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| 19:30 Uhr

Kita-Analyse Hoyerswerda
Zu viele Plätze in der Neustadt

In Hoyerswerda gibt es 21 Kindereinrichtungen, zehn in freier Trägerschaft, eine ist privat betrieben. Die Verwaltung hat im Jahr 2017 insgesamt etwa 7,46 Millionen Euro für die Kitas in den Haushalt eingestellt. Davon beträgt der Landeszuschuss im Jahr 2017 rund 3,36 Millionen Euro.
In Hoyerswerda gibt es 21 Kindereinrichtungen, zehn in freier Trägerschaft, eine ist privat betrieben. Die Verwaltung hat im Jahr 2017 insgesamt etwa 7,46 Millionen Euro für die Kitas in den Haushalt eingestellt. Davon beträgt der Landeszuschuss im Jahr 2017 rund 3,36 Millionen Euro. FOTO: oksix/Fotolia / fotolia
Hoyerswerda. Hoyerswerda legt seine Kita- und Hortanalyse vor. Sie ist im Internet einsehbar und soll jetzt diskutiert werden. Von Sascha Klein

Jetzt liegt sie vor, die lang erwartete Kita- und Hortanalyse für die Stadt Hoyerswerda. Seit Mittwochnachmittag ist die Untersuchung jetzt öffentlich einsehbar. Parallel zur neuen Homepage können sich Interessierte nun unter Hoy­erswerda.de durch das Zahlen- und Faktenwerk der Stadt Hoyerswerda und Thomas Gröbe von der Firma Bauhoys wühlen.

Das grobe Ergebnis spiegelt den Stand wieder, der zuvor bereits bekannt gewesen ist: In Hoyerswerda gibt es generell zu viele Krippen-, Kita- und Hortplätze. Insgesamt stehen 2249 in der Stadt zur Verfügung, 242 sind laut Analyse unbesetzt. Davon sind im Jahresmittel 48 Kita-, rund 120 Krippen- und 80 Hortplätze. Was die Analyse auch sagt: Zu viele Plätze gibt es vor allem in der Neustadt – dort, wo die Abwanderung Hoyerswerda am härtesten trifft. Zu wenige Plätze erkennt die Studie generell in der Altstadt.

Das Besondere: Die Kita-Studie empfiehlt, die Einrichtungen in allen Ortsteilen zu erhalten. Denn: Bei der Eingemeindung sei dies ein zentraler Bestandteil gewesen. Dementsprechend können sich die Eltern von Schwarzkollm bis Knappenrode recht sicher sein, dass es auch im kommenden Jahrzehnt noch eine Einrichtung in ihren Ortsteilen gibt.

Generell sind die Einrichtungen (Krippe, Kita, Hort) in Hoyerswerda laut den Daten der Kita-Analyse mit 89 Prozent gut ausgelastet. Krippe und Kita kommen gemeinsam sogar auf 93 Prozent. Trotzdem gibt es vor allem in der Neustadt eine Überkapazität von Krippen- und Kitaplätzen. Es seien insgesamt 125. Sie gilt es in den kommenden Jahren abzubauen, empfiehlt die Studie, um die Finanzierung der Kita- und Hortbetreuung für die Stadt Hoyerswerda in einem vertretbaren Rahmen zu halten.

Das bedeutet für die Neustadt, wenn die Stadträte später einmal den Empfehlungen der Analyse folgen, dass es dort in den kommenden Jahren mindestens eine Einrichtung weniger gibt. Unter anderem heben die Verfasser die beiden VDK-Kindergärten „Pusteblume“ und „Märchenland“ hervor. Dort seien (Stand Juni 2017) rund 80 Plätze unbesetzt (Märchenland: 47 von 180 und Pusteblume: 33 von 158). Allein diese 80 Plätze seien ein Drittel des Kapazitätsüberschusses der Stadt, heißt es. Den prozentual größten Freiraum hat zurzeit jedoch die Kita Wirbelwind in Knappenrode. Dort seien 19 der 42 Plätze unbesetzt – eine Auslastung von nur 55 Prozent. Als Gründe werden die schlechte Erreichbarkeit und das Konzept angegeben. Inzwischen hat die AWO laut Studie dem jetzigen Träger Sportbund Lausitzer Seenland angeboten, die Knappenroder Kita zu übernehmen.

Was die Studie tut: Sie rät generell dazu, dass in der Neustadt Standorte zusammengelegt und damit reduziert werden. Es heißt: Ziel müsse bei solch einem Schritt sein, ein komplettes Haus zu schließen. Ein Ziel sei auch, dass in Zukunft weniger Träger die Kitas führen. Zurzeit betreiben elf Träger die 21 Einrichtungen in Hoyerswerda. Was allerdings empfohlen wird: Der Erhebungsbezirk 3 – und damit die Wohnkomplexe 8 bis 10 plus Kühnicht und Grünewaldring – „bilden einen Ansatzpunkt bei der Überlegung, Kapazitäten zusammenzulegen und damit dauerhaft freie Überkapazitäten abzubauen“. Als eine Variante wird zum Beispiel die Überlegung angestellt, ob Kita- und Krippenplätze eventuell in Zukunft innerhalb der Neustadt verlagert werden könnten. Ein Fallbeispiel: Im Erhebungsbezirk 3 gibt es drei Einrichtungen mit insgesamt 471 Plätzen. Im Erhebungsbezirk 1 (WK 1 bis 3) gebe es nur 260 Plätze. Denkbar wäre laut Analyse, Plätze eher in Richtung Neustadt-Zentrum zu verlagern. Dies sei jedoch zunächst ein Gedankenspiel.

In der Altstadt (Erhebungsbezirke 4 und 5) geht die Kita-Analyse dagegen von einem generellen Platzmangel aus, vor allem in der südlichen Vorstadt ab Bahnhof bis Neida. Sehr wichtig seien bei den zukünftigen Planungen für die Altstadt die beiden Einrichtungen Kinderhaus „Am Zoo“ und Kinderhaus „Am Elsterbogen“. Diese beiden Kitas stuft die Analyse als extrem wichtig ein. Dort gibt es laut dem Zahlenwerk auch einen erheblichen Investitionsbedarf. Vor allem beim Kinderhaus „Am Zoo“ müsse unter anderem dringend am Brandschutz und bei Dach und Haustechnik nachgelegt werden. Geschätzte Gesamtkosten: 650 000 Euro. Am Elsterbogen müssten die elektrischen Anlagen dringend erneuert werden. Für die Zukunft geht die Kita-Analyse von zirka 65 fehlenden Plätzen aus – auch weil die Initiatoren davon ausgehen, dass der Altstadtbereich noch ein Plus an jüngeren Einwohnern und Familien verzeichnen wird.

In den Ortsteilen wird sich an der Kita-Struktur laut Analyse nicht viel verändern. An den Einrichtungen in Knappenrode und Schwarzkollm könnte es jedoch Bewegung geben. In Knappenrode soll es eventuell durch einen Betreiberwechsel gelingen, die Kita wieder mehr auszulasten. In Schwarzkollm wird darüber diskutiert, entweder am jetzigen Standort zu bleiben und diesen umzubauen oder im Ort neu zu bauen. Eine Entscheidung darüber ist jedoch kurzfristig nicht zu erwarten. In Zeißig (Kita Lutkihaus) schlägt die Kita-Analyse vor, darüber nachzudenken, dem Jugendclub, der einen Teil des Gebäudes nutzt, einen anderen Standort anzubieten und den Teil des Hauses selbst zu nutzen.

Die Analyse der Hoyerswerdaer Hort-Standorte lesen Sie in der morgigen Ausgabe.

Die Hoyerswerdaer Kita-Analyse ist auf der neuen Homepage der Stadt Hoyerswerda zu finden. Sie ist jetzt für alle Interessierten zu lesen und herunterzuladen.
Die Hoyerswerdaer Kita-Analyse ist auf der neuen Homepage der Stadt Hoyerswerda zu finden. Sie ist jetzt für alle Interessierten zu lesen und herunterzuladen. FOTO: Sascha Klein / LR