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Yados will weiter wachsen

Cornelia Schmidtbauer, Planerin Fernwärmestation bei der Firma Yados, und Schweißer und Monteur Eric Radestock schauen auf den Plan einer 3D-Zeichnung. So soll die Fernwärme-Übergabestation aussehen, die in die Schweiz geliefert wird.
Cornelia Schmidtbauer, Planerin Fernwärmestation bei der Firma Yados, und Schweißer und Monteur Eric Radestock schauen auf den Plan einer 3D-Zeichnung. So soll die Fernwärme-Übergabestation aussehen, die in die Schweiz geliefert wird. FOTO: Sascha Klein
Hoyerswerda. In diesen Tagen schaut der Hoyerswerdaer Fernwärme-Experte Yados Richtung Süden. In der Schweiz läuft gerade eines der aktuellen Projekte. Sascha Klein

Yados baut in seinen Produktionshallen im Gewerbegebiet Nardt zurzeit eine Übergabestation für den Ort Camorino im Schweizer Kanton Tessin. Die Station, die die gewonnene Wärme aus einer Müllverbrennung verteilen soll, wird in etwa eineinhalb Wochen geliefert. Dafür läuft gerade alles nach Plan. Wenn die maßgeschneiderte Anlage fertig ist, wird sie zerlegt, auf einen Lastwagen verladen und gen Schweiz transportiert. Wie Yados-Prokurist Olaf Besser betont, macht Yados 20 Prozent seines Umsatzes derzeit im Ausland. Zurzeit rechnet das Hoyerswerdaer Unternehmen mit einem Jahresumsatz von etwa 35 Millionen Euro.

Äußerlich läuft bei Yados alles wie bisher, nur in der Struktur hat sich etwas geändert. Das Unternehmen ist seit dem vergangenen Jahr 100-prozentige Tochter der Liechtensteiner Hoval-Gruppe. Allerdings, so betont Olaf Besser, werden Steuern weiterhin in Hoyerswerda gezahlt. Für Hoval ist Yados das fehlende Puzzleteil gewesen, so der Prokurist. Fernwärme und Energieanlagen hätten in deren Portfolio noch gefehlt. Zudem waren die Liechtensteiner bisher auch Minderheitsgesellschafter und einer der wichtigsten Partner. Yados nutzt unter anderem Hovals Vertriebswege in halb Europa.

Die Hoval-Gruppe hat den Lausitzer Standort jetzt zum Kompetenzzentrum für Fernwärme und Energieanlagen gemacht. "Das stärkt unsere Produktion und unseren Standort", sagt Besser. Yados denke darüber nach, weiter zu wachsen. Rund um das Yados-Gelände sei noch Platz. Das Ziel sei es, die Produktion zu erweitern und womöglich eine neue Halle neben die vorhandene zu setzen. Es gebe bereits Vorgespräche zu Möglichkeiten und zu den Konditionen. Spruchreif ist jedoch noch nichts, so Olaf Besser.

Die Hoyerswerdaer verfolgen immer mehr die Strategie, nicht mehr Einzelanlagen zu verkaufen, sondern potenziellen Kunden mit hohem Strom- und Wärmeverbrauch komplette Energielösungen anzubieten. "Große Unternehmen haben oft ihre Produktion perfektioniert. Daran lässt sich kaum sparen. Sparen können viele aber bei den Energiekosten", sagt Olaf Besser. Yados' Vorteil: Die Lausitzer bieten Lösungen aus einer Hand an. Bis auf den Kessel der Mutter Hoval aus Vaduz stamme alles aus dem Hoyerswerdaer Werk.

Ein weiteres Projekt setzt der Fernwärmespezialist gerade in Irland um. Bei Roscommon in Mittelirland entsteht zurzeit ein Blockheizkraftwerk für die komplette Region. Sogar die Destille des irischen Whisky-Herstellers Tullamore gehöre dazu. Überhaupt schaut Yados im Moment verstärkt in Richtung britische Inseln. Durch den nahenden Brexit gebe es für den Fernwärmeexperten derzeit einige Aufträge mehr als sonst im Vereinigten Königreich. "Im Moment wird dort viel investiert, weil nicht klar ist, wie es nach dem Brexit weitergeht", sagt Olaf Besser. Auch Yados möchte diese Aufträge mitnehmen. Auch wenn der Prokurist vermutet, dass dies nur ein Zwischenhoch ist - bis klar ist, was Großbritannien nach dem Ausscheiden aus der EU erwartet.

Auch in Sachen Personal will Yados weiter wachsen, jedoch nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Etwa 200 Mitarbeiter sind im Unternehmen angestellt. Dabei schaut Olaf Besser auch auf die Alterspyramide: "Wir haben einen Altersdurchschnitt von knapp unter 45. Trotzdem müssen wir natürlich schauen, dass weiterhin junge Fachkräfte nachkommen." Yados bildet aus, schaut sich zudem auf dem freien Markt um. Dabei konkurrieren die Hoyerswerdaer auch mit Großkonzernen wie Bosch und Philipp Morris, die sich in Dresden engagieren wollen. Der Fachkräftepool werde ständig kleiner. Gesucht werden studierte Programmierer, Schweißer, Mechatroniker und technische Planer.