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| 16:38 Uhr

Hoyerswerda
Verfressene Tiere, verzückte Besucher

Die Kubakrokodile Jakob und Primus bekamen vor den Augen der Besucher einen besonderen (nachträglichen) Festtagsschmaus: Zooleiter Eugène Bruins servierte „Ratte am Spieß“. Jakob ist laut Bruins mit seinen drei Metern Länge das größte in Europa lebende Kubakrokodil.
Die Kubakrokodile Jakob und Primus bekamen vor den Augen der Besucher einen besonderen (nachträglichen) Festtagsschmaus: Zooleiter Eugène Bruins servierte „Ratte am Spieß“. Jakob ist laut Bruins mit seinen drei Metern Länge das größte in Europa lebende Kubakrokodil. FOTO: Anja Hummel / LR
Hoyerswerda. Das größte Kubakrokodil, der zahmste Emu, das kuscheligste Stachelschwein: Zur traditionellen Weihnachtsführung zeigte der Zoo Hoyerswerda, was er zu bieten hat. Löwen sollen irgendwann auch wieder dazugehören. Von Anja Hummel

Jakobs leuchtende Augen  lugen aus dem Wasser hervor. Der große Trubel vor seiner Nase scheint ihn nicht zu stören. Er konzentriert sich auf was ganz anderes: Dicht über dem riesigen Schädel des schuppigen Koloss baumelt ein wahrer Gaumenschmaus. „Ratte am Spieß“ heißt der Hauptgang, der von Zoo-Chef Eugène Bruins höchstpersönlich aufgetischt wird. Das tote Futter hängt an einem meterlangen Stock. Von außen über die Glasscheibe gehievt, gelangt das Festmahl zum hungrigen Kubakrokodil. Kaum in Reichweite, schießt der fast drei Meter lange Jakob aus dem Wasser. Am Stock baumelt jetzt nichts mehr.

Zur traditionellen Weihnachtsführung im Zoo Hoyerswerda war es am Mittwoch noch wärmer als üblich im Tropenhaus. Mehrere hundert Besucher wollten sich die Kroko-Fütterung mit anschließendem Rundgang nicht entgehen lassen. Vom Tropenhaus nahm Zooleiter Bruins die Gäste mit zu Emu Hilde, Stachelschwein Lina und dem Zebra-Duo, während er aus dem Nähkästchen plauderte. Über die geplante Afrika-Savanne zum Beispiel, die mit Baustart im kommenden Jahr stolze 3000 Quadratmeter groß werden soll. Nicht die einzigen Pläne des Niederländers: „Ich will die Löwen wieder nach Hoyerswerda holen“, verkündet er. Ob er das noch vor seiner Rente schaffe, wisse er zwar nicht, aber „mit Blick auf ihre Beute“ in der künftigen Afrika-Savanne, würde er die Raubtiere gerne wieder in die Zuse-Stadt holen.

Über Löwen im Zoo würde sich auch Sandra Linack sehr freuen. „Der Zoo hat sich im letzten Jahr sehr schön entwickelt“, sagt die 39-jährige Besucherin. „Gerade für Kinder sind die begehbaren Gehege einfach toll.“ Mit ihrem kleinen Sohn Thore im Kinderwagen schlendert die Hoyerswerdaerin mitten durch die Emu- und Känguru-Anlage. Währenddessen beißt Zoo-Chef Eugène Bruins vor versammelter Mannschaft herzhaft in einen Apfel. Nicht des Hungers wegen. Das ist Taktik. „Hilde“, ruft er, reckt das abgebissene Apfelstückchen in die Höhe. Ein Lockruf mit Wirkung. Da lässt sich Hilde, laut Bruins der „zahmste Emu Europas“, auch gleich noch am Hintern kraulen.

Genauso wie das begehbare Emu-Gehege ist auch die Mara- und Nandu-Anlage neu, die Schneeeulen tummeln sich künftig unter einer frisch gefertigten Voliere und die gut einsehbare Erdmännchen-Anlage ist der Renner schlechthin. Stolz präsentiert Bruins auf dem Traditions-Rundgang, wie viel sich im Hoyerswerdaer Zoo im vergangenen Jahr getan hat.

Weil es immer wieder „Neues zu sehen gibt“, hat sich das Hoyerswerdaer Ehepaar Rißmann gleich eine Jahreskarte zugelegt. „Wir sind alle zwei Wochen da, es lohnt sich immer, herzukommen“, schwärmt Eva Rißmann. Dass hier nicht Quantität, sondern Qualität groß geschrieben wird, das bemerkt Besucherin Astrid Löpke. „Die Gehege sind schöner geworden und die Verbindung von Schloss und Zoo ist ideal“, sagt die 48-Jährige. Freundin Ricarda Müller nickt zustimmend. „Auch die vielen Aktionen für Kinder sind sehr gut“, sagt die Lehrerin aus Torno. Dass es auch im kommenden Jahr so weitergeht, hoffen die beiden Besucherinnen. Bei all den ehrgeizigen Plänen von Zoo-Chef Bruins dürfte sich dieser Wunsch wohl erfüllen.

Der Beweis vor den zahlreichen Besuchern: Hilde ist eine handzahme Dame.
Der Beweis vor den zahlreichen Besuchern: Hilde ist eine handzahme Dame. FOTO: Anja Hummel / LR
Zooleiter Eugène Bruins füttert die „verschmuste“ Stachelschweinfrau Lina.
Zooleiter Eugène Bruins füttert die „verschmuste“ Stachelschweinfrau Lina. FOTO: Anja Hummel / LR
Emu-Dame Hilde lädt zum Rundgang durch das Gehege ein. Ihr Hoyerswerdaer „Zuhause“, das sie mit Kängurus teilt, ist für die Besucher frei begehbar.
Emu-Dame Hilde lädt zum Rundgang durch das Gehege ein. Ihr Hoyerswerdaer „Zuhause“, das sie mit Kängurus teilt, ist für die Besucher frei begehbar. FOTO: Anja Hummel / LR