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Wolfswelpe erst beschossen, dann überfahren

Angefahrener Welpen bei der tierärztlichen Untersuchung.
Angefahrener Welpen bei der tierärztlichen Untersuchung. FOTO: Lupus
Rietschen. Ein Wolfswelpe, der am Mittwoch im Landkreis Bautzen von einem Auto angefahren wurde, ist von einem Tierarzt eingeschläfert worden. Das berichtet das Wolfsbüro Lupus in Rietschen. Bei der Untersuchung kam heraus: Auf den Wolf war zuvor geschossen worden.

Auf der Straße zwischen Bernsdorf und Leippe war der Wolfswelpe am Mittwochmorgen angefahren worden. Der männliche Welpe überlebte den Unfall zwar, schleppte sich noch einige Meter von der Fahrbahn und blieb dann liegen. Ein herbeigerufener Tierarzt betäubte den Wolf und brachte ihn zur Untersuchung in seine Praxis. "Dabei wurden mehrere Knochenbrüche und innere Verletzungen festgestellt, wodurch eine Heilung und Wiederfreilassung des Tieres ausgeschlossen wurde", berichtet Vanessa Ludwig vom Wolfsbüro in Rietschen. Nach Erteilung einer Ausnahmegenehmigung durch das Landratsamt Bautzen wurde der Wolf dann eingeschläfert.

Der Kadaver des Welpen wurde zu weiteren Untersuchungen und Forschungszwecken an das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. "Die Untersuchung dort bestätigte, dass der Welpe vor längerer Zeit, bereits in sehr jungem Alter, beschossen wurde", so Vanessa Ludwig.

Bereits am Samstagwurde bei Rehnsdorf, ebenfalls im Landkreis Bautzen ein toter erwachsener, männlicher Wolf von Spaziergängern gefunden. Die Untersuchung des Kadavers zeigte, dass der Wolf an Auszehrung, also eines natürlichen Todes gestorben ist. "Das Tier hatte eine Verletzung an der Innenseite der Lippen, welche sich stark entzündet hatte. Dies sorgte offenbar dafür, dass der Wolf seit längerer Zeit keine Nahrung und kein Wasser mehr zu sich nehmen konnte und deshalb verhungert oder verdurstet ist", so Vanessa Ludwig.