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| 14:23 Uhr

60 Jahre Zoo Hoyerswerda
Hüpfende Attraktion

 Wer schaut denn da aus dem Beutel? Der Nachwuchs der Bennettkängurus entwickelt sich gut im Zoo.
Wer schaut denn da aus dem Beutel? Der Nachwuchs der Bennettkängurus entwickelt sich gut im Zoo. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Der Zoo Hoyerswerda hat in seinem Jubiläumsjahr noch einige Aktionen parat. Ein Höhepunkt ist das Tierparkfest am 1. September. Musikalischer Stargast ist Frank Schöbel. Von Sascha Klein

Hilde macht es einem nicht gerade leicht: Mit großen Schritten stolziert die Emu-Dame durch das Gehege mit den Bennett-Kängurus und schnappt sich die besten Stücke Zwieback und Knäckebrot. Die sind eigentlich für die Kängurus gedacht, um sie anzulocken. Denn: Das Geheimnis des Kängurus steckt im Beutel. Hilde ist das wurscht: Dort, wo Futter ist, ist auch der Emu – und eben nicht die Kängurus. Trotzdem lässt sich ein Blick auf den Nachwuchs erhaschen, denn: Die Besucher im Zoo Hoyerswerda können dieses Gehege auch betreten und kommen den Tieren recht nah.

Die kleinen Kängurus sind im Moment der Renner im Zoo. Insgesamt sind es fünf – und alle fünf sind unterschiedlich groß. Vier hoppeln bereits den Alt-Tieren hinterher. Eines hat sich im Beutel der Mutter versteckt und schaut manchmal frech heraus. Was die Kängurus nicht wissen: Sie sind in einem besonderen Jahr geboren, denn die Zoo feiert in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen.

Was für den Zoo positiv ist: das Wetter: „Wir haben jetzt schon mehr Besucher als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres“, sagt Zoo-Sprecherin Stefanie Jürß. Insgesamt sind es 5,8 Prozent Zuwachs. Zugute kommt dem Zoo zurzeit das eher trübe und verregnete Sommerwetter: „Das ist typisches Zoo-Wetter“, betont sie. Zwischen Montag und Freitag strömen zurzeit zwischen 400 und 600 Menschen in den Zoo. An den Wochenenden seien es oftmals sogar noch mehr. Bis jetzt falle die Besucherbilanz sehr gut aus.

Deutlich mehr Besucher erwartet der Zoo derweil am 1. September zum Tiergartenfest. In diesem Jahr steht die 60-Jahr-Feier natürlich im Fokus der Feierlichkeiten. Einen speziellen Gast haben die Organisatoren bereits gewinnen können: Schlagerstar Frank Schöbel. Er wird am 1. September ab 14 Uhr auftreten. Ob er dann auch Augen für die kleinen Kängurus hat: unwahrscheinlich. Aber: Aufgrund der 60-Jahr-Feier kommen alle diejenigen, die in diesem Jahr auch 60. Geburtstag feiern, für weniger Geld in den Zoo – fünf statt acht Euro.

Nach dem Tiergartenfest sollen dann die Sanierungsarbeiten an der Pinguinanlage beginnen. Zur Erinnerung: Die Tiere waren im vergangenen Jahr nach und nach gestorben. Der Verein der Zoofreunde Hoyerswerda hatte im April mit einer 60 000-Euro-Spende den Umbau möglich gemacht. Unter anderem soll das Wasserbecken umgebaut und die Gehegestruktur verändert werden. Zudem soll das Wasser im Sommer gekühlt und im Winter erwärmt werden können.

Die Kängurus werden von den Bauarbeiten nichts mitbekommen. Sie können sich in ihrem Gehege austoben. Für immer werden sie nicht in Hoyerswerda bleiben. „Der alte Känguru-Bock würde das Jungtier nicht akzeptieren. Zudem besteht bei den Weibchen Inzest-Gefahr, wenn sie sich mit dem Bock paaren“, so Zoo-Sprecherin Stefanie Jürß. Noch seien die springenden Racker jedoch eine ganze Weile im Zoo Hoyerswerda zu beobachten.