die Chronik. Denn anno 1423 bekam Hoyerswerda durch den böhmischen Adligen Heinrich von Dauba das Stadtrecht zugesprochen. Ob es zur 600. Wiederkehr dieses Ereignisses erneut ein großes Stadtfest geben wird, steht aus heutiger Sicht noch in den Sternen. trt

Heidi Schäfer an ihrem Verkaufsstand ist erstmals beim Hoyerswerdaer Stadtfest dabei.
Heidi Schäfer an ihrem Verkaufsstand ist erstmals beim Hoyerswerdaer Stadtfest dabei. FOTO: Rainer Könen