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Woher kommen die Pfannkuchen?

Zu den reichen Gaben aus Anlass der Wahl des Kinderprinzenpaares gehörte auch eine Kiste der leckeren Pfannkuchen, deren historischer Ursprung möglicherweise in Wittichenau zu finden ist.
Zu den reichen Gaben aus Anlass der Wahl des Kinderprinzenpaares gehörte auch eine Kiste der leckeren Pfannkuchen, deren historischer Ursprung möglicherweise in Wittichenau zu finden ist. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Wittichenau. Zur Wahl des Kinderprinzenpaares der 311. Saison des Wittichenauer Karnevals am Donnerstag sind zwei grundsätzliche Fragen gestellt worden: Wer erfand eigentlich den zuckersüßen Pfannkuchen und wo? Mandy Fürst / mft1

So richtig zum Feiern war Leopold Hommel gestern Vormittag scheinbar zunächst nicht zumute. Der Junge aus der Vorschulgruppe der CSB-Kita in Wittichenau war zwar gerade zum Kinderprinzen der 311. Wittichenauer Karnevalssaison gekürt worden und um ihn herum tobte die karnevalistische Leichtigkeit. Trotzdem schaute er so nachdenklich drein, als würde er sich um die Bürde des Amtes sorgen. Und auch seine Prinzessin Finja Modsching lächelte vielmehr ehrfürchtig als ausgelassen in die zahlreichen Kameras. Vielleicht lag es ja daran, dass die beiden gerade erfahren hatten, dass in ihrem Herrschaftsgebiet nicht weniger als der Ursprung der wichtigsten Leckerei des Karnevals liegen könnte.

Der Ehrengast der Kinderprinzenwahl 2017 Roland Ermer, seines Zeichens Landesobermeister des Landesinnungsverbandes Saxonia und Präsident des Sächsischen Handwerkstages, hatte sich bereit erklärt, die närrischen Fragen nach dem Wer und dem Woher des Pfannkuchens zu beantworten. Viele Geschichten würden zu diesem Sachverhalt berichtet, hub Ermer zu erzählen an. Naheliegend erscheine ihm die historische Variation, die aus dem Jahre 1795 vom Ansinnen eines Bäckermannes berichtet, der seinem König Friedrich dem Großen als Kanonier zu Diensten hatte sein wollen. Doch sei er militärisch ausgemustert und dafür als Bäcker einberufen worden. Das habe ihn dazu bewogen, zumindest Kanonenkugeln zu backen, die wegen ihres preußischen Entstehungsortes Pfannkuchen genannt wurden. Dieser Kanonier aber habe aus Wittichenau gestammt, berichtet Roland Ermer, sodass der Ursprung der wichtigsten Zutat des Karnevals in Wittichenau zu finden sei. "So haben wir die Herkunft des Pfannkuchens aus der Tradition der Wittichenauer Bäckergilde von 1712 doch mal in die richtige Richtung gerückt", freute sich CSB-Geschäftsführer Peter Neunert.

Die Wahl des Prinzenpaares verkündete ein von den Erzieherinnen liebevoll inszeniertes Theaterstück rund um Susis verschwundenen Roller. Die Spurensuche führte die Kinder symbolisch zur Brauerei, wo sie einen Zettel mit den wichtigen Hinweisen auf den künftigen Prinzen fanden, zum Marktplatz, der wiederum einen Zettel mit Indizien auf die Prinzessin bereithielt, und schließlich zurück in die Kita, wo die Kinder das Papier fanden, das Emil Körner ins Amt des Hofmarschalls berief. An Susis wieder aufgetauchtem Roller schließlich waren die Namen der Paginnen Thalea Gerstmann und Lara Schenker notiert. Bei aller Auswahl aber, hob Kita-Leiterin Simone Posch hervor, sei für die Gemeinschaft jeder Einzelne wichtig. Darum bekam in einer internen Vergabe nach dem Festakt auch jedes Kind seinen Platz im Gefolge des Prinzenpaares.

Seine Totalität, der "große" Prinz Gerold, und dessen liebreizende Prinzessin Anja sowie Bäckermeister Ermer, die Direktorin der Grundschule Gabriele Bulang, der stellvertretende Bürgermeister Georg Szczepanski und die vielen weiteren Gäste aus dem Rathaus, von Institutionen, Unternehmen und Vereinen hatten viele Geschenke mitgebracht. Angesichts dieser Tatsache hellte sich dann doch die Miene des nachdenklichen Prinzen Leopold auf. Und die verhaltene Freude und der Respekt vor dem Amt stehen einem angehenden Machthaber doch recht gut zu Gesicht.

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