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| 14:08 Uhr

Heimat
Bald Lausche-Blick bis zur Schneekoppe

 Bis heute werden die Überreste des alten Gasthofes als Aussichtspunkt auf der Lausche genutzt. Bald bietet eine acht Meter hohe Plattform eine Rundumsicht in alle Richtungen.
Bis heute werden die Überreste des alten Gasthofes als Aussichtspunkt auf der Lausche genutzt. Bald bietet eine acht Meter hohe Plattform eine Rundumsicht in alle Richtungen. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Waltersdorf. Noch in diesem Jahr soll es von der Lausche im Zittauer Gebirge wieder freie Sicht in alle Richtungen geben. Denn auf dem Gipfel des 793 Meter Berges wird eine acht Meter hohe Aussichtsplattform errichtet. Der Großschönauer Bürgermeister Frank Peuker als Bauherr rechnet mit einer Fertigstellung im Herbst dieses Jahres. Von Torsten Richter-Zippack

Die eigentliche Turmkonstruktion soll ab Mitte August aufgestellt werden. Die entsprechenden Teile, so kündigt Peuker an, werden per Hubschrauber eingeflogen. Der Grund: Der Lausche-Gipfel befindet sich inmitten eines besonders sensiblen Naturschutzgebietes. Zudem ist der Weg auf den Gipfel nicht für Lastkraftwagen geeignet.

Ursprünglich sollte der Turm eher aufgestellt werden. Allerdings werde für das Bauwerk noch die entsprechende Ausführungsstatik benötigt. „Aufgrund der vollen Auftragsbücher geeigneter Experten wird es nun etwas später“, sagt Peuker. Daher musste der Bauablauf ein wenig geändert werden.

Nun erfolgt zunächst die weitere Gestaltung des Gipfelplateaus. Unter anderem werden bereits vorhandene Treppen und Trockenmauern instand gesetzt. Zudem entsteht eine Schutzhütte. Der auf dem Gipfel befindliche Funkmast bleibt erhalten, allerdings verlagern die Betreiber die entsprechende Technik in ein anderes Gebäude als das jetzige. Die künftige Aussichtsplattform werde um den Funkmast herum platziert. Bereits im Jahr 2018 war das Turmfundament errichtet worden. Damals kamen ebenfalls Hubschrauber zum Einsatz.

Von der Aussichtsplattform verspricht sich Bürgermeister Peuker eine umfassende 360-Grad-Rundumsicht. Bislang wird diese in östlicher Richtung durch die alten Buchen massiv eingeschränkt. Die Bäume haben Peukers Angaben zufolge aufgrund der extremen Wetterbedingungen auf der exponierten Bergkuppe ihr entsprechendes Lebensalter bereits erreicht. Eingriffe in den Wald verbieten sich, da das Gebiet komplett unter Naturschutz steht.

Das ist auch ein Hauptgrund, dass es auch perspektivisch keine Gastronomie auf der Lausche geben wird. „Wir haben ja sowohl auf deutscher als auch auf tschechischer Seite ein breites Angebot an Gaststätten“, nennt Frank Peuker ein weiteres Argument. Direkt über die Lausche verläuft die Staatsgrenze zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik.

Durch den neuen Aussichtsturm auf der Lausche wird der Blick auf das Iser- und Riesengebirge wieder frei. Bei guter Sicht ist sogar die etwa doppelt so hohe Schneekoppe erkennbar. Ebenso wird der weitaus näher befindliche Jeschken bei Liberec sichtbar. Schon heute sollen bei extrem klarer Sicht mittels Fernglas in südlicher Richtung die Türme von Prag erkennbar sein. Im Norden reicht der Blick bis zu den Kraftwerken von Boxberg und Schwarze Pumpe.

Die Lausche ist mit ihren knapp 800 Metern Höhe der höchste Gipfel der deutschen Oberlausitz und Deutschlands östlich der Elbe. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts existierte auf dem Bergplateau eine Gastwirtschaft. Diese war aus bis heute nicht völlig geklärten Ursachen am 8. Januar 1946 abgebrannt. Ein Wiederaufbau wurde aufgrund der unmittelbaren Nähe der Staatsgrenze sowie aus Naturschutzaspekten verworfen.