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Heimische Tiere
Zoobesucher unterstützen Naturschutz

Zwei Menschen, ein Ziel: Angelika Schröter möchte genauso wie Eugene Bruins die heimischen Tierarten – wie den ­Kolkraben – schützen. Von den Zoobesuchern gab es dafür knapp 2000 Euro.
Zwei Menschen, ein Ziel: Angelika Schröter möchte genauso wie Eugene Bruins die heimischen Tierarten – wie den ­Kolkraben – schützen. Von den Zoobesuchern gab es dafür knapp 2000 Euro. FOTO: Anja Hummel / LR
Hoyerswerda. Für den Neschwitzer Verein steht Hilfe für heimische Tiere an erster Stelle. Dafür wird in Hoywoy fleißig gespendet. Von Anja Hummel

Verhaltensgestört, auf einem Auge blind, ein Flügel lahm – die Krankheiten sind so vielfältig wie die Patienten selbst. Uhu, Krähe, Elster, Kernbeißer, Meise, Spatz und andere gefiederte Freunde werden täglich in der Naturschutzstation Neschwitz betreut, bestenfalls wieder aufgepeppelt und gesund zurück in die Natur entlassen.

Dass das aber nicht immer funktioniert, davon kann Angelika Schröter, Chefin der Naturschutzstation, ein Lied singen. „Wir haben momentan acht Dauergäste, darunter drei Uhus, die nicht mehr ausgewildert werden können.“ Während einem von ihnen wegen eines Zusamenpralls mit einem Windrad ein Flügel fehlt, hat der andere starke Verhaltensstörungen. „Das kommt mit großer Wahrscheinlichkeit von menschlichem Einfluss“, schätzt Angelika Schröter. Im Landkreis Bautzen ist die Naturschutzstation die einzige, die verletzte Wildvögel aufnimmt. Jährlich sind das etwa 100 der gefiederten Tiere, die in Neschwitz fachkundig gepflegt und wieder ausgewildert werden. Die Aufgaben der Naturschutzstation sind aber noch vielfältiger. Die Pflege von seltenen heimischen Pflanzenarten, der Bau von Nisthilfen oder die Amphibienbetreuung sind nur weitere Beispiele.

Einer ihrer großen Unterstützer ist seit Anfang des Jahres der Zoo Hoy­erswerda. „Naturschutz ist auch eine unserer Hauptaufgaben. Wir zeigen nicht nur die Arten, sondern sensibilisieren auch für deren Schutz“, sagt Zoo-Chef Eugene Bruins­. Während er sich bereits an einer Krötenumsetzaktion in Neschwitz beteiligte, lud er im Gegenzug zu Vorträgen und Rundführungen in den Zoo ein. „Und als wir zwischendurch Platzprobleme hatten, konnten wir im Zoo mehrere Wachteln in einer freien Voliere unterbringen“, erzählt Angelika Schröter. Ein Gewinn für beide Seiten.

Nun wird die Zusammenarbeit auch durch finanzielle Unterstützung gekrönt: Knapp 2000 Euro wurden vom Zoo Hoyerswerda an die Naturschutzstation übergeben. Eine Summe, die aber nur dank der Zoobesucher zusammengekommen ist. Denn seit Mai wurde das Geld im Spendentrichter im Tropenhaus für den Naturschutzverein gesammelt. Neben Angelika Schröter zeigte sich auch Arthur Kusber, Geschäftsführer der Zookultur Hoy­erswerda, beeindruckt: „Wir freuen uns, dass unsere Besucher die Aktion so großzügig unterstützt haben. Natur- und Artenschutz zu betreiben ist uns wichtig.“

Das Geld soll in die Wildvogelauffangstation fließen, wie Angelika Schröter berichtet. Volieren müssen ausgebaut, Beschilderungen erneuert werden. Das Geld wird dringend gebraucht. „Wir freuen uns über die Unterstützung der heimischen Tierwelt. Viele kennen sich heutzutage mit exotischen Arten besser aus als mit denen vor der eigenen Haustür“, bedauert die Vereinschefin. Gerade weil der Zoo Infos über Krähe, Eichhörnchen und Co. an Groß und Klein hinaus trägt, sei die Zusammenarbeit für sie und ihr Team so wertvoll. Und dabei soll es bleiben: Unterstützung für das kommende Jahr hat der Zoo längst zugesagt.