Eugeniusz Diesterheft nutzt die Gunst der Stunde: Der Ortsvorsteher von Hoyerswerdas Ortsteil Dörgenhausen organisiert ein paar Spaten älteren Datums und begibt sich mit seinem Ortschaftsrat auf die neue Baustelle. Wieso er das tut? Für andere Baustarts gibt es feierliche Spatenstiche. In Dörgenhausen ist der Bau der neuen Dorfmitte einfach so losgegangen. Deshalb organisieren sich die Dörgenhausener nun ihren symbolischen Spatenstich selbst.
Es sieht schon ordentlich nach Baustelle aus hinter dem Gemeindezentrum an der Ortsdurchfahrt. Das Pflaster des alten Platzes ist aufgenommen, ein großer Bagger steht für weitere Arbeiten bereit. „Seit Dienstag nach Pfingsten, Punkt 6.30 Uhr, wird hier gearbeitet“, sagt Diesterheft. Für Dörgenhausen ist die Schaffung einer neuen Dorfmitte ein jahrelanges Herzensprojekt. Bis zu 480 000 Euro wird die Umgestaltung kosten. Ein Großteil der Summe stammt aus Fördermitteln. „Wir haben lange darauf gewartet“, sagt Ortschaftsrätin Ramona Marienfeld, die ebenfalls einen Spaten schwingt.

Hoyerswerda/Dörgenhausen

Etwa 20 Jahre wird bereits über ein neues Dorfzentrum für Dörgenhausen diskutiert. Ortsvorsteher Diesterheft will jetzt aber nicht mehr über die Historie sprechen. Er schaut nach vorne. Das alte, kleine Feuerwehrhaus aus den 1950er-Jahren in der Mitte des Platzes wird abgerissen. Noch Tage zuvor haben Dörgenhausener die letzten Überbleibsel aus dem Gebäude und vom Dachboden geräumt, unter anderem alte Mäntel und eine Werkbank.
Bis zum Herbst 2022 soll die neue Dorfmitte fertig sein – und auch die alte Steindeckerbrücke, die vor wenigen Jahren beim Bau der Ortsdurchfahrt unter der Straße gefunden worden ist, ziert dann den neuen Dorfplatz. Anfassen müssen die Dörgenhausener sogar ihren schicken, riesigen Schwibbogen, der auf dem Areal steht. „Der wird ein paar Meter versetzt“, sagt Diesterheft. Die Handwerks-Experten in seinem Ortschaftsrat haben dafür schon einen Plan.