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| 16:59 Uhr

Markttag in Lauta
Ein neuer Ort der Begegnung

Interessierte Kundinnen am Lautaer Stand des polnischen Händlers Marcin Kulczyk aus der Nähe von Gubin. Er bietet auf dem Markt frisches Obst, Gemüse und Blumen an.
Interessierte Kundinnen am Lautaer Stand des polnischen Händlers Marcin Kulczyk aus der Nähe von Gubin. Er bietet auf dem Markt frisches Obst, Gemüse und Blumen an. FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Der Wochenmarkt in Lauta bietet Nahversorgung, Tratsch und Klatsch. Von Anja Guhlan

Mit Beuteln oder Einkaufskörben machen sich seit Ende März viele Lautaer auf den Weg in die Mittelstraße. Dort wird jeden Mittwoch von acht bis 13 Uhr der Wochenmarkt mit vielen regionalen Produkten abgehalten.

Gemüse, Käse, Fleisch, Wurst, Backwaren, Blumen: Wer auf dem Markt unterwegs ist, hat sozusagen freie Auswahl. „Ich komme jede Woche hierher, denn ich lege großen Wert auf  frische Produkte. Zudem belebt solch ein Markt die Stadt. Ich liebe ja diese Marktatmosphäre, und auch die Begegnung mit anderen erfreut mich“, sagt Monika Gerber aus Lauta, deren Einkaufsbeutel schon prall gefüllt sind. Erika Urban aus Lauta kauft ebenso frisches Obst und Gemüse und Backwaren

Auch von außerhalb zieht es Besucher auf den Markt: Margot Drechsler aus Hosena kommt jede Woche. „Hier bekomme ich Frische direkt auf die Hand. Auch wenn manche Produkte etwas teurer sind als im Supermarkt, aber hier weiß ich, woher sie kommen“, erklärt sie.

Tatsächlich legen auch die Händler Wert auf Frische. So bietet Sandy Schulze von der Bäckerei Schulze aus Gorden stets frische Waren an, die ihr Onkel Bäckermeister Udo Schulze und seine Mitarbeiter backen. „Manchmal backen wir auf den Märkten mit einem kleinen Ofen zum Beispiel Quarkbällchen. Frischer geht es dann nicht“, erzählt Sandy Schulze. Sie fährt gerne auf den Markt nach Lauta. Bisher werde er ganz gut angenommen.

Auch Händler Arnd Kümmel aus Sedlitz kommt mit seinen Spreewald-Produkten gerne. „Manchmal ist es schon zu einem Ausverkauf  gekommen. Dann weiß ich, dass ich das nächste Mal mehr mitbringen muss“, berichtet Kümmel. Für ihn lohne sich der Stand: Es gebe bereits Stammkunden. Besonders das Gurkensortiment werde gut nachgefragt.  Seine Waren bezieht Kümmel direkt von Spreewälder Herstellern.

Quasi Heimvorteil hat Händlerin Simone Weitzmann aus Lauta. Sie verkauft Haushaltswaren. Ihr gefällt besonders die Kundennähe. „Ich komme gerne mit den Kunden ins Gespräch und berate sie.“

Den bisher weitesten Weg nimmt der Pole Marcin Kulczyk auf sich. Mit seinem Obst-, Gemüse- und Blumenstand reist er aus 110 Kilometern Entfernung aus einem kleinen Dorf bei Gubin an. Er versichert, dass seine Produkte ganz frisch und für einen kleinen Preis zu haben sind.

Auch loben die Händler die moderaten  Gebühren für die Stände und den reibungslosen Ablauf. Die Deutsche Marktgilde, die den Wochenmarkt organisiert, möchte als verlässlicher Partner auftreten. „Für Lauta haben wir uns für einen gemischten Markt entschieden, das heißt, neben frischen Produkten gibt es auch Kleidung oder Haushaltswaren“, erläutert Katrin Schiel von der Zweigniederlassungsstelle Dresden der Deutschen Marktgilde.  „Momentan sind wir mit der Auslastung ganz zufrieden. Wir hoffen, dass der stetige Zulauf dauerhaft ist. Einen Wochenmarkt in einer relativ kleinen Stadt zu etablieren, ist nämlich nicht ganz so einfach.“

Wöchentlich sind im Schnitt etwa zwölf Händler vor Ort.  Marktleiter Lothar Scupin, der seit 14 Jahren Märkte in der Region betreut, ist sozusagen der Kümmerer. Er nimmt Händleranfragen entgegen, kümmert sich um die Stellplätze, die Ordnung auf dem Markt, kassiert die Standgebühren oder steht für Fragen bereit. „Die Stoßzeiten sind hier in Lauta zwischen 9.30 Uhr und Mittag. Momentan ist stetiger Zulauf da und die Händler und Kunden sind zufrieden“, resümiert Scupin. Er vergleicht es mit einem Kreislauf:  Wenn die Kunden zufrieden sind, kommen sie wieder und auch die Händler reisen wieder an, wenn der Umsatz stimmt.