| 02:46 Uhr

Wohin mit Spritzen und Patronenhülsen?

Jeder Sack Müll ist ein kleiner Sieg beim Frühjahrsputz an der Kletterspinne im Freizeitkomplex. Doch mancher Müll wirft bei den Helfern Fragen auf: Wohin mit Spritzen?
Jeder Sack Müll ist ein kleiner Sieg beim Frühjahrsputz an der Kletterspinne im Freizeitkomplex. Doch mancher Müll wirft bei den Helfern Fragen auf: Wohin mit Spritzen? FOTO: Mandy Decker/mdr1
Hoyerswerda. 25 Laubsäcke und acht Müllsäcke stehen auf der Bilanz des dritten Frühjahrsputzes der Initiative Stadtwunder im Freizeitkomplex (FKO). Dabei entpuppte sich das ehemalige Indianerdorf einmal mehr als nicht ganz ungefährliches Abenteuer-Areal. Mandy Decker / mdr1

Gut, dass sie Handschuhe anhaben, stellen die etwa 25 Helfer am Ende ihrer Aktion im FKO am Samstag fest. Dick genug könne der Schutz für die Hände gar nicht seien, wenn man zum Aufräumen in das Dickicht des früheren Indianerdorfes kriecht und in die undurchsichtige Laubschicht greift. Denn was dort zutage tritt, sind nicht nur Verpackungsmüll und gebrauchte Taschentücher. "Ich habe gerade Spritzen gefunden", stellt Stadtwunder-Gründerin Doreen Becker etwas angeekelt fest, als sie vom Müllsammeln aus Richtung Parkplatz kommt. Vorerst ist das Material im Müllbeutel gelandet. Sie vermutet, dass die Spritzen von Drogenabhängigen stammen. Und die Gruppe fragt sich, ob ein solcher Fund gemeldet werden muss. Auch Patronenhülsen und ziemlich spitze Küchenmesser hätten sie mal so nebenbei eingesammelt. Diese Dinge müssten eigentlich abgegeben werden, sind einige überzeugt.

Auch der Zustand des Spielplatzes neben der Kletterspinne gibt den Stadtwunderern zu denken. Einige lockere Bretter signalisieren Sanierungsbedarf. Sogar gebrochene Bodenflächen und Seitenwände am Rutschenturm haben sie bei ihrer Saubermachaktion bemerkt. Auch fehlen Pflastersteine im Randbereich. Dadurch liegt das Fundament der Umrandung frei. Gefährlich für die Kinder, finden die Stadtwunderer, bedecken den Bereich vorerst mit Sand und beschließen, die Erkenntnisse an die Stadtverwaltung weiterzugeben. Dort wurde der Sachverhalt umgehend aufgenommen. "Wir sind dankbar für den Hinweis und haben die Begutachtung, Schadensaufnahme und erste Schritte zur Reparatur gleich für Dienstagmorgen vorgesehen", erklärt Rathaus-Pressesprecher Bernd Wiemer auf Nachfrage. Grundsätzlich würden alle öffentlichen Spielplätze wöchentlich durch einen sachkundigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung kontrolliert sowie einmal jährlich durch den Tüv. Im Falle der ominösen Fundsachen wird eine Melde- oder Abgabepflicht von offizieller Stelle nicht bestätigt. "Offensichtlicher Abfall kann entsorgt werden. Bestehen Zweifel, können die Sachen aber ebenfalls dem Bürgeramt übergeben werden", rät Bernd Wiemer. Hier werde dann mit den zuständigen Stellen des Landkreises oder der Polizei geprüft, ob Nachforschungen erfolgen sollen. Im Übrigen sei die Polizei vonseiten der Stadtverwaltung bereits gebeten worden, Kontrollen auf dem Areal durchzuführen.

Der nächste Putz könnte für die Initiative demnach vielleicht etwas ungefährlicher werden. Trotz der zweifelhaften Funde quittieren sich die Mitglieder einen gelungenen Auftakt in den Sommer 2015. Das Hasendorf und der neue Ostereierbaum in der Niederkirchner-Straße haben über die Ostertage nur kleine Sturmschäden erlitten. Die Hochbeete in der Hufelandstraße und das umgebende Areal sind geputzt und mit ersten Erdbeeren und neuen Rosen bepflanzt. Außerdem konnte die Initiative eine größere Spende einer Hoyerswerdaer Seniorin entgegen nehmen. Für die nähere Zukunft werden Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene wie ein offener Spiele-Tag im Freien geplant.