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| 16:08 Uhr

Hoyerswerda
Natz arbeitet an seiner Zukunft

Karl, Bruno und Collin basteln mit Christa Degner Adventsgestecke.
Karl, Bruno und Collin basteln mit Christa Degner Adventsgestecke. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Das Kinderzentrum Hoyerswerda braucht jüngere fachlich qualifizierte Leute. Von Katrin Demczenko

Ein schönes Weihnachtsbasteln hat das traditionsreiche Naturwissenschaftlich-Technische Kinder- und Jugendzentrum (Natz) Hoyerswerda am 1. Dezember erlebt. Nach den Wünschen der  Vereinsmitglieder und Gäste soll es nicht das Letzte gewesen sein. Deshalb war erstmals der neue hauptamtlich eingestellte Mitarbeiter Holger Franke dabei. Weil er bei der Gesellschaft für Aus- und Fortbildung Hoyerswerda langjährig Mechatroniker ausgebildet hat, will er sich im Natz vorrangig in den Bereichen Elektronik und Holzbearbeitung einbringen. „Ein Sozialarbeiter mit Interesse für Natur und Technik wird noch gesucht“, sagt Vereinsvorstandsmitglied Peter Hildebrandt.

Viele neugierige Kinder, Eltern, Großeltern und die Geburtstagsrunde der sechsjährigen Alexa waren in den Räumen des Bürgerzentrums Braugasse 1. Das Mädchen und seine Freundinnen beobachteten fasziniert flinke graue Mäuse im Terrarium, die sie unter Aufsicht von Vereinsmitglied Elena Korotkow sogar füttern durften. Pepe bastelte mit seinem Vater Mathias Michel ein Räuchermännlein und verhalf der Figur durch das Ankleben von Holzwolle zu Haaren und Bart. Während der Grundschüler werkelte, erzählte sein Vater, dass er Minerale sammelt und diese in der Werkstatt bei Natz-Urgestein Peter Hildebrandt bearbeitet. Da ist klar, dass auch der Sohn die Einrichtung kennt. Pepe sagte: „Mir gefällt es total gut, denn hier kann man so viel alleine machen.“

Ans Dekorieren zu Weihnachten dachten unter anderem die Brüder Karl und Bruno, die Adventsgestecke bastelten. Bruno sagt, dass er sein Gesteck verschenken will und damit es besonders hübsch wird, unterstützte ihn die ehemalige Kindergärtnerin Christa Degner. Sie half dem Natz erstmals und erlebte viel Freude. „Wenn Hilfe gebraucht wird, stehe ich gern zur Verfügung“, sagt die Rentnerin.

Das gefällt dem Vereinsvorstandsmitglied Peter Hildebrandt, denn um die Einrichtung mit ihren vielen Angeboten am Leben zu erhalten, werden immer ehrenamtliche Helfer gebraucht. „Besonders fachlich qualifizierte jüngere Leute sind nötig“, sagt der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Mineralogie. Für 2019 werden der Regionalausscheid für den Leistungswettbewerb der Oberschulen im Schulfach WTH (Wirtschaft Technik Hauswirtschaft) und der 26. Tag der Mineralogie vorbereitet. An den Tagen der offenen Türen der Hoyerswerdaer Gymnasien wird das Natz wieder für sich werben, kündigt Peter Hildebrandt an.

Das alles klingt, als hätte die Einrichtung keine Probleme, aber das stimmt nicht. Das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ läuft zum Jahresende aus und damit endet für drei vom Jobcenter Hoy­erswerda zugewiesene Mitarbeiter ihre Tätigkeit. Ein Folgeprogramm fehlt bisher, um weiter Menschen einzustellen, sagt der 78-jährige Peter Hildebrandt.

Im Frühjahr wird ein Vereinsvorstand mit neuen Mitgliedern gewählt, weil die jetzigen zumeist Rentner sind und teilweise nicht mehr antreten. Da sich auf einer Versammlung im September zwölf jüngere Menschen für eine Mitarbeit im Verein interessiert haben, besteht die leise Hoffnung, dass neue engagierte Mitglieder das Natz stabilisieren und für die Kinder in die Zukunft führen können.