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| 21:47 Uhr

Projekte im Lausitzer Seenland
Start für Wasserwanderplatz im Blick

 Der Geierswalder See soll für weitere wassersportliche Nutzer zugänglich gemacht werden. An der Südböschung nahe dem Hotel „Leuchtturm“ baut der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen ab Herbst einen Wasserwanderrastplatz mit Campingflächen, Funktionsgebäude und Slipanlage.
Der Geierswalder See soll für weitere wassersportliche Nutzer zugänglich gemacht werden. An der Südböschung nahe dem Hotel „Leuchtturm“ baut der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen ab Herbst einen Wasserwanderrastplatz mit Campingflächen, Funktionsgebäude und Slipanlage. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda/Boxberg. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen investiert in diesem Jahr gut 926 000 Euro in Planungen und wichtige Projekte, die die touristische Region aufwerten sollen. Von Catrin Würz

Der Finanzplan steht, die Ärmel können hoch gekrempelt werden: Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) will in diesem Jahr rund 926 000 Euro in eine bessere Infrastruktur im Verbandsgebiet investieren. Dafür gab es in dieser Woche grünes Licht von der Verbandsversammlung für den aktuellen Wirtschaftsplan.

Mit Abstand größtes Projekt mit überregional ausstrahlender Wirkung ist der geplante Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See. Schon seit 2016 treibt der Zweckverband LSS die Planung für dieses wichtige Vorzeige-Projekt voran, das den touristischen Bereich am Südufer des Sees weiter qualifizieren soll. Nun ist für den Spätsommer dieses Jahres der Baubeginn fest ins Auge gefasst, bestätigt Zweckverbandsgeschäftsführer Daniel Just. Nach einer notwendig gewordenen Bebauungsplanänderung für das Areal am Seeufer soll der Bauantrag nun weiter vorangetrieben werden.

Der Plan ist: An der Südböschung des Geierswalder Sees soll direkt neben dem neuen Segel- und Inklusionszentrum des 1. Wassersportvereins Lausitzer Seenland (WSLS) ein öffentlicher Anlege- und Übernachtungsplatz für Wasserwanderer neu entstehen. Die Finanzierung ist mit Hilfe von Paragraf 4-Mitteln zur Braunkohlesanierung gesichert. Auf dem Uferareal sind 18 Stellplätze für Wohnmobile, Wohnanhänger und Caravan sowie sechs Flächen für Zelte vorgesehen. Herzstück der Planungen ist jedoch ein Multifunktionsgebäude, das sich architektonisch an andere, ähnliche Bauwerke im Lausitzer Seenland anpassen wird. Das zweigeschossige Gebäude wird an den Hang gebaut und soll im Untergeschoss Sanitärräume für die Camper und Wasserwanderer sowie das Büro des Hafenmeisters beherbergen. Im Obergeschoss – und damit auch vom Wirtschaftsweg auf der Böschung aus erreichbar – wird ein Stützpunkt der Wasserschutzpolizei entstehen. Teil des Projektes ist zudem eine Slipanlage zum Einlassen von Booten mit einem barrierefrei errichteten Schwimmsteg. Nach dem Baustart noch in diesem Jahr sind für den Wasserwanderrastplatz insgesamt 458 000 Euro an Investitionskosten für 2019 eingeplant. Fertig werden soll das Projekt bis Ende 2020 und damit nutzbar sein ab der Saison 2021.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben des Zweckverbandes in diesem Jahr ist das Landmarken-Projekt. Der Bau zweier neuer Aussichtstürme am Scheibe-See und auf dem Blunodamm am Blunoer Südsee soll planerisch entscheidend vorangetrieben werden – ebenso wie ein Konzept für das Anlegen von sieben neuen Sichtschneisen im sächsischen Seenland. Dafür fallen Projekt- und Planungskosten in Höhe von 154 000 Euro an, erläutert Daniel Just. Die Realisierung dieser Landmarken und Sichtschneisen wird im Anschluss allerdings an die jeweiligen Kommunen Hoyerswerda und Elsterheide übergeben, die die Finanzierung dann auch selbst stemmen müssen.

Weitere Gelder des Zweckverbandes sollen 2019 in die Optimierung des Schiffsanlegers am Geierswalder See fließen. 50 000 Euro sind dafür nötig, dass der Anleger für die Fahrgastschifffahrt günstiger gestaltet wird. Durch den sanierungsbedingt niedrigen Wasserstand haben sich zuletzt immer wieder Gefahren und Probleme beim Anlegen des Fahrgastschiffes an der schwimmenden Steganlage gezeigt. In diesem Jahr soll der Anleger nun neu überplant und so schnell wie möglich umgebaut werden.

Im Visier von Planungen sind beim Zweckverband derzeit auch noch der Bau eines Schiffsanlegers am Partwitzer See sowie eines Schiffsanlegers für den Spreetaler See. Am Partwitzer See wird ein solcher Anleger als Teil einer Marina konzipiert, deren Umsetzung die Gemeinde Elsterheide auf ihrer Agenda hat. Denn spätestens mit der Schiffbarkeit des Barbarakanals soll auch die allgemein Schiffbarkeit des Partwitzer Sees angestrebt werden. Auch am Spreetaler See soll eines Tages ein Fahrgastschiff anlegen können, gilt der See doch als Auftakt- oder Endpunkt der schiffbaren Seenkette. Die Entwurfsplanung für solch einen Schiffsanleger hat der Zweckverband beauftragt.

Ein Konzept für Wasserwanderwege bei Lohsa ist beim Zweckverband derzeit ebenfalls in Arbeit, bestätigt Geschäftsführer Daniel Just. Dabei wurden touristisch nutzbare Gewässerverbindungen nahe Lohsa und dem Knappensee sowie Hoyerswerda daraufhin untersucht, wie sie von „muskelbetriebenen Booten“ genutzt werden könnten. Insgesamt wurden drei längere Wasserwanderrouten zwischen Geierswalder See und Energiefabrik, Lohsa und Bärwalder See favorisiert. Das Konzept soll bis Ende September vorliegen, danach müssen die jeweiligen Kommunen entscheiden, ob diese Wasserwanderwege zukünftig umgesetzt werden sollen.