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Zum ersten Mal unter den Kreuzreitern

Kotten.. Wilfried Latta ist schon etwas aufgeregt. Morgen wird er das erste Mal unter den Wittichenauer Kreuzreitern sein, die nach alter Tradition die Auferstehung verkünden. „Ich hoffe, dass ich alles richtig mache“ , sagt der Kottener. Angst habe er aber keine. Benjamin Seidemann

„Ich muss ja nur reiten“ , sagt der 15-Jährige.
Das erste Mal habe er vor sechs Jahren auf einem Pferd gesessen. „Mein Vater hat mich nach dem Kreuzreiten bis in den Stall mitgenommen“ , erzählt er lachend. Doch zum Ostersonntag werde er auf seinem eigenen Pferd sitzen. Auch für Wilfried Latta ist es eine Ehre, die Osterbotschaft verkünden zu dürfen. Vor sechs Wochen habe er begonnen, die Sachen zusammenzusuchen, die ein Kreuzreiter braucht, erzählt er. „Der Gehrock ist ein Familien-Erbstück. Damit ist mein Opa schon vor 50 Jahren geritten. Und die Satteldecke ist ein Patengeschenk gewesen“ , sagt er stolz. Kreuzreiten ist für Wilfried Latta auch Familien-Tradition. „Seitdem ich mich erinnern kann, sind die Kreuzreiter jedes Jahr durch Kotten geritten“ , erzählt er. Sein Vater sei schon seit fast 30 Jahre dabei. „Und ich will diese Tradition auch fortsetzen.“
Aufgeregt ist auch Wilfrieds Mutter Maria Latta. „Ich hoffe, dass wir alles zusammenhaben, was wir brauchen, und morgen alles gut geht.“ Zur Verabschiedung am Sonntagmorgen werde sie ihren Sohn das erste Mal in voller Montur auf dem Pferd sitzen sehen. „Ich habe mich richtig gefreut, als mir mein Sohn gesagt hat, dass er unter den Kreuzreitern sein wird“ , erzählt sie. Wilfrieds jüngere Geschwister, Marie-Louise und Ludwig, seien auch schon ganz aufgeregt. „Wir werden immer wieder an der Strecke der Kreuzreiter sein, um zu sehen, ob alles klar geht“ , sagt die Mutter. Und Wilfried erklärt mit einem breiten Lächeln im Gesicht: „Einfach den anderen hinterher, das ist das Beste - die wissen schon, wo sie langreiten müssen“ , gibt er seine Strategie preis. Um vier in der Frühe ist für Wilfried Latta heute die Nacht vorbei. „Zuerst sehen wir nach den Pferden, ziehen uns an und dann fahren wir nach Wittichenau zur Kirche.“ Um 5 Uhr beginnt die Kreuzreitermesse, während der die Neulinge gesegnet werden, erzählt Wilfried Latta. Nach der Verabschiedung gehe es hoch zu Ross bis nach Ralbitz. „Dort machen wir dann Pause und reiten anschließend wieder zurück“ , sagt er.
Heute Abend, da ist sich Wilfried Latta sicher, wird er richtig gut schlafen können. „Wenn ich müde bin, kann ich immer schlafen“ , erzählt er. „Aber Sonntag-Abend werde ich auch froh sein, wenn ich in mein Bett komme. Denn so lange bin ich noch nie geritten“ , erzählt der 15-jährige Kreuzreiter aus Kotten.