„Viele Gehwege sind nicht in bestem Zustand“ , klagt der 83-Jährige über Stolperfallen. Außerdem fürchtet sich der Mann für Überfällen: „Wenn jetzt schon Rentnern am Tag die Tasche geklaut wird, was passiert denn erst im Dunkeln? Das ist doch eine Einladung für Kriminelle.“
Was den Hoyerswerdaer am meisten ärgert: „Die Lampen sind nicht mal planvoll abgeschaltet. Dort, wo keiner mehr wohnt, brennen sie hell und wir müssen uns zu unseren Hauseingängen tasten. Das kann man doch nicht machen.“
Die Abschaltung vieler Straßenlampen ist keine Willkür, sondern die Umsetzung eine Stadtratsbeschlusses. Angesichts knapper Kassen hatten die Räte im April dieses Jahres entschieden: „Im gesamten Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile wird weitestgehend jeder zweite Lichtpunkt total abgeschaltet.“ Allerdings hatte der Stadtrat damals Wert darauf gelegt, dass die Abschaltung so erfolgt, dass die Verkehrssicherheit gewahrt bleibt. An Fuß- und Radwegen, an Kreuzungen, vor Schulen und Kitas, Haltestellen sowie Wohnanlagen für Behinderte und Senioren sollte das Licht - trotz Sparzwang - weiter brennen. Bis 2007 sollen die Ausgaben für Strom für die Straßenbeleuchtung so um rund 55 000 Euro gesenkt werden.
Wer sich ganz und gar nicht mit der Wahl der abgeschalteten Leuchten anfreunden kann, der könne sich an das Bauamt der Stadtverwaltung wenden, erklärte Rathaus-Sprecher Sandro Fiebig gestern gegenüber der RUNDSCHAU. Dort könne genau geklärt werden, welche Lampen im Besitz der Stadt seien, welche den Großvermietern gehören und wo ein Privatmann Besitzer ist, erklärte Fiebig. Gemeinsam mit dem Amt könne dann auch geschaut werden, ob die Abschaltung anderer Laternen sinnvoller wäre, damit Bürger sich sicherer fühlen, bot der Rathaus-Sprecher an. (ck)