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| 23:27 Uhr

Bürgerhaushalt in Hoyerswerda
Wunsch nach Zebra-Streifen scheitert an Vorschriften

 Das historische Lessinghaus von Hoyerswerda in der Fischerstraße.
Das historische Lessinghaus von Hoyerswerda in der Fischerstraße. FOTO: LR / Catrin Würz
Hoyerswerda. In der Fischerstraße müssen Busse nun Warnblinken.

(cw) Bei der Umsetzung der Einzelprojekte aus dem Bürgerhaushalt Hoyerswerda sind jetzt bei einem der Vorhaben Probleme aufgetaucht. Wie Rathaus-Sprecher Bernd Wiemer mitteilt, sei dies bei der geplanten „Errichtung eines Zebrastreifens über die Fischerstraße“ (Fußgängerüberweg gemäß Straßenverkehrs-Ordnung) der Fall. „Die örtliche Lösung gestaltet sich wegen rechtlicher Vorgaben äußerst schwierig. Daher hatten sich die Mitglieder der Steuergruppe verständigt, die Problematik bei einem Vor-Ort-Termin zu betrachten“, informiert Wiemer.

Dieser fand nun in dieser Woche statt. Daran nahmen auch Vertreter des in der Nähe gelegenen Kindergartens, des Johanneums, der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda und des Polizeireviers teil. Götz Gleiche, Fachgruppenleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Rathaus, informierte dabei zu den rechtlichen Vorgaben zur Errichtung eines Zebra-Streifens. Leider musste dabei festgestellt werden, dass die Errichtung eines Zebra-Streifens an der vorgeschlagenen Stelle rechtlich unzulässig ist und daher hier nicht angeordnet werden darf. Die vorgeschriebenen Sichtbeziehungen und -längen sind nicht gegeben. Die vor Ort befindliche Bushaltestelle sowie Platzfragen sind die ausschlaggebenden Hinderungsgründe.

Eine Verlegung der Haltestelle ist nicht möglich, da diese eine gerade Straßenführung und einen ausreichend breiten Fußweg und Warteplatz für die Fahrgäste verlangt. Ein Wegfall der Haltestelle ist nicht zu befürworten, da sie gut frequentiert ist und vor allem durch die Schüler genutzt wird. Andere Standorte für den Zebra-Streifen scheiden ebenfalls aus, da sie entweder nicht den Laufwegen entsprechen oder ihnen andere Gründe, wie beispielsweise ein fehlender Fußweg, entgegenstehen.

Im Interesse einer sicheren Straßenüberquerung für die Kinder und Schüler sprachen sich alle Beratungsteilnehmer für eine alternative Lösungsidee aus. Diese könnte eine Fußgängerampel mit Signalanforderung sein. Für eine solche Ampel bestehen ebenfalls hohe sicherheitstechnische Anforderungen. Diese und die zugehörigen Kosten werden nun durch die Stadtverwaltung geprüft. Die Ergebnisse sollen der Steuerungsgruppe so schnell wie möglich vorgelegt werden, damit diese bis zur ersten Sitzung des neuen Stadtrates von Hoyerswerda am 27. August eine entsprechende Empfehlung zum weiteren Verfahren übergeben kann.

Unabhängig davon ordnet die Straßenverkehrsbehörde nun kurzfristig an, dass bei Heranfahrt und Halt der Busse an die dortige Haltestelle von Montag bis Freitag, in der Zeit von 7 bis 16 Uhr, der Warnblinker einzuschalten ist. Daraus ergibt sich für Kraftfahrer gemäß StVO folgende Regelung: Busse, die sich mit eingeschalteter Warnblinkanlage einer Haltstelle nähern, dürfen nicht überholt werden. An Bussen, die mit eingeschalteter Warnblinkanlage an einer Haltestelle stehen, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden. Das gilt bei Straßen ohne Mittelstreifen sogar auch für den entgegenkommenden Verkehr.