Am Silvestertag 1986, einem Mittwoch mit Schneeregen, eisigem Wind und Temperaturen um den Gefrierpunkt, brach nämlich der Elsterdamm aufgrund des extremen Hochwassers.

In der Chronik ist festgehalten, dass sich die Wassermassen unweit des Wasserwerkes nahe der Kortitzmühle ihren Weg über Äcker und Grünländer ins Dorf bahnten. "Krönung" des Ganzen war, dass am Neujahrstag 1987 die Straße ins benachbarte Tätzschwitz in das dortige Restloch des Tagebaus Koschen (heute Geierswalder See) gespült wurde. Zwischen beiden Dörfern klaffte also ein großes Loch.

Hunderte Kräfte kämpften den gesamten Jahreswechsel mit den Naturgewalten. 38 500 Sandsäcke wurden gefüllt, um die Stelle, wo der Damm gebrochen war, zu stopfen. Dabei kamen auch Hubschrauber der Interflug zum Einsatz. Am frühen Abend des 2. Januar 1987 war das Leck geschlossen.

So musste eine neue Straße von Geierswalde nach Tätzschwitz gebaut werden. Dies geschah in den Jahren 1987/1988. Die Verbindung ist noch heute in Betrieb. Ursprünglich verlief die Trasse entlang der heutigen Windspitze und stieß am "Katzenbuckel" auf die alte Straße. Die durch die Wasser- und Schlammmassen ausgelöste Erosionsrinne konnte indes noch bis vor gut 20 Jahren "bewundert" werden. Erst 1994/1995 wurde sie im Rahmen der Bergbausanierung verfüllt. Noch immer zeigt der alte knorrige Birnbaum den Standort der Katastrophe vor 30 Jahren an.