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Wohnen statt Arbeiten am Laubuscher Markt

Lauta. Einen Bauantrag hat der Besitzer eines Hauses an der Schulstraße am Laubuscher Markt bei der Stadt Lauta gestellt. Er strebt eine Nutzungsänderung von Gewerbe- in Wohnräume an. ang1

Der Laubuscher möchte die im Erdgeschoss befindlichen Gewerberäume mit einer Größe von 178 Quadratmetern in eine Wohnung zum Eigenbedarf umwandeln. Daher beantragte er auch, die Außenfassade ändern zu dürfen. Da das Gebäude in der Denkmalliste des Landkreises Bautzen steht, müssen bei dem Vorhaben denkmalschutzrechtliche Vorgaben der zuständigen Behörde in Kamenz eingehalten werden. Das will der Hauseigentümer berücksichtigen.

Rein baurechtlich ist das Vorhaben also zulässig, solange sich das Objekt in seiner Bauweise in die Umgebung einfügt und das Ortsbild nicht beeinträchtigt wird.

Politisch gesehen sorgte das Vorhaben in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses allerdings für Diskussion. Denn nach der Sanierung der Schule am Markt, deren regulärer Unterrichtsbetrieb im Jahr 2020 beginnen könnte, wollte die Stadt diesen Bereich gern mit Gewerbe beleben. "Es wäre schade, wenn die Gewerberäume jetzt zu Wohnraum umgewandelt werden. Damit ist das Konzept zur Belebung des Marktensembles nicht durchdacht", äußerte sich Ausschussmitglied Hubert Förster (Freie Wähler). Auch Rainer Tomczyk (Die Linke) und Günter Schmidt (Bürgerbewegung) sprachen sich gegen die Umwandlungspläne aus.

Inhaltlich ist Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) ganz bei den Ausschussmitgliedern, versicherte er. "Jedoch ist es eine private Entscheidung des Hauseigentümers und aus baurechtlicher Sicht durchaus genehmigungsfähig", bemerkte Lehmann. Der Eigentümer, der das Gebäude im Jahr 1997 erworben hatte, wollte die Gewerberäume vermieten. Mehrfache Versuche, in dem ehemaligen Konsum Gewerbe anzusiedeln, scheiterten jedoch aus der Sicht des Besitzers. Auch die benachbarten Gewerbeeinheiten sind seit Jahren nicht vermietet. Nach jahrelangem Bemühen sowie Aufforderungen durch das Finanzamt, die leer stehenden Räume zu vermieten, entschloss sich der Besitzer zu der Nutzungsänderung. Er würde aus dem Dachgeschoss, wo er wohnt, ins Erdgeschoss ziehen. Für die Zimmer unterm Dach, ist bereits ein neuer Mieter gefunden.

Ausschussmitglied Elisabeth Petsch (Freie Wähler) getraute sich kaum zu äußern, dass sie diese Idee nicht so schlecht findet. "Immerhin wird auch immer wieder Wohnraum gesucht", sagte sie und fügte an: "Außerdem können wir auch nicht Gewerbe neu erfinden, um diese Räume alle zu belegen." Nach ihrer Vorstellung würde ein Schreibwarenladen in der Ecke ganz gut ankommen, Bäcker oder ein kleiner Konsum befinden sich ja schon in der Nähe.

Am Ende stimmten die Ausschussmitglieder mehrheitlich für das Vorhaben. Hubert Förster und Rainer Tomczyk sprachen sich dagegen aus. Günter Schmidt als unmittelbarer Nachbar enthielt sich.

Das Vorhaben muss nun von der Bauaufsicht in Bautzen geprüft und genehmigt werden. Erst dann kann der Eigentümer damit beginnen, seine Pläne zu verwirklichen.