ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:31 Uhr

Weiterentwicklung im Blick
Große Pläne im Jubiläumsjahr

 Die Bezeichnung „Zoo“ hat der Zoo Hoyerswerda erst im Jahr 1994 erhalten. Damals war Dr. Werner Jorga Zoodirektor.
Die Bezeichnung „Zoo“ hat der Zoo Hoyerswerda erst im Jahr 1994 erhalten. Damals war Dr. Werner Jorga Zoodirektor. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Der Zoo in Hoyerswerda wird 60 Jahre alt und soll in diesem Jahr die nächsten Höhepunkte bekommen. Der zoologische Leiter träumt von einer besonderen Leoparden-Anlage. Von Sascha Klein

Das Feierjahr für die Stadt Hoyerswerda ist Geschichte – das Feierjahr des Hoyerswerdaer Zoos steht noch bevor. In diesem Jahr heißt es, auf 60 Jahre Tiergehege, Tierpark und Zoo zurückzublicken. Für Eugène Bruins, den zoologischen Leiter, ist das natürlich auch ein Grund, an der Weiterentwicklung des Zoos zu feilen – quasi an der Hardware. Schon in den kommenden Wochen soll die erste Veränderung zu sehen sein: Dann ist das Schildkrötenhaus saniert. 40 000 Euro hat das in etwa gekostet. Die gepanzerten Riesen können sich über eine Renovierung, aber vor allem über eine neue Lüftungsanlage freuen. Wie Bruins betont, möchte er den Schildkröten auch tieferes Wasser und ein Schlammbecken anbieten. Das soll noch vor dem Sommer fertig sein.

Der Höhepunkt der 60-Jahr-Feiern soll die Fertigstellung der Leoparden-Anlage sein, für die der Zoo in den vergangenen Monaten kräftig geworben und um finanzielle Unterstützung gebeten hat. Das Projekt soll etwa 165 000 Euro kosten. Wann die Besucher die neue Leoparden-Anlage bestaunen können, ist noch unklar. Beim Fertigstellungstermin bleibt Bruins bewusst ganz vorsichtig: „Vermutlich wird sie nicht vor dem Herbst fertig sein“, sagt der zoologische Leiter und Kurator. Er hofft auf August. Beim Aussehen der fertigen Anlage stapelt Eugène Bruins nicht gerade tief: „Ich träume von der schönsten Leoparden-Anlage Europas“, sagt er mit verschmitztem Lächeln. Eines muss das neue Prunkstück jedoch auf jeden Fall erfüllen: „Mein Ziel ist ein Gehege, in dem sich die Tiere wohlfühlen und für die Gäste gut zu sehen sind.“ Zwei Höhlen sollen für Besucher einsehbar werden. Im besten Falle sollen sich Gäste und Tiere in die Augen schauen können.

Der Zoo Hoyerswerda hat eine bewegte Geschichte – und die Hoyerswerdschen eine besondere Beziehung zu ihrem Tierpark. In den 1950er-Jahren ist er über das Nationale Aufbauwerk (NAW) errichtet worden. Hunderte haben in ihrer Freizeit Gebäude und Gehege hochgezogen. 1959 ist Hoyerswerdas legendärer Museumsdirektor Günter Peters dann auch Chef des Tiergeheges geworden. Kunst ist im Tierpark großgeschrieben worden. Dort haben Bildhauersymposien stattgefunden – und Generationen von Eltern und Großeltern haben ihre Kinder und Enkel auf den bronzenen Ziegen fotografiert. Auch Eugène Bruins freut sich auf Begegnungen mit den Baumeistern des Tierparks: „Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich Leute treffe, die gemeinsam mit Peters den Zoo aufgebaut haben“, betont er. Er würde sich freuen, möglichst viele von ihnen in diesem Jahr begrüßen zu können.

 Eugène Bruins ist seit 2016 zoologischer Leiter.
Eugène Bruins ist seit 2016 zoologischer Leiter. FOTO: LR / Sascha Klein

Von 1975 bis 1984 hat Dr. Hans-Dieter Hohmann den Tierpark geleitet. Dessen Nachfolger Dr. Werner Jorga hat den Tierpark schließlich durch Forschung und Züchtung zum Zoo gemacht (1994). Jorga ist insgesamt 24 Jahre der Mann an der Spitze gewesen – so lange wie bislang noch niemand. Ihm folgten Dr. Monika Häfner (bis 2010) und Dr. Kathrin Kaltwaßer. Seit August 2016 leitet nun Eugène Bruins den Zoo.

Demnächst wird ein neuer Zoo-Bewohner in Hoyerswerda erwartet. Er heißt Monty. Welcher Art er angehört, will Bruins noch nicht verraten. Nur so viel: Monty kann klettern und bekommt gerade im Zoo sein Gegehe. Weibliche Unterstützung für ihn soll es auch geben.