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| 17:59 Uhr

Naturschutzprojekt
Zoo Hoyerswerda wildert Steinkauz aus

Ein in Hoyerswerda gezüchteter Jungvogel flattert jetzt im Harz umher. Foto: Zoo Hoyerswerda
Ein in Hoyerswerda gezüchteter Jungvogel flattert jetzt im Harz umher. Foto: Zoo Hoyerswerda FOTO: Zoo Hoyerswerda
Hoyerswerda. Ein gezüchteter Jungvogel fliegt jetzt im Harz umher. Der Zoo möchte das Naturschutzprojekt fortsetzen. Von Anja Hummel

Selten sind sie geworden, die Steinkäuze, sagt Zooleiter Eugène Bruins. Umso mehr freut sich das Team aus Hoyerswerda über ihren jüngsten Naturschutz-Triumph: Ein Jungtier, das in Hoyerswerda gezüchtet wurde, ist vor kurzem erfolgreich in einem Wiederansiedlungsprojekt im Harz in die Freiheit entlassen worden. „Wir freuen uns, dass wir unseren kleinen Steinkauz im September aus dem Auswilderungskäfig, wo er zur Eingewöhnung untergebracht war, in sein neues Revier freilassen konnten“, erklärt Bruins und betont: „Seit ich in Zoos arbeite, ist es ein großer Wunsch, diese ultimative Form des Naturschutzes zu betreiben. Wir machen bei diesem Projekt gern weiter mit.“

Das Wiederansiedlungsprojekt im nördlichen Harzvorland läuft seit den 1990er-Jahren. Das Gebiet biete besondere Lebensbedingungen für die Vogelart, erklärt Projektinitiator Eckhard Kartheuser. Die Landschaft ist abwechslungsreich und im Jahresdurchschnitt wärmer und niederschlagsärmer als andere Regionen. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern wurden Teile des Gebietes in den vergangenen Jahren behutsam rekultiviert, um potenzielle Habitate für die Steinkäuze zu schaffen. So sei beispielsweise eine rund drei Hektar große Streuobstwiese so umgestaltet worden, dass sie der Eule zum einen freie Sicht für die Jagd bietet und zum anderen genügend Versteckmöglichkeiten für die Ansiedlung von Beutetiere bereithält. Auf diese Weise sei es gelungen, die Artenvielfalt in diesem Gebiet wieder deutlich zu erhöhen, freut sich Eckhard Kartheuser.

Die Zahl der Steinkäuze ist in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen, weil es den Vögeln an Lebensraum und Nahrung mangelt. „Streuobstwiesen und alte, für die Brut geeignete Bäume gibt es immer weniger und die so wichtigen alten Mauern werden oft saniert. Außerdem sterben viele Käuze durch den Straßenverkehr“, erklärt Eugène Bruins. Steinkäuze sind mit einer Körperlänge von rund 22 Zentimetern relativ klein. Sie siedeln sich am liebsten in kaum bewachsenen und offenen Gebieten an und machen Jagd auf Vögel, Nager und größere Insekten.