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Tag und Nacht der Toleranz
Zeichen für Offenheit und Respekt

Am 11. April gibt es wieder einen „Tag und Nacht für Toleranz“ in Hoyerswerda: Begegnungen an neun Orten.

Es soll ein Tag sein, der Denkanstöße gibt und Begegnungen organisiert. „Ein Tag, an dem wir gemeinsam in Hoyerswerda ein Zeichen setzen für ein gemeinsames Miteinander, für Offenheit, gegenseitigen Respekt und gegen Fremdenfeindlichkeit“, sagt Jens Leschner von der Koordinierungsstelle Bildung der Stadt Hoyerswerda. Denn die Stadt und die Initiative Zivilcourage stellen bereits zum sechsten Mal einen stadtweiten „Tag und Nacht für Toleranz“ auf die Beine. Weitere Partner sind die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven in Hoyerswerda (RAA) und das Bürgerbündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“. Am Mittwoch, dem 11. April, wird der gemeinsame Aktionstag in diesem Jahr stattfinden. Insgesamt neun Veranstaltungen, Schülerprojekte, Vorträge und Diskussionsrunden stehen im Programm.

Hoyerswerda hat mit diesem „Begegnungs“-Tag im eigenen Kalender ein Statement gesetzt. Im Jahr 2013 wurde der Aktionstag unter dem damaligen Motto „Miteinander leben – Einander erleben!“ bundesweit ausgerufen und organisiert. Während es für viele Kommunen damals eine einmalige Aktion war, hat Hoyerswerda die Idee und das Konzept zu einer festen Größe gemacht. Jedes Jahr im April wird seitdem dieser „Tag und Nacht für Demokratie und Toleranz“ in der Stadt durchgeführt. Er führt Menschen aus verschiedenen Kulturen bei Sport, Spiel, Tanz und Bastelei zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. „Gerade auch die politisch zu beobachtenden Veränderungen zeigen, wie wichtig dieser Bereich in Begegnung, Aufklärung, aber eben vor allem die Stärkung unserer freiheitlich-demokratischen Werte ist“, sagt Jens Leschner.

Dass dies am besten funktioniert, wenn Begegnungen stattfinden, ist die Erfahrung aller Partner der vergangenen Jahre. Und deshalb ist es auch in diesem Jahr wieder das Rezept. So werden in mehreren Schulen Projekttage durchgeführt, die ein tolerantes Miteinander befördern und Barrieren überwinden helfen sollen. So wie am Haus 2 des Beruflichen Schulzentrums „Konrad Zuse“ an der Lieselotte-Herrmann-Straße. Dort lernen Jugendliche aus der Region und auch viele junge Menschen mit Migrationshintergrund. Bei einem schulinternen Tag der Begegnung werden diese Schüler an verschiedenen Stationen ihre Kreativität, handwerkliches Geschick sowie ihre Talente in Sport, Tanz und Musik unter Beweis stellen - „und dabei sicher viel übereinander lernen“, so Leschner.

Einen anderen Ansatz verfolgt das Planspiel „Asyl in Buntanien“, das die Kulturfabrik schon seit einigen Jahren zu diesem Aktionstag veranstaltet. Dabei geht es um einen Perspektivwechsel: Schüler des Lessing-Gymnasiums erleben in einem Rollenspiel, wie es sich anfühlt, in ein fremdes Land zu kommen und vor welchen Problemen sie innerhalb eines Asylverfahrens stehen.

Begegnungen zwischen Kindern und Familien verschiedener Nationalitäten finden zum Beispiel in der Kita Lutki-Haus in Zeißig, in der Lindenschule bei einem Sport- und Spielfest und in der Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“ statt. Doch darüber hinaus sind auch drei öffentliche Vorträge und Diskussionsrunden für jedermann vorbereitet.

So geht es auf der Kinder- und Jugendfarm am Nachmittag um das wichtige Grundlebensmittel Wasser, das nicht überall auf der Welt gleich vorhanden ist. Der Kulturbund Hoyerswerda diskutiert in einer öffentlichen Gesprächsrunde die wichtige Frage, inwiefern das Lernen aus der eigenen Geschichte für das Wirken für eine friedliche Welt sensibilisiert. Und auch die evangelische Kirche beteiligt sich mit einer aktuellen Diskussion am „Tag & Nacht für Toleranz“. In einem Gesprächsabend betrachtet Pfarrer Jörg Michel ein konfliktreiches Thema: Sind die großen Religionen Konfliktursache oder Friedensquelle?