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Wo Schwalben unterm Dach willkommen sind

Die Schwalben-Paten werden in Dubring von Beate Hufnagel (l.), Hagen Rothmann (2.v.r.) und Uwe Kupsch von der Nabu-Ortsgruppe geehrt.
Die Schwalben-Paten werden in Dubring von Beate Hufnagel (l.), Hagen Rothmann (2.v.r.) und Uwe Kupsch von der Nabu-Ortsgruppe geehrt. FOTO: rhf1
Wittichenau. "Hier sind Schwalben willkommen" steht auf der Plakette, die Hagen Rothmann, Vorsitzender der Ortsgruppe Wittichenau des Naturschutzbundes (Nabu), in Dubring Nr. 3 am Eingang zum Landgasthof "Dubringer Moor" montiert. Reinhard Hoffmann / rhf1

Michael Kretschmer und seine Frau Beate, denen das Gehöft in Dubring gehört, freuen sich darüber. "Denn Schwalben gehören zum dörflichen Leben dazu. Unsere Vorfahren sahen die geflügelten Insektenjäger gern und ließen ihnen Einflugmöglichkeiten in die Stallanlagen", erzählt Michael Kretschmer. Die Plakette von Nabu und der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt erhält die Familie als Anerkennung dafür, artgerechte Lebensbedingungen für Schwalben geschaffen zu haben. Bei Kretschmers brüteten diesen Sommer sechs Mehlschwalbenpaare und auch zwei Rauchschwalbenfamilien sind hier heimisch. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Schwalben-Arten in unserer Region. Denn der Bestand der Schwalben und Mauersegler geht derzeit dramatisch zurück. Naturschützer verzeichnen teilweise eine Halbierung der Bestände. In Sachsen erfolgte deshalb ihre Einstufung in der Roten Liste bedrohter Tierarten in die Vorwarnliste. Schuld sind oft unbedachte Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, der Rückgang von Fluginsekten und der Einsatz von Pestiziden in Gärten und in der Landwirtschaft.

Noch finden Schwalben in der Lausitz in einigen Dörfern gute Bedingungen. In der sächsischen Statistik wird der Bestand von Mehlschwalben in Groß Särchen mit 100 bis 150 Nestern als ein Spitzenbestand eingestuft. Bedeutsam ist auch der Bestand von 67 Mehlschwalbennestern und zwei Rauchschwalbenpaaren auf dem Hof von Veronika Schuba im Wittichenauer Ortsteil Neudorf. Sie wurde daher genauso als Schwalben-Patin mit der Plakette geehrt wie Martin Madysa, Benno Schlegel, Kurt Schnabel und René Kubaink aus Wittichenau, Peter Zschieschang aus Dörgenhausen und Familie Walter aus Bernsdorf.

Der Naturschutzbund will mit seiner Aktion auch dazu beitragen, bei Haussanierungen Konflikte zu vermeiden, indem Tipps für die Anbringung von Kunstnestern, Kotbrettchen sowie der Anlage von Lehmpfützen gegeben werden.