Eine Erstnachzucht bei den Südlichen Kugelgürteltieren ist im Zoo Hoyerswerda geglückt. Seit wenigen Tagen kümmert sich Mama Gwendolyn vorbildlich um die Mini-Kugel. „Wir freuen uns sehr, dass uns die Nachzucht der ersten Südlichen Kugelgürteltieren im Zoo Hoyerswerda erfolgreich gelungen ist“, berichtet Eugène Bruins, Zoologischer Leiter.
Für die Tierpfleger war es eine richtige Überraschung, denn die Trächtigkeit ist äußerlich bei den Kugelgürteltieren nicht zu erkennen. Erst beim Säubern der Schlafhöhle fiel ein zweites eingekugeltes Gürteltier auf. Um aber eine mögliche Schwangerschaft erahnen zu können, wird das Kugelgürteltier-Weibchen regelmäßig gewogen.
Doch bei einem Geburtsgewicht um die 100 Gramm, gibt auch das keinen eindeutigen Beweis. Das Gürteltierpaar Gwendolyn & Günther lebt im Zoo Hoyerswerda eine Teilzeitehe. 100 Tage (die Tragezeit beträgt im Schnitt 120 Tage) verbringen sie immer gemeinsam, bevor beide für kurze Zeit getrennte Wege gehen. Für den Nachwuchs ist allein das Weibchen zuständig.
Die Mini-Panzerkugel ist schon ein vollwertiges Gürteltier nur in Miniaturformat. Es kann sofort laufen und ist mit drei Monaten schon selbstständig. Der schützende Panzer härtet erst nach ein paar Tagen aus. Seit heute weiß Reviertierpflegerin Carolin Adler auch: „So wie es aussieht ist es ein Männchen. Ob er nach seinem Papa Günther kommt und genauso aufgeweckt und neugierig ist, wird sich noch rausstellen.“

Gürteltiere sind relativ neu im Zoo Hoyerswerda

Seit 2018 lebt das Südliche Kugelgürteltier Günther im Tropenhaus des Zoos. Ein Jahr später zog seine Partnerin Gwendolyn zu ihm. Die Art wurde vorher noch nicht im Zoo Hoyerswerda beherbergt, umso erfreulicher ist die erste Nachzucht nach so kurzer Partnerschaft.
Diese Kugelgürteltiere sind im südlichen Südamerika beheimatet. Dort hält es sich am liebsten in Erdbauten auf. Mit seinen kräftigen Vorderpfoten gelangt er mühelos an seine bevorzugte Nahrung: Insekten. Der beschützende ledrige Rückenpanzer von Gürteltieren, ist zu vergleichen mit dem Panzer der Schildkröten, er ist aber flexibler. Kugelgürteltiere sind die einzigen Gürteltiere, die sich bei Gefahr komplett zusammenrollen können. Die Panzer von Kopf, Körper und Schwanz passen ganz genau ineinander. In ihrer Heimat stehen Gürteltiere auch auf dem Speiseplan des Menschen. Die Bejagung und der Verlust ihres
Lebensraumes führte dazu, dass sie mittlerweile als bedroht geführt wird. Das Südliche Kugelgürteltier kann bis zu fünfzehn Jahre alt werden.