Von Anja Guhlan

Es ist 130 km/h schnell, besitzt rund 20 PS, hat einen Hubraum von 250 Kubikzentimetern und ist genau 30 Jahre alt: Das Feuerwehrmotorrad des Feuerwehrfördervereins Zerre/Burg. So strahlt es in dem leuchtenden Feuerwehrrot und trägt die weiße Aufschrift „Feuerwehr“. Auch die Sirenen- und Lichtanlage sowie die Funkanlage funktionieren rein theoretisch noch.

„Allerdings befindet sich das Motorrad – ein Krad ETZ 250 – nicht im Einsatz, sondern dient eher als Traditionsmotorrad für diverse Ausfahrten und Präsentationszwecke“, erklärt Marco Fröhling, der Ortswehrleiter in Zerre. Denn das Motorrad ist nicht mehr auf  dem neuesten technischen Stand.

Einst als Polizeimotorrad hergestellt, diente es im Anschluss jahrelang als Einsatzfahrzeug bei der Werksfeuerwehr im Braunkohletagebau Welzow. „Seit dem Jahr 2017 sind wir im Besitz dieses Schatzes“, erklärt Fröhling. Über die Beschaffung wissen die Kameraden in Zerre nur wenig. „Irgendwann muss der ehemalige Gemeindewehrleiter Wilfried Wegner das Motorrad besorgt haben. Nach seinem Tod hat nun der Fördervererein der Wehren Zerre und Burg das Motorrad unter seine Obhut genommen“, erklärt Fröhling. „Die Gemeinde wollte es erst verkaufen, doch ein Verkauf schien uns zu schade. Wir wollten es unbedingt behalten und erhalten“, erinnert sich der Ortswehrleiter.

Seitdem kümmern sich die Kameraden Raik Münzer (47) und Werner Waschnick (66) um das Gefährt. Beide sind privat leidenschaftliche Motorradfahrer und kennen sich mit der Materie etwas aus. „Mit dem Motorrad haben wir eine kleine Rarität bei uns. Diese muss behutsam gepflegt und gewartet werden, schließlich hat das Motorrad schon einige Jahre auf dem Buckel“, meint Werner Waschnick. Ungefähr 20 Stunden im Jahr werkeln und putzen die zwei Kameraden  an dem Krad. „So etwas muss unbedingt erhalten bleiben“, betont Waschnick nochmal. Am besten weitere 30 Jahre oder noch mehr.